Herzog Ernst macht durchläuft durch seine Orientreise eine Entwicklungsphase. Sie ist ein wichtiger Bestandteil, da sich fast 3700 von knapp 6000 Versen mit dem Orientteil beschäftigen. Im Folgenden beschäftigt sich die Arbeit mit Ernst Orientreise.
Ernst fällt durch sein Zerwürfnis mit Kaiser Otto I. und dem Verlust seiner Huld von seiner ursprünglichen Position. Die Orientreise fordert Ernst in verschiedenen Rollen, die er in seinem Herzogtum in seiner Position als Herzog vereinen musste. Daher ist es wichtig die einzelnen Stationen seiner Reise zu durchleuchten.
Den Beginn der Seminararbeit bilden die Vorbemerkungen. Zuerst wird die Geschichte des Herzog Ernsts literarisch eingeordnet, um zu erfahren zu welcher Gattung sie gehört. Eine kurze Inhaltsangabe folgt auf die Einordnung. Diese soll einen Überblick über die gesamte Geschichte schaffen, da in der Arbeit nur den Orientteil als Binnenerzählung behandelt und die Rahmenerzählung der Erzählung außen vor lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorbemerkungen
2.1 Literarische Einordnung
2.2 Inhalt
3. Die Entwicklung des Herzog Ernst
3.1 Grippia
3.2 Der Magnetberg und die Flucht von ihm
3.3 Die Arimaspi
3.4 Die Pygmäen
3.5 Die Riesen
3.6 Das Mohrenland und Jerusalem
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und soziale Entwicklung der Figur Herzog Ernst während seiner Orientreise, die er nach einem folgenschweren Zerwürfnis mit Kaiser Otto I. antritt. Dabei wird analysiert, wie Ernst durch die verschiedenen Stationen seiner Reise gezwungen ist, unterschiedliche Rollen einzunehmen und seine ursprüngliche Position als Herrscher zurückzugewinnen.
- Literarische Gattung der Spielmannsepik
- Prozess der Identitätsentwicklung von Herzog Ernst
- Die Funktion von Stationen wie Grippia, dem Magnetberg und den Arimaspi
- Die Rolle des Gefährten Graf Wenzel
- Rehabilitation und Rückkehr in die heimatliche Ordnung
Auszug aus dem Buch
3.1 Grippia
Nachdem sich der Sturm, den Herzog Ernst und seine Leute auf ihren Weg ins Heilige Land durch fuhren und der sie vom rechten Weg abgebracht hatte, durchführen hatten, erreichen sie die Stadt Grippia.
Herzog Ernst und seine Leute besitzen durch die Lange Fahrt kaum noch Lebensmittel und wollen daher in Grippia versuchen Lebensmittel von den Einwohnern zu kaufen:
nu wir dise burc hân vunden sô wünnerlîch erbûwen, sô wil ich des wol getrûwen, sie habe liute dies bewarn. daz sulen wir hiute ervarn, ob sie heiden sîn od cristen, unde handeln mit listen, daz sie unds spîse ze koufe geben. (V 2268 ff)
Die Männer sind durch ihre beschwerliche Reise geschwächt und von Hunger geplagt. Ihr letzter Ausweg ist es in Grippia Waren zu erwerben. Trotz ihrer Notlage vergessen sie nicht auf ihre eigene Sicherheit zu achten und legen ihre Rüstungen an, da sie nicht ahnen können, was sie in der fremden Stadt erwartet. (vgl. 2292 ff). Es ist höchste Vorsicht beim Betreten der Stadt geboten, was ich im Verhalten von Herzog Ernst und seinem Gefolge zeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Entwicklungsphase von Herzog Ernst während seiner Orientreise und definiert den Fokus der Arbeit auf die Analyse der einzelnen Stationen der Reise sowie deren Bezug zur Entwicklung des Protagonisten.
2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel ordnet den Text in die Gattung der Spielmannsepik ein und liefert eine zusammenfassende Inhaltsangabe der Geschichte des Herzog Ernst bis zum Antritt der Reise.
3. Die Entwicklung des Herzog Ernst: In diesem Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Stationen wie Grippia, der Magnetberg, das Land der Arimaspi, das Reich der Pygmäen und Riesen sowie das Mohrenland und Jerusalem untersucht, um die persönliche Entwicklung und Rollenfindung von Ernst aufzuzeigen.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und stellt fest, dass Ernst durch die bewältigten Abenteuer und die Unterstützung durch Graf Wenzel gereift ist und seine Position als gestärkter Herrscher zurückgewinnen konnte.
Schlüsselwörter
Herzog Ernst, Orientreise, Spielmannsepik, Spielmannsdichtung, Identitätsentwicklung, Kaiser Otto I., Graf Wenzel, Mittelalter, Literarische Einordnung, Rollenfindung, Grippia, Magnetberg, Arimaspi, Heldenepos, Reiseerzählung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die inhaltliche und charakterliche Entwicklung der literarischen Figur Herzog Ernst während seiner unfreiwilligen Orientreise, nachdem er in seiner Heimat in Ungnade gefallen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Gattung der Spielmannsepik, die verschiedenen Stationen der Reise als Orte der Bewährung sowie die moralische und soziale Entwicklung des Protagonisten hin zu seiner Rehabilitation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu durchleuchten, wie Herzog Ernst durch die Anforderungen der verschiedenen Reiseetappen in neue Rollen hineinwächst und welche Faktoren – insbesondere sein Gefolge und sein Verhalten – zu seiner Entwicklung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Textstellen aus der mittelhochdeutschen Fassung B des Epos interpretiert und mit fachwissenschaftlicher Forschungsliteratur in Bezug gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Etappen der Reise: der Stadt Grippia, dem Magnetberg, dem Land der Arimaspi, dem Kampf gegen die Pygmäen und Riesen sowie der Ankunft in Jerusalem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Herzog Ernst, Orientreise, Spielmannsepik, Identitätsentwicklung, Rollenfindung, Graf Wenzel, Mittelalter, Heldenepos und mittelhochdeutsche Literatur.
Warum spielt die Stadt Grippia eine so zentrale Rolle für die Entwicklung von Ernst?
Grippia stellt die erste große Station dar, an der Ernst durch sein unreflektiertes Verhalten und seine Völlerei Verluste erleidet, was den Wendepunkt markiert, an dem er beginnt, seine Rolle als Krieger und später als Landesherr bewusster wahrzunehmen.
Welchen Einfluss hat Graf Wenzel auf die Entwicklung des Herzog Ernst?
Graf Wenzel fungiert als beratender und mahnender Gefährte, der Ernst in ausweglosen Situationen – wie etwa bei der Flucht vom Magnetberg – mit Intelligenz und Weitsicht zur Seite steht, ohne dabei jemals die Autorität von Ernst infrage zu stellen.
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- Marcel Butkus (Author), 2008, Herzog Ernst – Die Entwicklung des Herzog Ernst während seiner Orientreise, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172921