Bei den rebellierenden Studenten der Generation 68 handelte es sich nicht um geistlose, gelangweilte und faule Menschen. Im Gegenteil. Die Studenten waren wissbegierig, in politischen Dingen sehr bewandert, zielsicher und verantwortungsbewusst. Viele von ihnen hatten eine harte Erziehung genossen, denn Zucht und Ordnung waren die Grundsätze der Elterngeneration. Zu dieser Zeit stammten die meisten Studenten aus der Oberschicht und dabei vor allem aus akademisch geprägten Familien.
Die 68er fühlten sich durch die strenge Erziehung der Eltern, und die damit verbundenen Vorschriften, unterdrückt. Dadurch kam es zu einer Auflehnung gegen die Werte der Eltern und zu einem Wertewandel in der eigenen Lebensgestaltung. Diese Arbeit soll die 68er-Bewegung in Ost und West gegenüber stellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionen
2. Die Lebensweisen der 68er im Westen
2.1 Charakterisierung der 68er Generation
2.2 Auslöser für die Studentenbewegung
2.3 Die politischen Sprecher der Studierenden?
3. Die Lebensweisen der 68er im Osten
3.1 Das Aussehen des ostdeutschen Studenten
3.2 Die Wünsche und Ziele der Studenten des Ostens und ihre Erfüllbarkeit
3.3 Informationsbeschaffung
3.4 Freie Meinungsäußerung und die Möglichkeit des Aufbegehrens gegen das Regime
4. Das Ende der 68er Revolutionen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Wertewandel der 68er-Bewegung im deutsch-deutschen Vergleich, analysiert die Lebensweisen sowie die politischen Rahmenbedingungen für Studierende in der Bundesrepublik und der DDR und beleuchtet die unterschiedlichen Möglichkeiten des gesellschaftlichen Aufbegehrens.
- Charakterisierung der 68er-Generation im Westen
- Politische Auslöser und Akteure der westdeutschen Studentenbewegung
- Lebensrealitäten und Repressionen für DDR-Studenten
- Informationsfluss und Einfluss westlicher Ideen im Osten
- Reaktionen des DDR-Staats auf studentische Protestbewegungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Charakterisierung der 68er Generation
Bei den rebellierenden Studenten der Generation 68 handelte es sich nicht um geistlose, gelangweilte und faule Menschen. Im Gegenteil. Die Studenten waren wissbegierig, in politischen Dingen sehr bewandert, zielsicher und verantwortungsbewusst. Viele von ihnen hatten eine harte Erziehung genossen, denn Zucht und Ordnung waren die Grundsätze der Elterngeneration. Zu dieser Zeit stammten die meisten Studenten aus der Oberschicht und dabei vor allem aus akademisch geprägten Familien.
Die 68er fühlten sich durch die strenge Erziehung der Eltern, und die damit verbundenen Vorschriften, unterdrückt. Dadurch kam es zu einer Auflehnung gegen die Werte der Eltern und zu einem Wertewandel in der eigenen Lebensgestaltung. Alternative Formen des Zusammenlebens, wie z.B. Wohngemeinschaften bildeten sich, denn diese verstießen gegen die engstirnigen Vorstellungen der Eltern. Ein Beispiel für eine solche „WG“ war die 1967 gegründete Kommune 1. Mit Hilfe des SDS wurde die Gemeinschaft gebildet, um eine absolute Gleichberechtigung zwischen Erwachsenem und Kind sowie Mann und Frau zu erreichen. Vom „Spießerleben“ wandte man sich damit radikal ab. Vier Männer und vier Frauen bildeten die erste Wohngemeinschaft, die ursprüngliche Kommune 1.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionen: Erläuterung der zentralen Fachbegriffe wie 68er-Bewegung und Wertewandel im soziologischen Kontext.
2. Die Lebensweisen der 68er im Westen: Analyse der sozioökonomischen Herkunft, der Motive für den antiautoritären Protest und der Rolle politischer Organisationen wie APO und SDS.
3. Die Lebensweisen der 68er im Osten: Untersuchung der Lebensbedingungen, der staatlichen Repression und der eingeschränkten Möglichkeiten zur informellen Teilhabe an westlichen Strömungen für DDR-Studenten.
4. Das Ende der 68er Revolutionen: Rückblick auf die Zersplitterung der Bewegung im Westen und die ausbleibende, vergleichbare revolutionäre Eigendynamik in der DDR während der 1960er Jahre.
Schlüsselwörter
68er-Bewegung, Wertewandel, Studentenbewegung, APO, SDS, Kommune 1, DDR, Stasi, antiautoritäre Erziehung, Notstandsgesetze, Protestkultur, Ost-West-Vergleich, politisches Mandat, Repression, Sozialismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe und die Ausprägungen der 68er-Bewegung im Vergleich zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen der Wertewandel, die Lebensstile der Studenten, die Rolle politischer Organisationen und die staatlichen Reaktionen auf studentischen Protest.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Unterschiede in der Entstehung und Umsetzung von studentischem Aufbegehren in den zwei deutschen Staaten während der späten 1960er Jahre aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der soziologische Fachbegriffe und historische Berichte herangezogen werden, um die Ereignisse der Zeit zu kontextualisieren.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Motivation der westdeutschen Studenten, die Funktion von Gruppierungen wie dem SDS, sowie die erschwerten Bedingungen für ostdeutsche Studierende unter Beobachtung der Stasi.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie 68er-Bewegung, Wertewandel, APO, DDR-Studenten und antiautoritäre Revolte beschreiben.
Warum war die Umsetzung westlicher Protestideale in der DDR so schwierig?
Aufgrund strenger staatlicher Überwachung, Zensur, notwendiger Passierscheine und der Gefahr einer Exmatrikulation bei Abweichungen vom sozialistischen Kurs fehlte der notwendige Freiraum für offene Revolten.
Welche Rolle spielten die Notstandsgesetze für die westdeutsche Studentenbewegung?
Die Verabschiedung der Notstandsgesetze fungierte als Katalysator für massive Proteste und radikalisierte Teile der APO, da die Bewegung eine Aushöhlung der demokratischen Ordnung befürchtete.
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- Nadine Wrocklage (Author), 2008, Wertewandel oder Wertewandel light: 68 West vs. 68 Ost , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172117