Wer war dieser Jesus von Nazareth? Warum hat Gott sich gerade in diesem Galiläer geoffenbart? Wie hat Jesus sich, sein Leben und seinen Tod selber verstanden?
Diesen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen werden, in der Erwartung, näher zu Jesus selbst vorzudringen und das Unfassbare, dass Gott selbst in ihm Mensch geworden ist, ein Stück weit besser zu begreifen.
Auch wenn eigentlich nicht Jesu Botschaft von der Gottesherrschaft behandelt werden soll, so ist doch eine knappe Darstellung dieses zentralen Themas Jesu notwendig, denn Jesus und seine Botschaft lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Es soll jedoch vorwiegend um die Aspekte gehen, die sein Selbstbewusstsein prägen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken
2. Jesu Selbstbewusstsein
2.1 Jesu Gottesbild
2.1.1 Die Botschaft von der Gottesherrschaft
2.1.2 Das besondere Gottesverhältnis
2.2 Jesu Anspruch
2.2.1 Jesu Sendungsanspruch
2.2.2 Christologische Hoheitstitel
2.2.3 Pro-Existenz im Leben Jesu
3. Jesu Todesverständnis
3.1 Die letzten Tage in Jerusalem
3.1.1 Der sich zuspitzende Konflikt
3.1.2 Jesu Wissen um seinen bevorstehenden Tod
3.2 Jesu Selbstverständnis des Kreuzes
3.2.1 Die absolute Krise
3.2.2 Jesu Tod im Kontext seiner Botschaft
3.3 Todesdeutungen
4. Der nachösterliche Christus
4.1 Kreuz und Auferstehung
4.2 Darf der Christus den Kreuzestod sterben? – Christologische Denkmuster
4.3 Christologie heute
5. Fazit – Gehorsam bis zum Tod
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht das Selbstbewusstsein Jesu Christi sowie sein Verständnis des eigenen bevorstehenden Todes. Das Ziel ist es, aus einer systematisch-theologischen Perspektive zu ergründen, wie Jesus seine Sendung, sein Gottesverhältnis und schließlich sein Leiden am Kreuz in den Kontext seiner Botschaft von der Gottesherrschaft einordnete.
- Die christologische Einordnung von Jesu Sendungsanspruch
- Die Analyse der eschatologischen Spannung in Jesu Wirken
- Das Verständnis des Todes am Kreuz als Akt der Pro-Existenz
- Die historische und theologische Bedeutung von Kreuz und Auferstehung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die absolute Krise
In Palästina wurden nur Sklaven und Aufständische von den Römern gekreuzigt. Die Kreuzigung galt als äußerst grausam und schändlich. Die Juden kannten den Tod am Kreuz nur als Zusatzstrafe für bereits Getötete. Wer am Kreuze hing galt bei den Juden als von Gott verflucht (vgl. Dtn 21,22f).
Dass Jesus ausgerechnet den Kreuzigungstod und somit den Tod der Gottverfluchten auf sich nehmen musste, konnte er vorher nicht ahnen und so rief es in ihm und seinen Jüngern äußerste Verzweiflung hervor. Für die Jünger, die zurück nach Galiläa fliehen (Mk 14,27f; 50), eine Katastrophe; die Hoffnung auf die Gottesherrschaft, die sie an Jesus geknüpft sahen, war dahin (Lk 24,20f). Der Gerechte, von Gott Gesandte, der das Gesetz nach Gottes Willen wieder freilegen konnte, stirbt einen Tod, den nur die sterben, die diesem Gott des Gesetzes fern sind.
Sie fliehen nicht nur zurück in die Heimat, es ist auch eine Flucht „nach innen“: Der Glaube der Jünger bricht zusammen. Wie sollten sie noch an den Gott glauben, der sich besonders den Verlorenen zuwendet, wenn der Repräsentant dieses Glaubens selbst tot und verloren am Kreuz hängt?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Einführung in die zentrale Fragestellung nach dem Selbstverständnis Jesu Christi und der Bedeutung seines Lebens und Sterbens.
2. Jesu Selbstbewusstsein: Untersuchung von Jesu Gottesbild, seinem Sendungsanspruch und seinem dienenden Lebensstil der Pro-Existenz.
3. Jesu Todesverständnis: Analyse der Zuspitzung des Konflikts in Jerusalem sowie der theologischen Deutung des Kreuzestodes im Rahmen von Jesu Botschaft.
4. Der nachösterliche Christus: Betrachtung der Einheit von Kreuz und Auferstehung sowie der Entwicklung christologischer Dogmen von der Urkirche bis heute.
5. Fazit – Gehorsam bis zum Tod: Zusammenfassende Würdigung Jesu Lebens als konsequenter Gehorsam gegenüber dem Vater und Dienst für die Menschen.
Schlüsselwörter
Jesu Selbstbewusstsein, Gottesherrschaft, Pro-Existenz, Todesverständnis, Kreuzestod, Auferstehung, Christologie, Sendungsanspruch, Basileia, Abba, Systematische Theologie, Sündenvergebung, Stellvertretung, Christologische Hoheitstitel, Gehorsam.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Selbstbewusstsein und dem Todesverständnis Jesu aus einer systematisch-theologischen Sicht, insbesondere im Kontext seiner Botschaft von der Gottesherrschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören Jesu Gottesverhältnis, sein Sendungsanspruch, die Bedeutung seines Todes am Kreuz sowie die christologische Reflexion auf Auferstehung und Dogmengeschichte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Jesus seine eigene Person und sein Leiden in den Dienst Gottes und der Menschen stellte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematisch-theologische Analyse, die auf exegetischen Grundlagen und theologischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Jesu Selbstbewusstsein, sein Verständnis des Kreuzes, die Deutung seines Todes und die nachösterliche christologische Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gottesherrschaft, Pro-Existenz, Sendungsanspruch, Kreuzestod, Auferstehung und christologisches Verständnis.
Wie definiert die Arbeit den Begriff "Pro-Existenz"?
Pro-Existenz beschreibt die selbstlose Grundhaltung Jesu, sein Leben und Sein vollständig "für andere" in den Dienst der Gottesherrschaft zu stellen.
Warum wird im Fazit von "Gehorsam" gesprochen?
Gehorsam bedeutet hier keine blinde Unterordnung, sondern eine aus tiefster Überzeugung resultierende Hingabe an den Willen Gottes zum Wohl der Menschen.
- Quote paper
- B.A. Maria Pohlmeyer (Author), 2007, Gehorsam bis zum Tod - Das Selbstbewusstsein und Todesverständnis Jesu, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172204