Jugendarbeitslosigkeit und die defizitäre Ausbildungssituation haben sich in den letzten Jahren zu einem akuten gesellschaftlichen Problem entwickelt und bestimmen die politischen und wissenschaftlichen Debatten. Der Wertewandel und die ökonomischen Veränderungen der letzten Jahre verschärfen die Problematik, indem sie Spannungen zwischen den neuen Qualifikations- und Arbeitsanforderungen und dem alten Ausbildungssystem schürt. Der Übergang (Schwellen) von Schule in eine Ausbildung und anschließend in eine feste Anstellung gestaltet sich zunehmend schwieriger und verändert so die individuellen Lebensverläufe.
Aus diesem Kontext der „Schwellenproblematik“ heraus stellt diese Arbeit eine Situationsanalyse dar und beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss Geschlecht, Herkunft (Region, Nation) und Bildungsabschlüsse auf den Weg in den Beruf bzw. für die Suche nach einer Lehrstelle haben. Dementsprechend erfolgen eine Gegenüberstellung von Jungen und Mädchen und ein Vergleich von deutschen und ausländischen Jugendlichen.
Desweiteren soll analysiert werden, welche Bedeutung der Bildungsgrad bzw. die Bildungsabschlüsse für die Erfolgschancen und Zukunftsaussichten der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Somit liegt der Fokus der Arbeit auf der Entwicklung der Lehrstellensituation und ihrer Einflussfaktoren, als auch der Darstellung der Nachfrage-Angebots-Problematik.
Abschließen sollen staatliche und gesellschaftliche Hilfen hinsichtlich der Lehrstellenproblematik und Jugendarbeitslosigkeit vorgestellt werden
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Ausgangssituation
3. Bildungsverhalten
4. Ausbildungsplätze und Geschlechtszugehörigkeit
5. Herkunft
6. Fazit und Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die prekäre Ausbildungssituation Jugendlicher unter besonderer Berücksichtigung der Einflussfaktoren Bildungsabschluss, Geschlecht und Herkunft, um die Mechanismen des Ausschlusses vom Arbeitsmarkt sowie mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Analyse der Schwellenproblematik beim Übergang von der Schule in den Beruf
- Einfluss von Bildungsabschlüssen auf die Ausbildungs- und Erwerbschancen
- Vergleich der Ausbildungssituation zwischen den Geschlechtern
- Regionale Disparitäten zwischen Ost- und Westdeutschland
- Die Rolle der Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund
- Staatliche Förderprogramme und Reformansätze
Auszug aus dem Buch
2) Ausgangssituation
Jeden Sommer bzw. zu jedem Schuljahresende stellt sich die Frage, ob den Schulabgängern genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen und ob das Lehrstellenangebot die Nachfrage der Jugendlichen decken kann. Die Wünsche nach dem Traumberuf werden sogar hinten angestellt und weichen dem Wunsch und Zwang irgendeinen Ausbildungsplatz zu erhalten und eine feste Anstellung zu finden. Viele Jugendliche erhoffen sich einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz, um nicht in der Arbeitslosigkeit und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Abseits zu enden; denn Arbeit bedeutet gesellschaftlich Integration und Teilhabe. Die Angst vor dem Ausschluss scheint durchaus begründet, denn die Arbeitslosigkeit erreicht auch die Jugend und die Berufsanfänger.
In den letzten Jahren zeigte sich bezüglich der Ausbildungsverträge eine Angebots-Nachfrage-Problematik. Anhand der Tabelle wird deutlich, dass seit Mitte der 90’er Jahre ein Lehrstellenmangel herrscht. Die Zahl der unbesetzten Plätze fällt jährlich, doch die Anzahl der unversorgten Bewerber/-innen steigt. Einzig das Jahr 2000 bildet eine Ausnahme, doch verschlechtert sich die Relation zwischen Angebot und Nachfrage mit Beginn des neuen Jahrtausends zunehmend. Über mehrere Jahre hinweg ist die Ausbildungskapazität defizitär. Das Missverhältnis hebt sich erst 2008 auf und kann den Bedarf der Jugend Deutschlands nach Ausbildungsplätzen decken. Nach Bundesgebieten unterteilt lässt sich diese Entwicklung gleichermaßen für die Alten Bundesländern festhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Schwellenproblematik ein und erläutert das Ziel der Arbeit, den Einfluss von Geschlecht, Herkunft und Bildung auf den Berufseinstieg zu analysieren.
2. Ausgangssituation: Es wird der Lehrstellenmangel seit Mitte der 90er Jahre anhand statistischer Daten aufgezeigt und die Bedeutung von Arbeit als gesellschaftlicher Integrationsfaktor betont.
3. Bildungsverhalten: Dieses Kapitel beleuchtet die starke Kopplung von Ausbildungs- und Erwerbschancen an schulische Abschlüsse und die damit verbundene Selektivität des Bildungssystems.
4. Ausbildungsplätze und Geschlechtszugehörigkeit: Die Analyse zeigt die Umkehrung der Benachteiligung, bei der Jungen mit niedrigen Schulabschlüssen zunehmend zur Hauptverlierergruppe auf dem Ausbildungsmarkt werden.
5. Herkunft: Hier werden die regionalen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sowie die erschwerten Bedingungen für Jugendliche mit Migrationshintergrund dargelegt.
6. Fazit und Perspektiven: Das Fazit fasst die Dringlichkeit gezielter staatlicher Maßnahmen zusammen und stellt Programme wie "Jobstarter" oder den Ausbildungsbonus vor.
Schlüsselwörter
Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildungssituation, duales Ausbildungssystem, Schwellenproblematik, Bildungsverhalten, Schulabschluss, Hauptschulabschluss, Geschlechterunterschiede, Migrationshintergrund, Arbeitsmarkt, Bildungsexpansion, Ausbildungsplätze, berufliche Integration, Qualifizierungsanforderungen, Berufsschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der problematischen Lage von Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung und das Berufsleben, insbesondere in einem von Lehrstellenmangel geprägten Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Bildungsgrades, der Geschlechtszugehörigkeit sowie der regionalen und nationalen Herkunft auf die Erfolgschancen der Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Übergang in den Beruf erschweren, und die Notwendigkeit sowie Ansätze für staatliche Unterstützungsmaßnahmen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Situationsanalyse, die auf der Auswertung statistischer Daten des Bundesbildungsberichts (BBB) und der Einbeziehung aktueller bildungswissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Bildungsverhalten, die Disparitäten zwischen den Geschlechtern bei der Lehrstellensuche, regionale Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sowie die spezifischen Benachteiligungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Jugendarbeitslosigkeit, duales Ausbildungssystem, Schwellenproblematik, Bildungsabschluss und berufliche Integration.
Warum schneiden Jungen in der Untersuchung schlechter ab als Mädchen?
Die Untersuchung zeigt, dass Jungen häufiger niedrigere Schulabschlüsse erlangen, was sie in einem wettbewerbsorientierten Ausbildungsmarkt, der zunehmend höhere Qualifikationen fordert, benachteiligt.
Welche Rolle spielt die regionale Herkunft für die Ausbildungschancen?
Es wird deutlich, dass ostdeutsche Jugendliche aufgrund der wirtschaftlich schwächeren Lage in den neuen Bundesländern konstant schlechtere Aussichten auf Ausbildungsplätze haben als ihre Altersgenossen im Westen.
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- Marlen Berg (Author), 2011, Jugendliche ohne Ausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170823