Modalverben machen im Grunde genommen eine Aussage darüber, ob eine Handlung gewollt, erlaubt, erwünscht oder möglich ist. Die sechs Verben dürfen, sollen, wollen, können, müssen und mögen gelten im Deutschen als Modalverben. Sie sind vielfältig kombinierbar und stellen für Viele beim Erlernen der deutschen Sprache eine Herausforderung dar, auch deswegen, da im umgangssprachlichen Gebrauch auch andere Verben ihre Funktion einnehmen. Sie können sowohl epistemisch als auch deontisch verwendet werden, und alle sechs Modalverben zeigen ein ähnliches syntaktisches Verhalten.
Das Japanische hingegen kennt keine Modalverben wie im Deutschen. Diese Sprache ist eine agglutinierende Sprache, die ein komplexes System an höflichen Formulierungen besitzt, wofür sie in westlichen Ländern besonders bekannt ist. Das finite Prädikat steht am Ende des Satzes. Durch das Anhängen von Suffixen werden Tempus, Negation etc. zum Ausdruck gebracht. Sätze, die dem Inhalt deutscher Modalverben wie dürfen, können, mögen, müssen, wollen oder sollen entsprechen werden anders formuliert.
In dieser Arbeit sollen die unterschiedlichen Satzkonstruktionen im Japanischen, die beispielsweise eine Erlaubnis, eine Aufforderung oder einen Willen ausdrücken, vorgestellt werden. Des Weiteren werden Zusammenhänge und Ähnlichkeiten mit der deutschen Modalität gezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gegenstand der Arbeit
3. Die Rolle von Modalität in der Sprache allgemein
4. Die Syntax des Japanischen
5. Modalverben im Deutschen
6. Modalität im Japanischen
6.1. Semantik
6.2. Modalität im Vergleich
6.3. Entsprechung deutscher Modalverben im Japanischen
6.2.1. dürfen
6.2.2. können
6.2.3. mögen
6.2.4. müssen
6.2.5. sollen
6.2.6. wollen
7. Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die funktionalen Entsprechungen deutscher Modalverben im modernen Japanischen. Da das Japanische über keine direkte Entsprechung zur deutschen Modalverbklasse verfügt, wird analysiert, durch welche lexikalischen und morphosyntaktischen Mittel das Japanische stattdessen modale Konzepte wie Erlaubnis, Fähigkeit, Wunsch oder Notwendigkeit ausdrückt.
- Vergleich der Modalitätssysteme im Deutschen und Japanischen
- Analyse der syntaktischen Unterschiede und Ausdrucksmöglichkeiten
- Untersuchung deontischer und epistemischer Lesarten
- Systematische Gegenüberstellung der sechs deutschen Modalverben mit japanischen Entsprechungen
- Diskussion der Schwierigkeiten bei der Kategorisierung japanischer Modalausdrücke
Auszug aus dem Buch
6. Modalität im Japanischen
Eine gleiche oder ähnliche Form von Modalverben wie im Deutschen, gibt es im Japanischen nicht. Es gibt dennoch der Modalität entsprechende Sätze, die jedoch anders konstruiert werden. Demnach muss man ihren Sinn und die Funktion einzelner Satzteile betrachten.
Wichtig ist zu beachten, dass es hier nicht einfach ist, zwischen Notwendigkeit, also deontischer Lesart, und Vermutung, also epistemischer Lesart, zu unterscheiden. Eine in den folgenden Beispielen beschriebene Situation kann entweder als Ganzes dargestellt werden, oder als im Verlauf begriffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Modalverben im Deutschen und die Herausforderung ihrer Entsprechung im Japanischen.
2. Gegenstand der Arbeit: Erläuterung der Zielsetzung, die deutsche Modalverbkonstruktion mit dem heutigen Japanischen funktional zu vergleichen.
3. Die Rolle von Modalität in der Sprache allgemein: Darstellung der Polyfunktionalität von Modalverben und ihrer deontischen bzw. epistemischen Nutzung.
4. Die Syntax des Japanischen: Kurzer Abriss über die japanische Satzstruktur, Subjekt-Verb-Beziehungen und Tempusmarkierungen.
5. Modalverben im Deutschen: Definition der sechs Modalverben als Präteritopräsentia und ihrer semantischen Funktionen.
6. Modalität im Japanischen: Zentrale Analyse der Ausdrucksformen japanischer Modalität als Ersatz für ein deutsches Modalverbsystem.
6.1. Semantik: Untersuchung der sprachlichen Ausdrucksformen im Japanischen, die die Aussage des Sprechers modifizieren.
6.2. Modalität im Vergleich: Gegenüberstellung der Unterteilungsmöglichkeiten von Modalität in beiden Sprachen.
6.3. Entsprechung deutscher Modalverben im Japanischen: Detaillierte Betrachtung einzelner Entsprechungen für die deutschen Modalverben.
6.2.1. dürfen: Vorstellung der deontischen Erlaubnisformen im Japanischen.
6.2.2. können: Analyse der Ausdrucksmöglichkeiten für Fähigkeiten im Japanischen.
6.2.3. mögen: Erläuterung von Ausdrücken für Zuneigung und Wertschätzung.
6.2.4. müssen: Darstellung verschiedener Möglichkeiten zur Wiedergabe von Notwendigkeit.
6.2.5. sollen: Analyse der epistemischen Erwartungshaltung und deontischen Ratgebung.
6.2.6. wollen: Untersuchung der Verbkonjugation zur Darstellung von Absichten und Wünschen.
7. Diskussion: Kritische Reflexion der Schwierigkeiten bei der direkten Übertragung modaler Kategorien zwischen den Sprachsystemen.
Schlüsselwörter
Modalität, Modalverben, Japanisch, Deutsch als Fremdsprache, Deontisch, Epistemisch, Polyfunktionalität, Satzkonstruktion, Linguistik, Syntax, Morphosyntaktische Mittel, Sprachvergleich, Modalpartikel, Semantik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie deutsche Modalverben im Japanischen ausgedrückt werden können, da das Japanische kein vergleichbares System von Modalverben besitzt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die deutsche Modalität, die japanische Syntax sowie die funktionale Äquivalenzprüfung von sprachlichen Ausdrücken in beiden Sprachen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die funktionalen Entsprechungen zu untersuchen und aufzuzeigen, wie japanische Satzkonstruktionen modale Bedeutungen abbilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kontrastiven linguistischen Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur sowie der systematischen Untersuchung von Beispielsätzen aus japanisch-deutschen Wörterbüchern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die deutschen Modalverben definiert und dann jedes der sechs Verben (dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen) einzeln seinen japanischen Entsprechungen gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Modalität, Modalverben, Japanisch, Sprachvergleich, Kontrastive Linguistik und Semantik.
Wie werden Wünsche oder Absichten im Japanischen ausgedrückt?
Wünsche und Absichten werden im Japanischen oft durch konjugierbare Verbformen, wie die tai-Form, ausgedrückt, die in ihrer Funktion einem Adjektiv ähnelt.
Warum ist eine direkte Übersetzung oft schwierig?
Da das Japanische stark situationsabhängig ist und keine direkte Entsprechung für die geschlossene Klasse der deutschen Modalverben aufweist, erfordert die Übersetzung oft komplexe lexikalische Umschreibungen.
- Arbeit zitieren
- M.A. Sandra Niedermeier (Autor:in), 2009, Modalität - Deutsche Modalverben und ihre Entsprechungen im Japanischen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172146