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Der erkenntnistheoretische Disput in der Baccalaureus-Szene in Goethes «Faust II»

Title: Der erkenntnistheoretische Disput in der Baccalaureus-Szene in Goethes «Faust II»

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Adam Galamaga (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Dass die Tragödie um Faust einer philosophischen Auslegung unterzogen werden und dabei Einiges über die Weltanschauung von deren Autor verraten mag, wurde bereits von Friedrich Schiller bemerkt, der in seinem Brief an Goethe vom 22. Juni 1797 feststellte, dass die Anforderungen an den «Faust» sowohl philosophisch, als auch poetisch seien, und dass die Natur des Gegenstandes eine philosophische Betrachtung geradezu erforderlich mache.
Inhaltlich lassen sich in Goethes Werk zahlreiche Verweise und Anspielungen auf philosophische Fragestellungen finden, dies betrifft sowohl den ersten, als auch den zweiten Teil des Dramas. Die Gelehrtentragödie betrifft im Allgemeinen das Problem der Erkenntnisfähigkeit des Menschen sowie die Frage nach der Möglichkeit, dem menschlichen Leben einen höheren und festen Sinn im kosmischen Spiel zwischen dem Guten und dem Bösen zu verleihen. Einzelne Episoden des «Faust» betreffen aber auch ganz spezielle philosophische Probleme. In «Faust II» beziehen sich diese Probleme hauptsächlich auf die Erschaffung der Welt – die ‚Genesis’ ist dessen thematischer Schwerpunkt. In genuin philosophischer Hinsicht ist der zweite Akt von besonderem Interesse, denn darin wird nach dem Ursprung der Welt im menschlichen Geist gesucht, und zwar am Beispiel eines Jünglings, der sich zum Zentrum der Welt erklärt, sowie am Beispiel der Erschaffung künstlicher Intelligenz, des Homunkulus. Die Baccalaureus-Szene, in der ein junger Student einen erkenntnistheoretischen Disput mit Mephisto führt und dabei die Bedeutung des Subjekts für die Erkenntnis stark hervorhebt, ist nicht nur für das Gesamtkonzept des Dramas von Bedeutung, sondern wirft auch zahlreiche textexterne Fragen auf. Als besonders brisant erscheint die Frage, inwiefern Goethe eine bestimmte erkenntnistheoretische Position kritisieren wollte. Diesen Problemstellungen wird in dieser Arbeit nachgegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Goethes «Faust» als philosophisches Werk

II. Die Baccalaureus-Szene

II.I. Die Figurenkonstellation in der Baccalaureus-Szene

II.II. Die Rolle des Mephisto

II.III. Die Figur des Baccalaureus

III. Der erkenntnistheoretische Disput zwischen Baccalaureus und Mephisto

III.I. Fichte oder Schopenhauer?

IV. Goethe als Kritiker des Deutschen Idealismus

IV.I. Philosophische Ansichten Goethes

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den erkenntnistheoretischen Gehalt der Baccalaureus-Szene in Goethes «Faust II». Dabei wird analysiert, inwiefern die Figur des Baccalaureus als kritische Auseinandersetzung Goethes mit zeitgenössischen philosophischen Strömungen, insbesondere dem Deutschen Idealismus, zu verstehen ist und welche Rolle der Disput für das Gesamtverständnis des Dramas spielt.

  • Philosophische Dimensionen von Goethes Faust
  • Analyse der Baccalaureus-Figur als Allegorie und Charakterstudie
  • Erkenntnistheoretischer Disput zwischen Baccalaureus und Mephisto
  • Rezeption und Kritik des Deutschen Idealismus durch Goethe
  • Goethes Verhältnis zur Philosophie und Naturwissenschaft

Auszug aus dem Buch

II. Die Baccalaureus-Szene

Das Gespräch zwischen Baccalaureus und Mephisto ist ein wesentlicher Teil der ersten Szene des zweiten Aktes, welche die Überschrift „Hochgewölbtes enges gotisches Zimmer, ehemals Faustens, unverändert“ trägt. Schon auf den ersten Blick erscheint dem Leser der Zusammenhang dieser Szene mit der Rahmenhandlung des ersten Teils der Tragödie als offensichtlich, denn es ist darin sofort eine Reminiszenz an den Teufelspakt zu erkennen, der in der Studierstube des Faust geschlossen wurde. In derselben Studierstube sieht nun alles wie vormals aus („Blick’ ich hinauf, hierher, hinüber / Allunverändert ist es, unversehrt“).3 Der Auftritt des Baccalaureus, der dann erfolgt, wird bereits in der Schülerberatungsszene im ersten Teil des Dramas angekündigt, als der Schüler sagt: „Dürft ich euch wohl ein andermal beschweren / Von eurer Weisheit auf den Grund zu hören?“. Die in «Faust I» angekündigte Rückkehr des Schülers wird allerdings nur zum Teil verwirklicht: Dieser taucht zwar tatsächlich bei Mephisto wieder auf, ist jedoch an dessen Weisheit nur wenig interessiert. Der verlegene und schüchterne Schüler von damals, der von Mephistos umfangreichem Wissen sichtlich überwältigt war („Kann euch nicht eben ganz verstehen“; „Mir wird von alle dem so dumm / als ging’ mir ein Mühlrad im Kopf herum“), tritt nun als ein hochmütiger und frecher Bursche auf und erdreistet sich gegen Mephisto auf vielerlei Art und Weise.

In der Tat lassen sich viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Schüler und dem Baccalaureus feststellen: Der jugendliche Optimismus, der dem Baccalaureus wesentlich ist, wird auch in der Schülerberatungsszene zum Ausdruck gebracht („Ich komme mit allem guten Mut / leidlichem Geld und frischem Blut“); genauso ist dort auch das Streben nach dem Wissen sichtbar („Ich möchte recht gelehrt zu werden / und möchte gern was auf Erden und in dem Himmel ist erfassen / die Wissenschaft und die Natur“). Dass der Baccalaureus eine ältere Erscheinung des Schülers aus dem ersten Teil des Dramas darstellt, wird durch weitere Quellen deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Goethes «Faust» als philosophisches Werk: Dieses Kapitel erläutert Faust als philosophisches Drama und stellt die Verbindung zwischen Poesie und Philosophie bei Goethe im Kontext seiner Epistemologie dar.

II. Die Baccalaureus-Szene: Die Einbettung der Szene in das Gesamtdrama und ihre Funktion als Ruhepunkt bzw. Spiegelung der Faust-Entwicklung werden hier intensiv beleuchtet.

II.I. Die Figurenkonstellation in der Baccalaureus-Szene: Dieses Kapitel untersucht die Charaktere des Dramas als Allegorien von Kräften und vergleicht den Baccalaureus mit Figuren wie Famulus, Wagner und Homunkulus.

II.II. Die Rolle des Mephisto: Es wird die geänderte, ironisch-zurückhaltende Rolle Mephistos in der Szene analysiert, die seine zunehmende Unterlegenheit und Substanzlosigkeit im zweiten Teil des Dramas verdeutlicht.

II.III. Die Figur des Baccalaureus: Hier wird die Bedeutung des Baccalaureus als Repräsentant jugendlicher Besserwisserei, als Gegenspieler zum jungen Schüler und als Träger subjektivistischer erkenntnistheoretischer Ansätze dargelegt.

III. Der erkenntnistheoretische Disput zwischen Baccalaureus und Mephisto: Dieses Kapitel hinterfragt, ob die Szene eine gezielte Kritik Goethes an zeitgenössischen philosophischen Positionen darstellt.

III.I. Fichte oder Schopenhauer?: Eine detaillierte Untersuchung der Hypothesen, ob die Baccalaureus-Figur als Parodie auf die Philosophie Fichtes oder die Person Schopenhauers zu lesen ist.

IV. Goethe als Kritiker des Deutschen Idealismus: Die Arbeit beleuchtet Goethes zwiespältiges Verhältnis zur akademischen Philosophie und zum Deutschen Idealismus im Allgemeinen.

IV.I. Philosophische Ansichten Goethes: Abschließend wird Goethes eigene Auffassung von Subjekt und Objekt sowie seine Suche nach einer Symbiose von Natur und Geist dargelegt.

Schlüsselwörter

Goethe, Faust II, Baccalaureus, Mephisto, Erkenntnistheorie, Deutscher Idealismus, Fichte, Schopenhauer, Subjektivismus, Natur, Geist, Philosophie, Drama, Allegorie, Wissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die erkenntnistheoretische Bedeutung des Disputs zwischen dem Baccalaureus und Mephisto im zweiten Akt von Goethes «Faust II» und analysiert dessen philosophische Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Figurenkonstellation des Dramas, dem Generationenkonflikt, der Kritik am Deutschen Idealismus und Goethes eigener Naturphilosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Goethe mit der Baccalaureus-Figur eine bestimmte philosophische Strömung wie den Subjektivismus diskreditieren oder parodieren wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung zahlreicher Forschungsbeiträge, Tagebuchnotizen von Eckermann sowie Goethes eigenen Schriften und Briefen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Baccalaureus-Szene, die Rollen von Mephisto und Baccalaureus, sowie die möglichen philosophischen Anspielungen auf Fichte und Schopenhauer im Kontext von Goethes eigener Weltanschauung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Goethes Faust, Baccalaureus, Erkenntnistheorie, Subjektivismus, Idealismus, Naturwissenschaft und Philosophie.

Wie steht Goethe laut dieser Arbeit zu den Denkern des Deutschen Idealismus?

Goethe wahrte trotz persönlicher Wertschätzung einiger Idealisten eine kritische Distanz und lehnte eine rein spekulative Dialektik zugunsten einer anschaulichen Naturforschung ab.

Welche Funktion hat der Baccalaureus als Spiegelbild von Faust?

Der Baccalaureus wird als ein verzerrtes, unvollkommenes Spiegelbild des Faust aus dem ersten Teil interpretiert, welches das bereits Überwundene auf satirische Weise thematisiert.

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Details

Title
Der erkenntnistheoretische Disput in der Baccalaureus-Szene in Goethes «Faust II»
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Deutsche Sprache II)
Course
Goethes «Faust. Der Tragödie Zweiter Teil». Edition und Kommentar
Grade
gut
Author
Adam Galamaga (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V172215
ISBN (eBook)
9783640919925
ISBN (Book)
9783640920006
Language
German
Tags
Baccalaureus Faust Erkenntnistheorie Farbenlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adam Galamaga (Author), 2010, Der erkenntnistheoretische Disput in der Baccalaureus-Szene in Goethes «Faust II», Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172215
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