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Der Sinneswandel von Martin Walser

Eine kritische Analyse

Title: Der Sinneswandel von Martin Walser

Elaboration , 2010 , 12 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Ibukunolu Ajagunna (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Summary Excerpt Details

Zunächst muss ich sagen, dass das Thema „Auschwitz-Verbrechen“ oder noch besser ausgedrückt „die Vernichtung der Juden“ während des Zweiten Weltkriegs ein kompliziertes Thema ist. Ein Versuch, in irgendeiner Art auf das Thema einzugehen, tendiert dazu, die Ernsthaftigkeit des Themas zu gefährden oder dessen Bedeutung zu unterschätzen. Ich finde, ein Versuch, einen objektiven Umgang mit dem Thema zu finden, wird wahrscheinlich als etwas Ungerechtes wahrgenommen werden. Könnte ich denn in Wirklichkeit darüber objektiv sprechen, indem ich die unvorstellbar entsetzlichen Verbrechen und die noch entsetzlicheren Prozesse begreiflich machen würde?
Nach Walser existiert Auschwitz in der Tat nur für diejenigen, die es erfahren und schließlich überlebt haben; die Opfer und die Täter, sie betrachten die Ereignisse jedoch aus verschiedenen Perspektiven (vgl. Kovach und Walser 2008: 8-9). Ich könnte sagen, es drohe schon vom Anfang an wegen der hohen Empfindlichkeit des Themas das Versagen solcher Versuche. Es besteht nämlich das Risiko, sich entweder viel zu wenig mit den Opfern oder viel zu viel mit den Tätern zu identifizieren. Sogar eine vermeintliche Spur von Identifikation mit den Tätern würde mit Sicherheit hart verurteilt werden. Auf dieses historische Ereignis kann wahrscheinlich keiner objektiv und gerecht eingehen. Ein solches Verbrechen kann schließlich auf keinen Fall gerechtfertigt werden. Bemerkenswert ist aber, dass je mehr eine Person mit den in Auschwitz zu Schaden gekommenen Menschen Mitleid bekunden würde, desto akzeptabler ihre Perspektive wäre und als desto gerechter eine solche Perspektive betrachtet würde. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich mit denen zu identifizieren, die das Auschwitz-Verbrechen auf jeglicher Art und Weise verurteilen. Dadurch könnte das deutsche Volk eventuell einigermaßen für die Schande und Sünde büßen.
Es gibt aber auch diejenigen, die sich zu dem Auschwitz-Verbrechen nicht äußern wollen. Die Schande sei zu groß und unerträglich, so dass es sich am besten darüber nur zu schweigen lohne. Es vergeht dadurch schnellstmöglich die Schande oder die unvergängliche Vergangenheit gerät dabei in Vergessenheit.
Die dritte Gruppe besteht aus denjenigen, die auf das Risiko eingehen, die deutsche Schande und die unvergängliche Vergangenheit anzusprechen. Solche Menschen werden scharf kritisiert. Die deutsche Schande sei schließlich doch unverzeihlich und „objektiv“ betrachtet absolut unmenschlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Biographie von Martin Walser

2. Einleitung

3. Antisemitismus

3.1 Die Walser-Bubis-Debatte

4. Kritik an Walsers‘ Sinneswandel

4.1 Platons‘ Auffassung über die Kunst

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den vermeintlichen Sinneswandel des Schriftstellers Martin Walser hin zu einer konservativeren Haltung und untersucht diesen im Kontext des Antisemitismusvorwurfs sowie des Einflusses von Kunst auf politische Debatten.

  • Biographische Hintergründe von Martin Walser
  • Diskurs um Antisemitismus und die Walser-Bubis-Debatte
  • Kritische Auseinandersetzung mit der politischen Entwicklung des Autors
  • Platons Ästhetik als theoretischer Rahmen zur Bewertung künstlerischen Engagements

Auszug aus dem Buch

3. Antisemitismus

Eine umfassende Darstellung des Begriffs Antisemitismus scheint es kaum zu geben. Meines Erachtens weist eine Definition in irgendeiner Art Mängel auf. Sie beinhaltet entweder viel mehr oder weniger der angemessenen Begriffserklärungselemente. Ohne viele Schwierigkeiten sind allerdings antisemitische Stränge in einer Äußerung erkennbar. Der Begriff ist so heikel, da jede Äußerung über die Juden auf antisemitische Tendenzen geprüft werden kann. Antisemitismus fungiert also als ein dynamischer Begriff, der wegen dieser Empfindlichkeit kritisch behandelt werden muss. Der Philosoph Eugen Dühring behauptet in seinem im Jahr 1881 publizierten Buch sogar, dass der Antisemitismus ein Fehlbegriff ist, denn die Juden sind ein bestimmter Volkstamm aus der semitischen Rasse und nicht diese ganze Rasse selbst. Daher tut er den Begriff als lächerlich ab.

Dass dieser eine irreführende Bezeichnung ist, kann sich aber nicht durchsetzen, weil Einigung darüber besteht, dass mit dem Begriff des Antisemitismus anti-jüdische Äußerungen gemeint sind. Der Begriff hat sich heutzutage also in Bezug darauf etabliert. Er könnte nur irreführend für diejenigen aus dem 18. Jahrhundert gewesen sein, die den Begriff Semit eher als eine Sprachfamilie wahrgenommen hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Biographie von Martin Walser: Lebenslauf des Autors unter besonderer Berücksichtigung seiner NS-Vergangenheit und seiner späteren politischen Orientierung.

2. Einleitung: Einführung in die Komplexität des Themas Auschwitz-Verbrechen und Begründung der Relevanz einer kritischen Untersuchung von Walsers Haltung.

3. Antisemitismus: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Antisemitismus und Analyse der verschiedenen, teils umstrittenen Definitionen.

3.1 Die Walser-Bubis-Debatte: Darstellung des Konflikts zwischen Martin Walser und Ignatz Bubis nach der Friedenspreisrede 1998.

4. Kritik an Walsers‘ Sinneswandel: Diskussion über die Verschiebung der politischen Positionen des Autors im Kontext seiner literarischen und essayistischen Arbeit.

4.1 Platons‘ Auffassung über die Kunst: Anwendung der platonischen Ästhetik zur Bewertung der Rolle des Künstlers in politischen Debatten.

5. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung Walsers als Abkehr von einer einseitigen Deutung hin zu einer komplexen Selbstentwicklung.

Schlüsselwörter

Martin Walser, Antisemitismus, Auschwitz, Friedenspreisrede, Ignatz Bubis, Sinneswandel, deutsche Schuld, Kunsttheorie, Platon, Nationalsozialismus, politische Literatur, Erinnerungskultur, intellektuelle Debatte, Gesellschaftskritik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung Martin Walsers und hinterfragt den Vorwurf eines Sinneswandels sowie den Umgang mit dem Thema Antisemitismus in seinen Werken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des Autors, der Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Vergangenheit, der Walser-Bubis-Debatte und der theoretischen Einordnung von Kunst im politischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den vermeintlich konservativen Wandel Walsers kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob dieser mit antisemitischen Tendenzen in Verbindung steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, indem sie Walsers Reden, Essays und Romane unter Einbeziehung von Fachliteratur und zeitgenössischer Kritik untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Antisemitismus, stellt die Kontroverse um die Friedenspreisrede 1998 dar und beleuchtet die Rolle des Künstlers mithilfe platonischer Philosophie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Antisemitismus, Walser-Bubis-Debatte, Auschwitz-Verbrechen, politische Identität und der Sinneswandel des Autors.

Wie bewertet der Autor Walsers "Sinneswandel"?

Der Autor argumentiert eher für eine allmähliche Selbstentwicklung und -entdeckung des Schriftstellers statt für einen abrupten Bruch mit seinem früheren linken Engagement.

Warum spielt Platon eine Rolle in der Analyse?

Platons Theorie dient als philosophischer Rahmen, um die Frage zu beantworten, ob und wie Künstler sich in politische Debatten einmischen sollten und welche Gefahr die "nachahmende Kunst" dabei darstellen könnte.

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Details

Title
Der Sinneswandel von Martin Walser
Subtitle
Eine kritische Analyse
College
Bielefeld University  (Deutsch als Fremdsprache und Germanistik)
Course
Germanistische Literaturwissenschaft I:
Grade
1.0
Author
Ibukunolu Ajagunna (Author)
Publication Year
2010
Pages
12
Catalog Number
V171043
ISBN (Book)
9783640902101
ISBN (eBook)
9783640902323
Language
German
Tags
Eine kritische Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ibukunolu Ajagunna (Author), 2010, Der Sinneswandel von Martin Walser, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171043
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