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Auditive Filmanalyse: Die Notwendigkeit bewusster Wahrnehmung von Filmton am Beispiel von David Lynchs "Mulholland Drive"

Title: Auditive Filmanalyse: Die Notwendigkeit bewusster Wahrnehmung von Filmton am Beispiel von David Lynchs "Mulholland Drive"

Diploma Thesis , 2003 , 93 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Roman Keller (Author)

Musicology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

[...] Der Film Mulholland Drive lieferte die Idee für diese Arbeit – sich den klanglichen
Dimensionen des Filmtons von einer wissenschaftlichen Seite zu nähern. Dabei ging
der Weg zunächst weg vom einzelnen Film, hin zu einer allgemeinen Beschreibung
der Strukturen des Filmtons. In einer Art Begriffsklärung für eine auditive Filmanalyse
(Seite 19) werde ich verschiedene Konzepte zur Beschreibung von Ton im Film
aufzeigen und das zuweilen komplizierte Verhältnis von Bild und Ton (Seite 28)
erläutern.
Den zweiten Schwerpunkt der Arbeit bildet der Versuch einer auditiven Filmanalyse
am Beispiel von Mulholland Drive. Dabei werde ich zum Teil auf die vorgestellten
Konzepte zurückgreifen und versuchen, Besonderheiten, Themen und Techniken
dieses Films herausarbeiten. In Ermangelung einer umfassenden Theorie, die alle
Phänomene des audiovisuellen Geflechts zu beschreiben in der Lage ist, muss der
einzelne Film den Ausgangspunkt für ein solches Unterfangen bilden und die
Analyse wird sich an ihm ausrichten.
Natürlich sollte die auditive Filmanalyse nicht lediglich Selbstzweck sein. Vielmehr
liegt darin die Möglichkeit, sich dem Untersuchungsgegenstand Film von einer Seite
zu nähern, die oft für viel zu selbstverständlich erachtet wird. Der Ton scheint dem
Bild auf natürlichste Weise regelrecht zu entspringen und passiert den Rezipienten
häufig völlig unreflektiert.
Die meisten Kinobesucher können sich nach einer Vorstellung schwerlich an die
gehörte Musik erinnern. Konkrete Aussagen über die Qualität des Tons hört man
sogar noch seltener – am ehesten wenn ein technischer Defekt vorlag, der die
Wahrnehmung auf die Tonspur lenkt, die ansonsten wahrscheinlich unbeachtet
bliebe. Es ist die Allgegenwart des Tons, die ihn uns unterschätzen lässt. Gleichzeitig ist
dies aber auch seine größte Stärke. Eine Manipulation des Bildes ist meist
offensichtlich, eine Manipulation des Tons bleibt dagegen meist unbemerkt und kann
sich unterbewusst entfalten. Diesen Umstand gewissermaßen ausnutzend, lässt der
Filmemacher die Töne sprechen, um auch tiefere Bewusstseinsschichten beim
Zuschauer zu erreichen.
Die Beeinflussung durch Klang, die im Kino oftmals nur ein vages, unbestimmtes
Gefühl hinterlässt, kann in einer auditiven Filmanalyse objektiviert werden. Zudem
lassen sich narrative Strategien am Ton überprüfen; die Analyse macht uns auf
verborgene Qualitäten des Filmwerks aufmerksam und schärft unsere
Wahrnehmung, indem sie uns Dinge benennen lässt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Von den ersten Tönen zum sensorischen Kinoerlebnis

II Begriffsklärung für eine auditive Filmanalyse

Über die Schwierigkeit der Kategorisierung von Klangobjekten auf der Tonspur

Die Terminologie von Bordwell/Thompson

Die erweiterte Terminologie von Sonnenschein

Das informationstheoretische Modell von Flückiger

Die Hörmethoden von Chion

III Das Verhältnis von Bild und Ton

Synchrese und Akzentuierung

Das System des Mehrwerts

Raum und Zeit

Ein Sonderfall: Das unidentifizierbare Klangobjekt

Tonperspektive und Extension

Die Frage des Kontrapunkts

IV Mulholland Drive – Eine auditive Filmanalyse

Der Film

Synopse

Lesarten

Anmerkung

Die Grenze zwischen Musik und Geräusch

Raumtöne und Atmosphären

UKOs als offene Zeichen

Die akustische Nahaufnahme

Tonperspektive und Subjektivierung

Optisch-akustische Phänomene

Optisch-akustische Enunziationsmarkierung

Optisch-akustische Parallelisierung

Nicht simultaner Ton

Songs

Mehrwert durch Songtexte

Llorando – Eine Performance im Film

Sprache

Schlussbetrachtung: Die souveräne Tonspur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die auditive Ebene des Spielfilms, insbesondere das Sound Design, aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten und eine differenzierte methodische Analyse am Beispiel von David Lynchs "Mulholland Drive" zu entwickeln.

  • Überwindung der Vernachlässigung des Filmtons in der wissenschaftlichen Filmanalyse.
  • Kategorisierung und theoretische Erfassung von Klangobjekten und deren Verhältnis zum Bild.
  • Analyse der narrativen und psychologischen Funktionen von Sound Design und Filmmusik.
  • Untersuchung spezifischer audiovisueller Phänomene bei David Lynch, wie z.B. das "unidentifizierbare Klangobjekt" (UKO).
  • Demonstration der Wirkmacht akustischer Gestaltung auf die Zuschauerwahrnehmung und Zeitdeutung.

Auszug aus dem Buch

Die akustische Nahaufnahme

Die akustische Nahaufnahme dient zum Herausstellen einzelner Klangobjekte auf der Tonspur. Ziel dieser Technik ist eine akustische Vergrößerung oder Augmentation der materiellen Eigenschaften eines Objekts unabhängig von der visuellen Perspektive und damit eine geringere Typikalität (→ Das System des Mehrwerts Seite 30). Die akustische Nahaufnahme gehört neben dem Aufeinanderschichten von Klängen, der Beschleunigung oder Verlangsamung und der rückläufigen Reproduktion zu den frühen Techniken der Präparierung klanglichen Materials:

Der erste Schritt war die Augmentation des Klanges durch Annäherung des Mikrophons, die eine völlig andere Rolle spielte als die Annäherung der Kamera an das Objekt in der visuellen Schicht. Der an eine normale auditive Perzeption gewöhnte Hörer hält eine bestimmte Distanz des Ohrs von der Klangquelle für natürlich und muß größere Abweichungen von dieser Distanz als unnatürlich empfinden. Es handelt sich hier um Verfremdungseffekte.

(Lissa 1965: 153)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Tons als unterschätztes Gestaltungselement im Kino und Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes.

I Von den ersten Tönen zum sensorischen Kinoerlebnis: Historischer Abriss der technischen und ästhetischen Entwicklung des Filmtons von den Anfängen bis zu modernen Mehrkanalsystemen.

II Begriffsklärung für eine auditive Filmanalyse: Diskussion theoretischer Modelle zur Beschreibung von Klangobjekten und Hörmethoden, um die Analyse von Tonspuren zu systematisieren.

III Das Verhältnis von Bild und Ton: Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen visuellen und auditiven Elementen, einschließlich zentraler Konzepte wie Synchrese, Mehrwert, Raum, Zeit und Tonperspektive.

IV Mulholland Drive – Eine auditive Filmanalyse: Konkrete Anwendung der erarbeiteten Konzepte auf den Film Mulholland Drive, inklusive detaillierter Analysen von Sequenzen und speziellen klanglichen Techniken.

Schlussbetrachtung: Die souveräne Tonspur: Zusammenfassende Reflexion über die Emanzipation des Geräuschs bei Lynch und das Potenzial einer auditiven Filmanalyse.

Schlüsselwörter

Filmanalyse, Tonspur, Sound Design, Mulholland Drive, David Lynch, Michel Chion, Filmmusik, Synchrese, Mehrwert, Klangobjekt, Raumton, Tonperspektive, Subjektivierung, Audiovision, Kinoton

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der auditiven Ebene im Film. Sie analysiert, wie Tonspuren gestaltet sind, welche wissenschaftlichen Methoden zur Untersuchung zur Verfügung stehen und welche Rolle der Ton bei der filmischen Narration spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Kategorisierung von Filmton, das Wechselverhältnis von Bild und Ton, sowie die Analyse der akustischen Gestaltungsmittel in modernen Spielfilmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Ton im Kino als eigenständige und wirkungsmächtige Kunstform zu etablieren, die in der Filmanalyse nicht länger vernachlässigt werden darf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt bestehende theoretische Modelle, unter anderem von Michel Chion, Barbara Flückiger und Zofia Lissa, um diese in einer praktischen, auditiven Filmanalyse auf David Lynchs "Mulholland Drive" anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung zur Beschreibung von Klang, eine Analyse der allgemeinen Wechselwirkung zwischen Bild und Ton sowie eine detaillierte praktische Fallanalyse von David Lynchs "Mulholland Drive".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sound Design, Mehrwert, Synchrese, Tonperspektive, UKO (unidentifizierbares Klangobjekt) und auditive Wahrnehmung.

Wie definiert der Autor das "unidentifizierbare Klangobjekt" (UKO)?

Ein UKO ist ein Geräusch, dessen Quelle nicht unmittelbar identifizierbar ist. Es fungiert als offenes Zeichen, das beim Zuschauer Fragen hervorruft und oft als bewusstes Stilmittel zur Erzeugung von Spannung und Verrätselung eingesetzt wird.

Welche Rolle spielen Songs in Lynchs "Mulholland Drive"?

Songs dienen bei Lynch nicht nur der atmosphärischen Untermalung, sondern fungieren als komplexe Erzählelemente, die durch ihre Texte die Handlung kommentieren oder neue Bedeutungsebenen eröffnen.

Was ist mit der "optisch-akustischen Enunziationsmarkierung" gemeint?

Dies ist eine vom Autor geprägte Technik, bei der eine visuelle Manipulation (z.B. Unschärfe) exakt durch einen klanglichen Effekt parallelisiert wird, wodurch die Künstlichkeit des Mediums Film und eine übergeordnete Erzählinstanz sichtbar gemacht werden.

Excerpt out of 93 pages  - scroll top

Details

Title
Auditive Filmanalyse: Die Notwendigkeit bewusster Wahrnehmung von Filmton am Beispiel von David Lynchs "Mulholland Drive"
College
University of Hildesheim  (Institut für Musik und Musikwissenschaft, Institut für Medien und Theater)
Grade
1,3
Author
Roman Keller (Author)
Publication Year
2003
Pages
93
Catalog Number
V172939
ISBN (Book)
9783640930968
ISBN (eBook)
9783640931071
Language
German
Tags
Auditive Filmanalyse Filmmusik Sounddesign David Lynch Bild Ton Mulholland Drive Musik Geräusch UKO Kino Barbara Flückiger Roman Keller Michel Chion James Monaco Filmanalyse Mehrwert Raumtöne Extension Synchrese Tonperspektive David Bordwell Kristin Thompson Pierre Schaeffer Sound Design
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Roman Keller (Author), 2003, Auditive Filmanalyse: Die Notwendigkeit bewusster Wahrnehmung von Filmton am Beispiel von David Lynchs "Mulholland Drive", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172939
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