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Die Paschtunen - das Problem der Gründung eines Nationalstaates

Title: Die Paschtunen - das Problem der Gründung eines Nationalstaates

Term Paper , 2002 , 10 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Oliver Kneip (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Die Paschtunen sind in den Ländern Afghanistan sowie Pakistan ansässig und machen etwa die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans (ca. 7 Mio. Menschen) aus. Sie gelten als ethnische Einheit, die in Stämme untergliedert ist. Diese Stämme sind jedoch eigenständige Einheiten, die durchaus als Ethnien angesprochen werden können.
Bereits Babur schrieb zu Beginn des 16. Jahrhunderts: "Es ist sehr ungewiss, ob in irgend einern Lande so viele verschiedene Stämme und Sprachen beisammen gefunden worden." 1
Im Folgenden wird zu klären sein ob es möglich ist, in einem Land, welches im Zuge der Kolonialisierung territorial zerstückelt wurde, und das so viele verschiedene Stämme und Sprachen beherbergt, einen Nationalstaat Paschtunistan zu gründen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzer Überblick über die Geschichte Afghanistans

2.1 Ethnische Gruppen in Afghanistan

2.2 Die Paschtunen

3. Das Problem der Gewaltmärkte

4. Ethnizität

5. Paschtunistan - Utopie oder mögliche Lösung

5.1 Externe oder interne Manipulation gegen einen Vereinigungsprozess

6. Segmentäre Gesellschaft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziopolitischen Herausforderungen bei der Gründung eines Nationalstaates in Afghanistan, mit besonderem Fokus auf die Rolle der ethnisch diversen Paschtunen-Stämme innerhalb einer segmentären Gesellschaftsstruktur.

  • Historische Entwicklung Afghanistans und externe Einflüsse
  • Ethnische Zusammensetzung und Stammesstrukturen
  • Phänomen der Gewaltmärkte und deren ökonomische Auswirkungen
  • Ethnizität als Faktor für Konflikte und nationale Identität
  • Theoretische Einordnung als segmentäre Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Paschtunen

Die Paschtunen bilden eine der größten ethnischen Gruppen in Afghanistan und sind fast ausschließlich sunnitisch im Gegensatz zu den Iranern, welche schiitisch sind.

Die Bevölkerung ist je nach geographischer Lage im wesentlichen in bäuerliche Dorfgemeinden und patriarchalisch geführte Nomaden-Stämme aufgeteilt. Die Bezeichnung .Paschtune" ist lediglich der Name für Angehörige der Pakhtu-sprachigen bzw. der Paschtosprachigen Bevölkerung. (Im Norden von Peschawar leben größtenteils Pakhtu-sprachige Paschtunen und im Süden von Peschawar Paschto-sprachige). Die Sprache Paschto bzw. Pakhtu gehört zusammen mit der Sprache Pamiri zum nordöstlichen Zweig des Iranischen bzw. des Persischen.

Die Assimilationsbereitschaft unter den verschiedenen Ethnien ist relativ stark, folgen aber nicht selten dem Prinzip "der Feind meines Feindes ist mein Freund". Seit der Islamisierung Afghanistans bilden die allgemeinen Wertungen und Symbole (vorwiegend sunnitisch geprägt) des Koran sowie die gemeinsame Sprache ein Kommunikationsnetz, sind jedoch auch deutliche Kriterien ethnischer Abgrenzung in Afghanistan. So z.B. leben im Norden Afghanistans Paschtunen mit Stämmen anders sprachiger Gruppen zusammen und haben sich so sehr angepasst, dass sie ihre eigene Sprache nicht mehr verwenden.

Die Stämme der Paschtunen bzw. ihre zahlreichen Unterstämme, sind der Legende nach, nach den drei Söhnen des Quais benannt: Sarbanri, Bitani und Ghurghusht, die sog. Karlrani Stämme. Die Führer dieser Stämme und Unterstämme sind keine Alleinherrscher, sondern wie sie selbst sagen, lediglich "die Ersten unter Gleichen".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Identität der Paschtunen als ethnische Einheit innerhalb der Stammesstrukturen ein und fragt nach der Möglichkeit einer Nationalstaatsgründung.

2. Kurzer Überblick über die Geschichte Afghanistans: Dieses Kapitel skizziert die wechselhafte Geschichte des Landes von der persischen Eroberung bis zum Sturz des Taliban-Regimes.

2.1 Ethnische Gruppen in Afghanistan: Es werden die verschiedenen ethnischen Minderheiten des Landes sowie das primäre Identitätsgefühl der Stammeszugehörigkeit gegenüber einer nationalen Identität beleuchtet.

2.2 Die Paschtunen: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen Merkmale, religiöse Prägung, Sprache und den Ehrenkodex (Pashtu Wali) der Paschtunen.

3. Das Problem der Gewaltmärkte: Es wird analysiert, wie in Bürgerkriegssituationen ökonomische Motive die Gewalt steuern und zu profitablen, aber destruktiven Strukturen führen.

4. Ethnizität: Dieser Teil theoretisiert Ethnizität als Prozess der kulturellen Differenzierung und diskutiert die Schwierigkeit, in multiethnischen Gesellschaften eine einheitliche nationale Identität zu bilden.

5. Paschtunistan - Utopie oder mögliche Lösung: Das Kapitel untersucht die historische Teilung des paschtunischen Siedlungsgebiets und die politische Problematik einer möglichen staatlichen Vereinigung.

5.1 Externe oder interne Manipulation gegen einen Vereinigungsprozess: Es werden die politischen Interessen Pakistans und interne Hindernisse thematisiert, die einer staatlichen Einigung entgegenstehen.

6. Segmentäre Gesellschaft: Das Schlusskapitel ordnet Afghanistan als segmentäre Gesellschaft ein, in der Selbstregulierung ohne zentrale Herrschaft stattfindet, was jedoch die staatliche Zentralisierung erschwert.

Schlüsselwörter

Paschtunen, Afghanistan, Stammesgesellschaft, Ethnizität, Gewaltmärkte, Paschtunistan, Nationalstaat, Segmentäre Gesellschaft, Taliban, Islamisierung, Stammesidentität, Politische Stabilität, Konfliktpotenzial, Soziale Organisation, Geschichte Afghanistans

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziopolitischen Voraussetzungen und Hindernisse für die Gründung eines Nationalstaates im heutigen Afghanistan unter Berücksichtigung der komplexen Stammesstrukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Landes, die Ethnologie der Paschtunen, ökonomische Strukturen in Konfliktzeiten sowie soziologische Theorien zur segmentären Gesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu klären, ob in einem territorial zerstückelten Land, das von unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Stammesloyalitäten geprägt ist, die Gründung eines geeinten Nationalstaates ("Paschtunistan") realistisch ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlichen und ethnologischen Konzepten wie den "Gewaltmärkten" nach Elwert und der "segmentären Gesellschaft" nach Durkheim und Sigrist.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Genese Afghanistans, den spezifischen Merkmalen der paschtunischen Kultur, der ökonomischen Dynamik von Gewalt sowie den theoretischen Hürden einer staatlichen Vereinigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind hierbei Paschtunen, Gewaltmärkte, Segmentäre Gesellschaft, Ethnizität, Stammesstrukturen und nationale Souveränität.

Warum erschweren die Paschtunen-Stämme laut Autor die Bildung eines Nationalstaates?

Die starke Identifikation der Individuen mit ihrem jeweiligen Unterstamm oder Clan überwiegt meist das Wir-Gefühl als Paschtune oder Afghane, was eine zentrale Staatsbildung erschwert.

Was genau versteht der Text unter dem Begriff "Gewaltmärkte"?

Unter Gewaltmärkten versteht der Autor Konfliktsituationen, in denen Gewalt als zweckrationales Mittel zur Profitmaximierung (z. B. durch Drogenhandel oder Waffengeschäfte) eingesetzt wird, wodurch diese Instabilität zum ökonomisch lukrativen Geschäftsmodell wird.

Welche Rolle spielt die "Regulierte Anarchie" in der Argumentation?

Die "Regulierte Anarchie" beschreibt den Zustand einer Gesellschaft ohne zentrale staatliche Instanz, die sich dennoch durch Mechanismen der Selbststeuerung und Integration (wie bei den Paschtunen) stabil halten kann, was jedoch die Entstehung eines modernen Nationalstaates im westlichen Sinne hemmt.

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Details

Title
Die Paschtunen - das Problem der Gründung eines Nationalstaates
College
LMU Munich
Grade
2
Author
M.A. Oliver Kneip (Author)
Publication Year
2002
Pages
10
Catalog Number
V172005
ISBN (Book)
9783640916764
ISBN (eBook)
9783640916863
Language
German
Tags
paschtunen problem gründung nationalstaates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Oliver Kneip (Author), 2002, Die Paschtunen - das Problem der Gründung eines Nationalstaates , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172005
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