In dieser Arbeit möchte ich den Einfluss sozialen Kapitals sowohl auf die Migrationsentscheidung als auch auf den Grad der sozialen Integration aufzeigen.
Zur Einführung werde ich eine zusammenfassende Übersicht der allgemeinen Definitionen von sozialem Kapital darlegen. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen sozialem Kapital und Migration beleuchtet. Dazu werden zunächst die theoretischen Ansätze in der Migrationsforschung skizziert, bevor auf die Bedeutung des sozialen Kapitals in der Migrationsforschung eingegangen wird. In diesem Zusammenhang wird der Einfluss sozialer Netzwerke auf die Migrationsentscheidung anhand von Kettenmigrationsprozessen dargestellt. In einem weiteren Abschnitt soll der Einfluss sozialen Kapitals auf die soziale Integration betrachtet werden. Hierzu wird eine Studie, die die soziale Integration von Migranten unter Berücksichtigung des sozialen Kapitals untersucht, vorgestellt und die wichtigsten Ergebnisse hervorgehoben. Vor dem Hintergrund der bearbeiteten Texte wird abschließend ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziales Kapital
2.1. Allgemeine Definitionen
3. Soziales Kapital und Migration
3.1. Theoretische Ansätze in der Migrationsforschung
3.2. Soziales Kapital in der Migrationsforschung
3.2.1. Kettenmigration
4. Soziales Kapital und soziale Integration
4.1. Vorstellung der Studie „Interethnische Freundschaftsbeziehungen und soziale Integration: Unterschiede in der Ausstattung mit sozialem Kapital bei jungen Deutschen und Immigranten“ von S. Haug (2003)
4.1.1. Ergebnisse
5. Fazit
6. Quellenangabe
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von sozialem Kapital sowohl auf die Migrationsentscheidung als auch auf den Grad der sozialen Integration von Migranten, um die Bedeutung sozialer Netzwerke in diesen Prozessen theoretisch zu beleuchten und empirisch zu belegen.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen des Konzepts "Soziales Kapital".
- Bedeutung sozialer Netzwerke für die Migrationsentscheidung und Kettenmigrationsprozesse.
- Analyse des Einflusses von sozialem Kapital auf die soziale Integration von Migranten.
- Empirische Vorstellung der Studie von S. Haug zu interethnischen Freundschaftsbeziehungen.
- Vergleich der Ressourcenausstattung zwischen verschiedenen Migrantengruppen und Einheimischen.
Auszug aus dem Buch
3.1.Theoretische Ansätze in der Migrationsforschung
Im Zentrum der Migrationsforschung steht die Frage warum Migration stattfindet. Zur Erklärung wurde eine Reihe theoretischer Ansätze entwickelt, die sich grob in mikro- und makrotheoretische, sowie in ökonomische und nicht-ökonomische Ansätze unterteilen lassen. In makroökonomischen Ansätzen ist das Lohnniveau einer Region ausschlaggebender Faktor bei der Migrationsentscheidung. Wanderungen finden demnach zwischen Regionen mit unterschiedlichen Lohnniveaus statt, wobei die Lohndifferenz den Anstoß zur Migration liefert. Dieser Ansatz lässt die Schlussfolgerung zu, dass zwischen Regionen mit gleichen Lohnniveaus keine Wanderungen stattfinden. Laut mikroökonomischem Ansatz kommt es zu einer individuellen Kosten-Nutzen-Kalkulation. Die Migration wird in diesen Ansätzen als Investition betrachtet. Wenn die Kosten einer Migration hinsichtlich des zu erwarteten Nutzens zu hoch sind, wird sie nicht getätigt. Bei dieser Kalkulation spielt die Diskontrate eine zentrale Rolle. Gemeint ist hier die Bewertung der Präferenz für gegenwärtige Gewinne im Vergleich zu zukünftigen Gewinnen.
Aus der mikroökonomischen Sicht würde man also so argumentieren, dass ein höheres Lohnniveau nicht zwangsläufig zu einer Wanderung führt, da man nicht davon ausgehen kann, dass ein höheres Einkommen für jeden an erster Stelle steht. Ein Kritikpunkt an den ökonomischen Ansätzen allgemein ist, dass die Mechanismen auf der Mikroebene nicht näher bestimmt werden. Makrotheorien beziehen sich zu stark auf die Aggregatebene, so dass es zu einer Vernachlässigung handlungstheoretischer Annahmen kommt.
In mikrotheoretischen Ansätzen wird die Selektivität von Wanderungen berücksichtigt. Außerdem können nicht-monetäre Aspekte durch akteurstheoretische Annahmen mit einbezogen werden. Kritisiert werden die mikrotheoretischen Ansätze aus der netzwerktheoretischen Perspektive. Es wird bemängelt, dass die Einbettung individueller Akteure in soziale Netzwerke außer Acht gelassen wird. Ohne die Analyse von Migrationsnetzwerken können Phänomene wie die Entwicklung von Kettenwanderungsprozessen nicht erklärt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel der Arbeit dar, den Einfluss sozialen Kapitals auf Migration und Integration anhand theoretischer Ansätze und empirischer Studien zu untersuchen.
2. Soziales Kapital: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Definitionen des Begriffs Soziales Kapital, unter anderem von Loury, Coleman, Bourdieu und Putnam.
3. Soziales Kapital und Migration: Es wird der theoretische Rahmen für Migrationsentscheidungen erläutert und die Rolle sozialer Netzwerke sowie Kettenmigrationsprozesse in der Migrationsforschung analysiert.
4. Soziales Kapital und soziale Integration: Das Kapitel befasst sich mit der Wirkung von Sozialkapital auf die Integration in der Aufnahmegesellschaft und stellt die Ergebnisse einer Studie von Sonja Haug vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Abhängigkeit von Integration und Migration von vorhandenem Sozialkapital sowie die Differenzierung zwischen Herkunfts- und Zielort.
6. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Arbeitsberichte für diese wissenschaftliche Ausarbeitung.
Schlüsselwörter
Soziales Kapital, Migration, Integration, Netzwerke, Migrationsentscheidung, Kettenmigration, Humankapital, interethnische Freundschaftsbeziehungen, Migranten, soziale Ressourcen, Transmigrationsansatz, Aufnahmegesellschaft, ethnische Segmentation, soziale Beziehungen, Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, inwiefern soziales Kapital und soziale Netzwerke sowohl die Entscheidung zur Migration als auch den Erfolg der sozialen Integration von Migranten in der Aufnahmegesellschaft maßgeblich beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Definition von sozialem Kapital, theoretische Modelle der Migrationsforschung, das Phänomen der Kettenmigration und die empirische Untersuchung interethnischer Freundschaftsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den theoretischen Zusammenhang zwischen dem in sozialen Beziehungen gebundenen Kapital und individuellen Migrationsentscheidungen sowie Integrationsprozessen aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Ausarbeitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener soziologischer Theorien sowie der Auswertung und Zusammenfassung einer spezifischen empirischen Studie von Sonja Haug aus dem Jahr 2003.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Begriffs soziales Kapital, die Anwendung dieses Konzepts auf Migrationsentscheidungen und die detaillierte Vorstellung einer Studie zur sozialen Integration junger Migranten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wesentlichen Begriffe sind Soziales Kapital, Migration, soziale Netzwerke, Kettenmigration und soziale Integration.
Wie unterscheiden sich Herkunftsort- und Zielortspezifisches Sozialkapital?
Herkunftsortspezifisches Kapital bezieht sich auf Ressourcen, die an die soziale Einbettung im Heimatland gebunden sind, während zielortspezifisches Kapital die Ressourcen bezeichnet, die für die Integration in der neuen Gesellschaft relevant sind.
Was ist das Hauptergebnis der von Haug vorgestellten Studie?
Die Studie zeigt, dass Migranten der zweiten Generation über mehr soziales Kapital verfügen und dass der Kontakt zu Einheimischen im Zeitverlauf sowie mit der Einbürgerung zunimmt, wobei italienische Migranten im Vergleich zu türkischen Migranten eine stärkere Integration aufweisen.
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- Vanessa Schäfer (Author), 2010, Soziales Kapital, Netzwerke, Integration , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172138