1995 stellte Clayton Christensen seine Theorie, warum etablierte Unternehmen an manchen Innovationen scheitern, vor. Darin argumentiert er, dass nur bestimmte Innovationen, die disruptiven Innovationen, eine Gefahr für etablierte Unternehmen darstellen können, wobei sustaining Innovationen, den etablierten Unternehmen keine existenzbedrohenden Probleme bereiten. Disruptive Innovationen stellen eine neue Technologie dar, welche außerhalb des Knowhow-Bereichs von etablierten Unternehmen liegt und welche das Potential hat, die jetzige Technologie des etablierten Unternehmens, zu ersetzen. Das Unternehmen steht dann vor der Entscheidung, entweder Ressourcen von der jetzigen Technologie abzuziehen und in die neue Technologie zu investieren, oder abzuwarten ob sich die neue Technologie wirklich am Markt durchsetzt. Ersteres könnte dazu führen, dass das etablierte Unternehmen, Ressourcen verschwendet, im Falle dass sich die neue Technologie nicht durchsetzt und letzteres könnte dazu führen, dass das Unternehmen in technologischen Rückstand gerät, wenn sich die neue Technologie doch durchsetzt. Beides kann zu Marktanteils-Verlusten führen und Christensen bezeichnet diese Situation, als das Innovator’s Dilemma für etablierte Unternehmen. Dieser Report, wird im ersten Abschnitt Christensen’s Theorie detaillierter beleuchten, wobei die verschiedenen Arten von Innovationen definiert und beschrieben werden. Ein aktuelles Beispiel der disruptiven Innovations-Theorie, das Aufkommen der Elektromobilität in der Automobilbranche, wird im zweiten Teil dieses Reports aufgezeigt, wobei der Deutsche Autobauer Volkswagen als Beispielunternehmen dienen wird. Mögliche Lösungsvorschläge wie VW das Innovator’s Dilemma meistern kann, werden im dritten Teil dieses Berichts erläutert, bevor der vierte Teil die Erkenntnisse des Reports zusammenfasst und eine Schlussfolgerung zieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theorie Clayton Christensen
i. Value Network und Trajectory
ii. Inkrementale-, Radikale- und Sustaining Innovationen
iii. Disruptive Innovationen
iv. Innovator’s Dilemma
3. Christensen’s Theorie bezogen auf VW und Elektromobilität
i. VW’s Value Network und Trajectory
ii. VW und Sustaining Innovationen
iii. VW und Disruptive Innovationen
iv. VW’s Innovator’s Dilemma
4. Mögliche Lösungsvorschläge für VW
i. Lösungsvorschlag A
ii. Lösungsvorschlag B
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Clayton Christensens Theorie des „Innovator’s Dilemma“ auf die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität in der Automobilindustrie, wobei Volkswagen als Fallstudie dient, um Strategien für den Umgang mit potenziell disruptiven Innovationen aufzuzeigen.
- Analyse der „Innovator’s Dilemma“-Theorie von Clayton Christensen
- Grundlagen von Value Networks und technologischen Trajektorien
- Unterscheidung zwischen inkrementellen, radikalen und disruptiven Innovationen
- Anwendung der Theorie auf das Beispielunternehmen Volkswagen
- Entwicklung strategischer Lösungsansätze für etablierte Unternehmen
Auszug aus dem Buch
Disruptive Innovationen
Wie erwähnt, schenkt das Unternehmen Innovationen die in ihrem Value Network keinen weiteren Kundennutzen bieten, keine Bedeutung. Es kann jedoch vorkommen, dass sich eine Innovation, die momentan keinen Kundennutzen im Value Network des etablierten Unternehmens bietet und sich somit in einem anderen Value Network befindet, sich leistungstechnisch soweit in eine Richtung weiterentwickelt, dass das Value Network der neuen Innovation nun in das Value Network des etablierten Unternehmens eindringt und plötzlich doch den Kundennutzen im Value Network des etablierten Unternehmens erhöht (siehe Appx. 3).
Da sich das etablierte Unternehmen, nur mit Marktveränderungen in seinem Value Network befasst, hat es zum einen große Probleme, diese neue Innovation zu erkennen und selbst wenn es sie früh erkennt, liegt das Knowhow welches für die aufkommende Innovation benötigt wird, außerhalb der gelernten Fähigkeiten des etablierten Unternehmens.
Desto länger ein etabliertes Unternehmen erfolgreich in einem Value Network tätig war, desto schwerer wird es für das Unternehmen sein, die neue Innovation wahr- und anzunehmen, da ihr jahrelanger Fokus auf ihr Value Network ihnen die Sicht für Technologien in fremden Value Networks versperrt. Bei solchen Innovationen die außerhalb eines Value Networks entstehen, aber dann in das Value Network des etablierten Unternehmens eindringen, spricht man von disruptiven Innovationen, da sie das Potential haben das etablierte Unternehmen und dessen Kerngeschäft, auf Grund des Knowhow-Mangels und der versperrten Sicht, grundsätzlich zu zerstören.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Der Abschnitt führt in die Theorie des Innovator’s Dilemma ein und skizziert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung von Volkswagen und der Elektromobilität.
2. Theorie Clayton Christensen: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere die Konzepte Value Network, technologische Trajektorie und die verschiedenen Innovationsarten.
3. Christensen’s Theorie bezogen auf VW und Elektromobilität: Dieses Kapitel überträgt die Theorie auf den Automobilhersteller Volkswagen und bewertet die Elektromobilität als potenzielle disruptive Innovation.
4. Mögliche Lösungsvorschläge für VW: Es werden zwei Strategien vorgestellt: die Investition in kleinere Firmen (Lösung A) und die Gründung einer internen, unabhängig arbeitenden Abteilung (Lösung B).
5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass durch strategische Anpassungen wie Kooperationen oder interne Abteilungen das Risiko des Innovator’s Dilemma erfolgreich gemanagt werden kann.
Schlüsselwörter
Innovator’s Dilemma, disruptive Innovation, Volkswagen, Elektromobilität, Value Network, technologische Trajektorie, sustaining Innovation, Automobilindustrie, Marktanteile, Knowhow, Wissensrückstand, Innovationsmanagement, Wettbewerbsanalyse, Transformation, Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie etablierte Unternehmen, am Beispiel des Automobilherstellers Volkswagen, auf disruptive Innovationen wie die Elektromobilität reagieren können, ohne dabei ihr Kerngeschäft oder ihre Marktführerschaft zu gefährden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Innovations-Theorie nach Clayton Christensen, die Dynamik von Value Networks, die Abgrenzung von Innovationsarten und die strategische Unternehmensführung in Zeiten technologischer Umbrüche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, das „Innovator’s Dilemma“ zu erläutern und aufzuzeigen, wie ein etablierter Autobauer wie VW durch gezielte strategische Maßnahmen sowohl sein Kerngeschäft sichern als auch bei disruptiven Technologien wettbewerbsfähig bleiben kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse der Arbeiten von Clayton Christensen, kombiniert mit einer fallstudienbasierten Untersuchung des Unternehmens Volkswagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte hinter disruptivem Wandel, die spezifische Situation der Automobilbranche im Kontext der Elektromobilität sowie konkrete Handlungsempfehlungen für das Management.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Innovator’s Dilemma, disruptive Innovation, Value Network und technologische Trajektorie.
Warum ist die Elektromobilität für VW aktuell nur eine "potenzielle" disruptive Innovation?
Da die Leistung und Kosten der Elektromobilität noch nicht das Niveau der herkömmlichen Flüssigbrennstoff-Fahrzeuge erreicht haben und die weitere Marktentwicklung unsicher bleibt, gilt sie nach der Definition von Christensen derzeit als potenziell und nicht als bereits voll etablierte Disruption.
Welche Vorteile bietet die Gründung einer eigenen, unabhängigen Abteilung (Lösung B)?
Eine unabhängige Abteilung erlaubt „Learning by Doing“ in einer fehlerfreundlichen Kultur, ohne dass die Bürokratie und die starren Strukturen des etablierten Kerngeschäfts die agile Entwicklung der neuen Technologie behindern.
- Arbeit zitieren
- Matthias Zoephel (Autor:in), 2009, The Innovator's Dilemma - Disruptive Innovation in der Automobil-Industrie: Elektromobilität anhand des Beispiel-Unternehmens VW, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171081