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Jenseits des Mythos' - Mathieu Kassovitz' Banlieue Epos "La Haine"

Title: Jenseits des Mythos' - Mathieu Kassovitz' Banlieue Epos "La Haine"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Turna (Author)

French Studies - Culture

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Summary Excerpt Details

Immer wieder ist in der Presse von den französischen Vororten, den banlieues, die Rede. In den Blickpunkt rücken diese fast ausschließlich im Zusammenhang mit Krawallen, in Brand gesetzten Fahrzeugen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Medien veröffentlichen Bilder, die auch in Kriegsgebieten aufgenommen worden sein könnten und Artikel über Parallelgesellschaften mit Parallelökonomien und eigenen Gesetzen. Die grands ensembles, ursprünglich für die Arbeiterschaft entworfen, scheinen zu Zentren der Gewalt und des Drogenhandels geworden sein. Seit den ersten Anzeichen von Marginalisierung und Segregation in der französischen Gesellschaft wurden viele Gesetze erlassen, Programme ins Leben gerufen und sonstige Maßnahmen ergriffen, um diese Entwicklungen einzudämmen oder sogar rückgängig zu machen.

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Entwicklung der französischen Vororte hin zu Zentren der Marginalisierung und Symbolen der Segregation geben. Innerhalb dieses Überblickes soll auch auf die politischen Maßnahmen eingegangen werden, mit deren Hilfe sich die Verantwortlichen eine Verbesserung der vorherrschenden Missstände versprachen.

Im zweiten Teil der Arbeit soll auf Mathieu Kassovitz‘ 1995 erschienenen Film La Haine eingegangen werden, der in Frankreich für rege Diskussionen sorgte. Der Regisseur wurde mit Lob überschüttet und als Wunderkind des französischen Kinos gefeiert. Doch auch Kritik wurde laut, sogar aus den Reihen derer, denen Kassovitz mit La Haine als Sprachrohr dienen wollte. Er zeichnet in seinem bislang erfolgreichsten Film ein düster-realistisches Bild der Heranwachsenden in den Vorstädten Frankreichs. In La Haine lässt der Regisseur den Zuschauer die tiefgreifende Spaltung zwischen Stadtzentrum und banlieue aus dem Blickwinkel der Marginalisierten wahr-nehmen. Der zweite Teil des Films, der außer der letzten Szene vollständig im Pariser Stadtzentrum spielt, hebt sich dabei deutlich vom ersten Teil, der in der Cité des Muguets spielt, ab. Aus diesem Grund soll in der folgenden Arbeit ausschließlich auf den zweiten Teil des Films eingegangen werden, jedoch nicht ohne einige erklärende Verweise auf Ereignisse, die sich im ersten Teil des Films zutragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der banlieues

2.1. Begriffsbestimmung banlieue

2.2. Von der zone non aedificandi zu den HBM

2.3. Von den cités-jardins zu den grands ensembles

2.4. Der Beginn der politique de la ville und die ersten Unruhen

2.5. Das Programm Banlieue 89 und die Unruhen bei Lyon

2.6. Das LOV und die fracture sociale

2.7. Die ZUS und der plan de cohésion sociale

2.8. Von den Unruhen 2005 bis in die Gegenwart

3. La Haine

3.1. Einordnung und Rezeption

3.2. Die Darstellung der Cité des Muguets

3.3. Die Darstellung des Stadtzentrums

3.3.1. „Le monde est à vous“

3.3.2. Asterix als Symbol für die Überlegenheit der city

3.3.3. Die Polizei: Ordnungshüter oder Sozialarbeiter?

3.3.4. Räumliche Distanz zwischen cité und city

3.3.5. Kassovitz‘ Kritik an den Medien

3.3.6. Gewalt in der cité, Gewalt in der city

3.3.7. Bild und Ton

4. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozioökonomische Entwicklung der französischen Vororte, der banlieues, und analysiert, wie diese marginalisierten Lebensräume sowie das Spannungsverhältnis zum Stadtzentrum im Film La Haine von Mathieu Kassovitz dargestellt werden.

  • Historische Entwicklung der französischen Vorstädte von der Gartenstadt zum sozialen Brennpunkt.
  • Analyse politischer Integrationsprogramme wie der politique de la ville und des plan de cohésion sociale.
  • Die visuelle und inhaltliche Darstellung der Kluft zwischen banlieue und Stadtzentrum in La Haine.
  • Kritik an medialen Repräsentationen und polizeilicher Gewalt in den Vororten.
  • Bedeutung von Raum und Identität für marginalisierte Jugendliche.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. „Le monde est à vous“

In seinem Film bedient sich Kassovitz einer teilweise auffälligen Bildsprache, deren Aussagen meist direkt Bezug auf die Lebensverhältnisse der Protagonisten nehmen. Eines dieser Bilder ist der Slogan „Le monde est à vous“, der dem Zuschauer im Verlauf des Films in Variationen mehrmals begegnet. Es handelt sich dabei offenbar um eine Plakatwerbung für ein touristisches Angebot in Agadir im Süden Marokkos. Das erste Mal sieht der Zuschauer dieses Plakat durch die Augen Huberts, als dieser mit seinen zwei Freunden im Zug in Richtung Stadtzentrum unterwegs ist. Kurz zuvor waren die drei Freunde in ihrer cité in einen Vorfall verwickelt, bei dem Vincent eine gefundene Waffe auf einen Polizisten richtete. Nur durch den Einsatz Huberts war es gelungen, Schlimmeres zu verhindern. Dieser wirkt beim Anblick des Plakates dann auch noch sehr nachdenklich und in sich versunken.

Dennoch scheint auch ihm die bittere Ironie, die sich dem Zuschauer beim Anblick des Werbespruches „Le monde est à vous“ im Hinblick auf die Lebensumstände der drei Protagonisten aufdrängt, nicht zu entgehen, kneift er doch an dieser Stelle wie von großem innerlichem Schmerz getrieben, die Augen zusammen. Das Plakat kann hier als Vorbote der finanziellen und sozialen Überlegenheit des Stadtzentrums gegenüber den an den Rand gedrängten Vororten gesehen werden. Ein zweites Mal sieht der Zuschauer das Werbeplakat, nachdem Saïd seinen Freunden auf dem Dach eines Gebäudes vor nächtlicher Kulisse erklärt, er wolle nun den Eiffelturm „ausknipsen“. Als die drei Freunde sich auf dem Rückweg von dem Dach befinden, passieren sie das gleiche Plakat, das Hubert zuvor aus dem Zug heraus gesehen hat. Vincent und Hubert laufen achtlos an dem Plakat vorbei. Saïd aber, der von dem Dach eine Farbsprühdose mitgenommen hat, verändert den Werbespruch des Plakates von „Le monde est à vous“ in „Le monde est à nous“, indem er den Buchstaben „v“ übermalt und oberhalb ein „n“ aufmalt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der französischen Vororte ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Analyse des Films La Haine im Kontext gesellschaftlicher Marginalisierung.

2. Die Entwicklung der banlieues: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese der französischen Vorstädte nach, von der Entstehung der grands ensembles bis zu den aktuellen politischen Maßnahmen zur Krisenbewältigung.

3. La Haine: Hier wird der Film La Haine detailliert analysiert, wobei besonders die räumliche Trennung zwischen banlieue und Stadtzentrum sowie die soziokulturellen Auswirkungen für die Protagonisten untersucht werden.

4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert den Erfolg des Films und stellt eine Verbindung zwischen der filmischen Darstellung und der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Frankreich her.

Schlüsselwörter

Banlieue, La Haine, Mathieu Kassovitz, soziale Marginalisierung, Segregation, Stadtentwicklung, politique de la ville, grands ensembles, soziale Kluft, fracture sociale, Identität, Jugendkriminalität, Frankreich, Film-Analyse, gesellschaftliche Ausgrenzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Entwicklung der französischen Vororte sowie deren filmische Darstellung in Mathieu Kassovitz' Werk La Haine.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind soziale Segregation, Stadtpolitik, die Wahrnehmung von Vororten in der Öffentlichkeit sowie das Spannungsverhältnis zwischen Stadtzentrum und Peripherie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie Raum, Identität und soziale Exklusion das Leben der Jugendlichen in den Vororten bestimmen und wie der Film diese Dynamik reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literatur- und Quellenanalyse zur Stadtentwicklung sowie eine detaillierte filmwissenschaftliche Untersuchung von La Haine.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Teil über die Entstehung der banlieues und einen filmischen Teil, der Schlüsselszenen wie das Bild des Werbeplakats oder die Verhörszene interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie banlieue, soziale Exklusion, Segregation, Stadtentwicklung und Film-Analyse charakterisieren.

Warum spielt der Film La Haine eine so große Rolle für das Verständnis der banlieue?

Der Film gilt als düster-realistisches Zeitzeugnis, das die Kluft zwischen Zentrum und Vorort aus der Perspektive der Marginalisierten erfahrbar macht.

Welche Bedeutung hat das Werbeplakat „Le monde est à vous“ innerhalb der Filmanalyse?

Es fungiert als zentrales Symbol für die soziale und finanzielle Distanz zwischen der wohlhabenden Stadtmitte und den vernachlässigten Jugendlichen in der Peripherie.

Inwiefern beeinflussen die Medien laut der Arbeit das Bild der Vororte?

Die Arbeit kritisiert, dass Medien oft ein gefiltertes, reißerisches Bild vermitteln, das bei der Bevölkerung Vorurteile schürt und die Jugendlichen als „wilde Tiere“ darstellt.

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Details

Title
Jenseits des Mythos' - Mathieu Kassovitz' Banlieue Epos "La Haine"
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Abteilung Französische u. Italienische Sprache u. Kultur)
Course
Der Mythos von Paris in der Literatur
Grade
1,0
Author
Florian Turna (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V171254
ISBN (Book)
9783640905409
ISBN (eBook)
9783640905553
Language
German
Tags
Frankreich Banlieue La Haine Kassovitz Hass Ghetto französischer Film Mathieu Kassovitz Vincent Cassel Jugendliche Kriminalität Vorort Hubert Koundé Saïd Taghmaoui Yvelines Chanteloup-les-Vignes Cannes Film Festival Paris
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Turna (Author), 2010, Jenseits des Mythos' - Mathieu Kassovitz' Banlieue Epos "La Haine", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171254
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