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Atypische Beschäftigungsverhältnisse vs. Normalarbeitsverhältnis

Verbreitung und Auswirkungen

Title: Atypische Beschäftigungsverhältnisse vs. Normalarbeitsverhältnis

Term Paper , 2010 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christian Weber (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation

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Ausgangspunkt für das Thema dieser Hausarbeit ist ein aktueller Artikel in der Ausgabe des Spiegels „Moderne Zeiten – Ausleihen, befristen, kündigen: Die neue Arbeitswelt“ mit der Titelstory „Ära der Unsicherheit“ (Dettmer Markus/et al. 2010). Die Autoren thematisieren unter anderem den Wandel der Arbeitswelt mit immer weniger Normalarbeitsverhältnissen und immer mehr atypischer Beschäftigung. Ziel dieser Arbeit ist es,
1.dem Leser zu vermitteln was unter dem Normalarbeitsverhältnis und atypischen Beschäftigungsverhältnissen zu verstehen ist,
2.welcher empirischen Verteilung sie folgen und schließlich
3.welche Auswirkungen sie auf die Beschäftigten und die Gesellschaft haben.
Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit beziehen sich die Überlegungen ausschließlich auf Deutschland.
Im ersten Abschnitt wird zunächst die Entstehung des Normalarbeitsverhältnisses skizziert, um dann auf die Definition und Funktion eingehen zu können. Daran anknüpfend werden die Veränderungen am Arbeitsmarkt und der damit einhergehender Bedeutungszuwachs von atypischen Beschäftigungsverhältnissen aufgezeigt. Welche atypischen Beschäftigungsverhältnisse es gibt, welcher empirischen Verteilung sie folgen und welche normativen Rahmenbedingungen gelten, wird im darauf folgenden Kapitel erläutert. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich schließlich mit den Auswirkungen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen im Gegensatz zu Normalarbeitsverhältnissen auf die Beschäftigten und auch auf die Gesellschaft insgesamt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Normalarbeitsverhältnis

2.1 Genese

2.2 Definition und Funktion

2.3 Erosion

3 Atypische Beschäftigungsverhältnisse

3.1 Teilzeitarbeit

3.2 Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse

3.3 Befristete Beschäftigung

3.4 Leiharbeit

4 Auswirkungen

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt in Deutschland, insbesondere den Rückgang des klassischen Normalarbeitsverhältnisses zugunsten einer Zunahme atypischer Beschäftigungsformen. Dabei wird analysiert, wie sich diese Entwicklung auf die soziale Sicherheit und das Prekaritätsrisiko der Beschäftigten auswirkt.

  • Historische Genese und Definition des Normalarbeitsverhältnisses
  • Erosion des Normalarbeitsverhältnisses durch Strukturwandel und Flexibilisierung
  • Analyse atypischer Beschäftigungsformen: Teilzeit, Mini-Jobs, Befristung und Leiharbeit
  • Untersuchung von Prekaritätspotenzialen und sozialen Sicherungsrisiken
  • Diskussion der Auswirkungen auf Beschäftigte und das Sozialversicherungssystem

Auszug aus dem Buch

2.2 Definition und Funktion

DOMBOIS charakterisiert das Normalarbeitsverhältnis als eine abhängige Vollzeitbeschäftigung, die die einzige Einkommens- und Versorgungsquelle darstellt und ein zumindest existenzsicherndes Einkommen ermöglicht. Das Arbeitsverhältnis ist unbefristet und die Vertragsbedingungen und die sozialen Sicherungen sind sowohl rechtlich als auch tariflich normiert. Desweiteren ist die zeitliche Organisation der Arbeit standardisiert, also die Lage und die Länge festgelegt. Außerdem geht er von einer kontinuierlichen Erwerbsbiographie aus, die allenfalls durch kurze Phasen der Arbeitslosigkeit unterbrochen ist. Alter, Beschäftigungsdauer und Betriebszugehörigkeit ermöglichen dem Arbeitnehmer einen karriereförmigen Aufstieg, der ihm eine Verbesserung und Stabilisierung seines Status einbringt (DOMBOIS 1999, S. 5).

Eine andere Definition von BOSCH sieht das Normalarbeitsverhältnis als eine „stabile, sozial abgesicherte, abhängige Vollzeitbeschäftigung, deren Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Löhne, Transferleistungen) kollektivvertraglich oder arbeits- bzw. sozialrechtlich auf einem Mindestniveau geregelt sind“ (BOSCH, 1986, S. 165). Im Gegensatz zur Definition von DOMBOIS wird die Lage der Arbeitszeit nicht thematisiert. In der wissenschaftlichen Diskussion werden noch weiter gehende Kriterien genannt, die das Normalarbeitsverhältnis immer enger eingrenzen(vgl. KRESS 1998, S. 490). BOSCH kritisiert, dass es wenig Sinn machen würde das Normalarbeitsverhältnis immer detaillierter zu definieren, da „ein solches Arbeitsverhältnis mit der in einer Marktwirtschaft üblichen Flexibilität der wirtschaftlichen Abläufe nicht kompatibel ist und im übrigen auch in der Vergangenheit niemals war.“ (BOSCH 2002, S. 109). BOSCH argumentiert weiter, dass Überstunden, Schichtarbeit und Betriebswechsel, die in manchen Definitionen als Abweichung vom Normalarbeitsverhältnis gesehen werden, auch in den 60er und 70er Jahren normal waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas angesichts des Wandels der Arbeitswelt und definiert die Zielsetzung, die Entwicklung atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland zu untersuchen.

2 Das Normalarbeitsverhältnis: Dieses Kapitel erläutert die historische Entstehung, die wesentlichen Merkmale des Normalarbeitsverhältnisses sowie den einsetzenden Erosionsprozess seit den 1970er Jahren.

3 Atypische Beschäftigungsverhältnisse: Hier werden die spezifischen Formen wie Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, Befristung und Leiharbeit hinsichtlich ihrer Verbreitung und rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert.

4 Auswirkungen: Das Kapitel diskutiert das Prekaritätsrisiko, das mit atypischen Beschäftigungsverhältnissen einhergeht, und beleuchtet die Folgen für die soziale Sicherung der Arbeitnehmer.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine verstärkte politische Diskussion zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine Balance zwischen Flexibilität und sozialer Absicherung.

Schlüsselwörter

Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Teilzeitarbeit, Geringfügige Beschäftigung, Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Arbeitsmarkt, Flexibilisierung, Prekarität, Soziale Sicherung, Sozialstaat, Erwerbsbiographie, Strukturwandel, Beschäftigungsstabilität, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den strukturellen Wandel des deutschen Arbeitsmarktes mit einem Fokus auf den Rückgang klassischer, unbefristeter Vollzeitarbeitsverhältnisse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition des Normalarbeitsverhältnisses, die verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung sowie deren Auswirkungen auf die soziale Absicherung der Beschäftigten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu vermitteln, was unter Normal- und atypischen Beschäftigungsverhältnissen zu verstehen ist, wie ihre empirische Verteilung aussieht und welche sozialen Konsequenzen daraus resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, unter anderem des Mikrozensus und Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Normalarbeitsverhältnisses, eine detaillierte Betrachtung der atypischen Erwerbsformen und eine Analyse der Prekaritätsrisiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind Normalarbeitsverhältnis, atypische Beschäftigung, soziale Sicherung, Flexibilisierung, Prekarität und Erwerbsbiographie.

Warum wird die Leiharbeit als Dreiecksbeziehung bezeichnet?

Die Arbeit beschreibt dies als eine Konstellation zwischen Arbeitnehmer, Verleiher und Entleiher, bei der der Verleiher den Arbeitnehmer einstellt, aber der Entleiher die Weisungsbefugnis ausübt.

Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Perspektive?

Die Arbeit zeigt auf, dass Frauen besonders häufig von Teilzeitarbeit betroffen sind und das traditionelle Normalarbeitsverhältnis historisch auf einem männlichen Versorgermodell basierte.

Wie wirkt sich die Erosion auf die Sozialversicherung aus?

Da viele atypische Beschäftigungen nicht den vollen Versicherungsschutz bieten, entstehen Lücken, insbesondere bei der Altersvorsorge und dem Schutz bei Arbeitslosigkeit, für die das Sozialsystem langfristig finanziell aufkommen muss.

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Details

Title
Atypische Beschäftigungsverhältnisse vs. Normalarbeitsverhältnis
Subtitle
Verbreitung und Auswirkungen
College
University of Hagen  (Soziologie)
Course
Politik in privaten Organisationen und gesellschaftlichen Interorganisationsbeziehungen
Grade
2,3
Author
Christian Weber (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V172903
ISBN (Book)
9783640929689
ISBN (eBook)
9783640929856
Language
German
Tags
Normalarbeitsverhältnis Atypische Beschäftigungsverhältnisse Teilzeit Geringfügige Beschäftigung Befristete Beschäftigung Leiharbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Weber (Author), 2010, Atypische Beschäftigungsverhältnisse vs. Normalarbeitsverhältnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172903
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