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Möglichkeiten der erlebnispädagogischen Arbeit auf einem Abenteuerspielplatz zur Intervention und Prävention des AD(H)S- Phänomens bei Kindern

Title: Möglichkeiten der erlebnispädagogischen Arbeit auf einem Abenteuerspielplatz zur Intervention und  Prävention des AD(H)S- Phänomens bei Kindern

Diploma Thesis , 2010 , 75 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) Michael Frank (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology

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Eine steigende Zahl von Menschen sieht sich, sei es aus persönlichen oder beruf-lichen Gründen, mit dem Thema einer so genannten „Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung“ konfrontiert. Die Diskussionen um das Verhalten mancher Kinder sind nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesellschaftlich in aller Mun-de. Bücher mit Titeln wie „Generation Doof“ oder „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ avancieren zu Bestsellern. Die gesellschaftlichen Meinungen über Kinder mit auffälligem Verhalten gehen von ganzheitlichen Betrachtungen bis zur Denun-zierung als Mensch, der „nur nicht anders will“.
„Ich renn bergauf, rolle bergab
durch die Pampa und durch die Stadt,
gerade aus, zerkratz mein’ Lack,
zack, mit’m Kopf durch die Wand bis es knackt.
Bleib wo du bist, ich hol dich ab
Ich mach nicht schlapp auch wenn ich Gicht hab,
bin am hotten bis ich blutende Hacken hab
kauf wie ’ne Frau neue ’Motten im Minutentakt
Die Pumpe pumpt, ich hab wunde Lungen
wie ’n junger Hund, werd nie satt
Zweifel gibts nicht, ich lauf drumrum
Ich jag ’n Phantom, bis ichs hab
Im Zick Zack ihm nach… … ich schlaf kaum, fress Dreck, seh es an der Ecke
Bin ich da, ist es wieder weg
Fette Henne vor der Nase, bin angezeckt
will sie haben und wedel mit dem ganzen Heck
Irgendwas hält mich auf Trab
und manchmal hab ich es satt.
Es trifft mich Tag und Nacht der Teufel an,
der nach mir schnappt.
Die Welt muss sich drehn und nichts kann so bleiben
Ich renn durch mein Leben wie ’ne Lok auf zwei Beinen
Ein Hund kann nicht krähen, ein Fisch kann nicht schreien
und ich kann nicht stehn bleibn, ich bin ein rollender Stein …

Die Ideologie des Störungsbildes, welches sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt, ist keine grundlegend Neue. Diese scheint jedoch in seiner Ausbreitung und in sei-nen gesellschaftlichen Auswirkungen im ausgehenden 20. Jahrhundert sowie den ersten Jahren des 21. Jahrhundert, nicht nur in den Vereinigten Staaten von Ame-rika, förmlich zu explodieren. Die stetig steigenden Diagnosezahlen und die eben-so starke Vermehrung von Angeboten zur Information, Behandlung, Weiterbildung, Spezialisierung etc. vermitteln die Brisanz dieser Thematik. Sie schaffen eine Dis-kussions- und Arbeitsbasis, schüren jedoch ebenso Unsicherheit und Hilflosigkeit bei Betroffenen und Fachleuten.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 AD(H)S

2.1 Begriffsklärung

2.2 Klassifikationen

2.2.1 Symptomkatalog

2.2.2 ICD- 10

2.2.3 DSM IV

2.3 Erklärungsansätze

2.3.1 Hirnstoffwechselkrankheit

2.3.2 Genetische Disposition

2.3.3 Soziale Belastungen

2.3.4 Gesellschaftliches Phänomen

2.3.5 Umweltgifte

2.4 Diagnoseverfahren

2.5 Behandlungskonzepte

2.5.1 Kindzentrierte Behandlungsmaßnahmen

2.5.2 Familienorientierte Maßnahmen

2.5.3 Kindergarten- und schulbezogene Maßnahmen

2.5.4 Medikamentöse Behandlung

3 Erlebnispädagogik

3.1 Definitionsversuch der Erlebnispädagogik

3.2 Entwicklungsabriss und Leitgedanken der Erlebnispädagogik

3.3 Grundzüge der Methodik

3.4 Kritik zur Erlebnispädagogik

3.5 Kritik zur Erlebnisgesellschaft

4 AD(H)S und Erlebnispädagogik 2010

5 Abenteuerspielplatz

5.1 Begriffsklärung

5.2 Qualitäten und Funktionen eines ASP

5.3 Elemente eines Abenteuerspielplatzes

5.3.1 Hüttenbau

5.3.2 Basteln und Bauen

5.3.3 Tierbereich

5.3.4 Garten und Streuobstwiesen

5.3.5 Feuerstelle und Lehmofen

5.3.6 Weitere wichtige Elemente und Angebote

6 AD(H)S auf dem ASP

6.1 Psychotherapeutische Wirkungen der Erlebnispädagogik

6.2 Möglichkeiten im primären Bereich

6.3 Möglichkeiten im sekundären Bereich

6.4 Möglichkeiten im tertiären Bereich

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die erlebnispädagogische Arbeit auf einem Abenteuerspielplatz als Interventions- und Präventionsmöglichkeit bei Kindern mit AD(H)S dienen kann, wobei der Abenteuerspielplatz als zentraler Lern- und Entwicklungsort betrachtet wird.

  • Grundlagen der AD(H)S-Problematik und aktuelle Diagnosekriterien
  • Methodische Ansätze der Erlebnispädagogik und ihre therapeutische Relevanz
  • Der Abenteuerspielplatz als strukturierter pädagogischer Lebensraum
  • Möglichkeiten der Arbeit im primären, sekundären und tertiären Bereich
  • Die Rolle der sozialen Vernetzung bei der Behandlung und Stigmatisierung

Auszug aus dem Buch

5.3.1 Hüttenbau

Der Hüttenbau ist das leitende Element eines Bauspielplatzes. Auf einem Abenteuerspielplatz ist er einer von mehreren wichtigen Lernorten. Den vorhandenen Platz können die Kinder und Jugendlichen sich in Eigenverantwortung aufteilen und in Einzel- oder Gruppenleistung eine Holzhütte bauen. Über das augenscheinlich anstrengende Sägen und das laute Hämmern hinaus, reichen die Erfahrung doch meist tiefer.

So erfordern Konflikte um Besitzverhältnisse Kompromisse, ein dicker schwerer Balken Teamwork und die Schramme am Knie tröstende Worte. Die Kinder und Jugendlichen können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre handwerklichen Fähigkeiten schulen und entfalten. Ebenso wird die für Heranwachsende oft problematische Trennung zwischen Spiel und Arbeit, zwischen Lebenswelt und Arbeitswelt, aufgehoben.

Die Kinder und Jugendlichen werden hierbei mit verschiedensten, sowohl praktischen, als auch komplexen Herausforderungen konfrontiert. Beispielsweise muss ein Platz für die Hütte gefunden werden oder möglicherweise eine Gruppenzusammenstellung ausgehandelt werden. Es stellen sich Fragen der Gestaltung und der praktischen Umsetzung des Vorhabens, die neben handwerklichem Geschick auch Zusammenarbeit und Geduld erfordern. Die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Jungen an den verschiedenen Tätigkeiten ist dabei selbstverständlich. Die Jungen stellen jedoch den wesentlich größeren Teil der Hüttenbauer dar.

Bei Konflikten zwischen zwei Gruppen bzw. gruppenintern, können die Betroffenen verschiedene Bewältigungsstrategien erproben und festigen. Für die HüttenbauerInnen ist es möglich, die Stärkung des Selbstvertrauens und Grenzerfahrungen durch Erfolg und Misserfolg gleichzeitig zu erleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Brisanz des Themas AD(H)S in der heutigen Gesellschaft und führt in die erlebnispädagogischen Grundüberlegungen der Arbeit ein.

2 AD(H)S: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung zu Begriffsklärungen, Klassifikationssystemen (ICD-10, DSM-IV), Ursachenansätzen sowie den gängigen Behandlungskonzepten.

3 Erlebnispädagogik: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung der erlebnispädagogischen Methode, ihrer Geschichte, ihrer Grundzüge sowie einer kritischen Reflexion im Kontext der Erlebnisgesellschaft.

4 AD(H)S und Erlebnispädagogik 2010: Hier werden die aktuellen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern unter Berücksichtigung des AD(H)S-Diskurses im Jahr 2010 analysiert.

5 Abenteuerspielplatz: Dieses Kapitel definiert den Abenteuerspielplatz als pädagogische Einrichtung und beleuchtet dessen Funktionen sowie spezifische Elemente wie Hüttenbau, Tierbereich und Gärten.

6 AD(H)S auf dem ASP: Der Hauptteil verknüpft Theorie und Praxis, indem Interventionsmöglichkeiten im primären, sekundären und tertiären Bereich für die Arbeit auf dem Abenteuerspielplatz erarbeitet werden.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernerkenntnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Abenteuerspielplätzen als lebensweltorientierte Lernorte für betroffene Kinder.

Schlüsselwörter

AD(H)S, Erlebnispädagogik, Abenteuerspielplatz, Kindheit, Sozialpädagogik, Intervention, Prävention, Diagnostik, Selbstwertgefühl, soziale Kompetenz, multimodale Therapie, Entwicklungsförderung, Psychomotorik, Netzwerk, Stigmatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie erlebnispädagogische Ansätze auf Abenteuerspielplätzen genutzt werden können, um bei Kindern mit AD(H)S intervenierend und präventiv zu wirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die medizinische/soziale Einordnung von AD(H)S, die Methoden der Erlebnispädagogik, das Konzept der Abenteuerspielplätze und die praktische Anwendung pädagogischer Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Abenteuerspielplätze durch ihre naturnahen und handlungsorientierten Möglichkeiten den Leidensdruck betroffener Kinder mindern und ihre Kompetenzen stärken können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Verknüpfung erlebnispädagogischer Prinzipien mit den Bedürfnissen von Kindern mit AD(H)S sowie eigenen praktischen Erfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der AD(H)S-Konzepte und Erlebnispädagogik sowie in eine anwendungsorientierte Analyse der Interventionsmöglichkeiten auf Abenteuerspielplätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe AD(H)S, Erlebnispädagogik, Abenteuerspielplatz, Kompetenzförderung und soziale Teilhabe charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Tierbereich auf einem Abenteuerspielplatz?

Der Tierbereich dient als wertvolles pädagogisches Element, um soziale Kompetenzen, Verlässlichkeit und ein positives Selbstbild durch die Versorgung von Tieren zu fördern.

Wie kann ein Abenteuerspielplatz dem "Leidensdruck" bei AD(H)S entgegenwirken?

Durch das Angebot vielfältiger Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten, die Anerkennung von Stärken und die Förderung des Zugehörigkeitsgefühls kann der Druck, der bei AD(H)S-Kindern entsteht, abgebaut werden.

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Details

Title
Möglichkeiten der erlebnispädagogischen Arbeit auf einem Abenteuerspielplatz zur Intervention und Prävention des AD(H)S- Phänomens bei Kindern
College
Erfurt University of Applied Sciences
Grade
1,0
Author
Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) Michael Frank (Author)
Publication Year
2010
Pages
75
Catalog Number
V171302
ISBN (Book)
9783640906185
ISBN (eBook)
9783640906253
Language
German
Tags
möglichkeiten arbeit abenteuerspielplatz intervention prävention ad(h)s- phänomens kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) Michael Frank (Author), 2010, Möglichkeiten der erlebnispädagogischen Arbeit auf einem Abenteuerspielplatz zur Intervention und Prävention des AD(H)S- Phänomens bei Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171302
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