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Political Correctness - Ein Ideal im Spannungsfeld von begrifflichem Denotat und Sprachgebrauchswert

Title: Political Correctness - Ein Ideal im Spannungsfeld von begrifflichem Denotat und Sprachgebrauchswert

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Aissen (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

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Summary Excerpt Details

Einleitung

Jemand, der sich die Ideale der Political Correctness auf die Fahne schreibt, ist ein unerträglicher Gutmensch. Er (bzw. Sie) hat einen peinlich sensiblen Sprachgebrauch und leidet persönlich und stellvertretend, sollte sich ein intoleranter Flegel erdreisten, das Wort Negerkuss in den Mund zu nehmen. Dass diese Süßigkeit als Schoko-, oder Schaumkuss zu deklarieren ist, erscheint ihm ebenso selbstverständlich, wie die Einsicht, dass ein Behinderter anders begabt, und ein dicker Mensch nicht dick, sondern horizontal herausgefordert ist.
So viel zum gängigen Klischee. Wie kommt es, dass fast jeder eine negative Meinung zum Thema Political Correctness, oder kurz PC, hat, mit der er nicht hinterm Berg halten will? Inwiefern ist diese Kritik berechtigt, inwiefern polemisch?
Die vorliegende Hausarbeit unternimmt nicht den Versuch, eine möglichst umfassende Darstellung von negativ besetzten Ausdrücken und deren Substituierungen – also Sinti und Roma statt Zigeuner – zu erbringen. Vielmehr geht es darum, aufzuzeigen, wie weit entfernt das Denotat von PC und deren aktueller Sprachgebrauchswert mittlerweile sind, oder vielleicht schon immer waren. Daher wird zunächst auf die terminologische Entstehung in den USA und ihre deutsche Begriffsadaption eingegangen. Ferner wird beleuchtet, welches die übergeordneten sprachkritischen Ziele der PC-Anhänger sind. Wie und warum werden die mit PC assoziierten Ideale von (politischen) Gegnern diffamiert und welche Angriffsfläche bietet dabei der Terminus Political Correctness?
Einen ähnlichen sprachkritischen Ansatz wie PC verfolgt die Aktion Unwort des Jahres, deren Programmatik kurz angeschnitten wird.
Die Arbeitsgrundlage lieferte hauptsächlich Sabine Wierlemanns „Political Correctness in den USA und Deutschland“. Interessant vor allem für grundsätzliche Gedanken zur Wirkungsmacht von Sprache war Caroline Mayers „Öffentlicher Sprachgebrauch und Political Correctness. Eine Analyse sprachreflexiver Argumente im politischen Wortstreit.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Political Correctness –

Ein Ideal im Spannungsfeld von begrifflichem Denotat und Sprachgebrauchswert

2.1 Begrifflicher Ursprung

2.2 Deutsche Begriffsadaption

3.1 Denotat

3.2 Unglückliche Terminologie vs. Ziele der politisch korrekten Sprachkritik

3.3 Diffamierungsstrategien

3.4 Wirkungsmacht von Sprache

3.5 Ein Recht auf Beleidigungen?

3.6 Lösungsvorschlag für die Namenswahl

3.7 Konkrete Umsetzungen der politisch korrekten Sprachkritik und deren Eigendynamik

4. Unwort des Jahres

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem ursprünglichen Denotat des Begriffs "Political Correctness" (PC) und dessen aktuellem Sprachgebrauchswert, der zunehmend von Polemik und negativen Konnotationen geprägt ist.

  • Ursprung und Entwicklung der Political Correctness in den USA und Deutschland
  • Die Rolle von Sprache als Machtmittel und Determinante des Denkens
  • Analyse der Diffamierungsstrategien gegen das Ideal der sprachlichen Sensibilisierung
  • Vergleich mit der Aktion "Unwort des Jahres" als Instrument der Sprachkritik

Auszug aus dem Buch

3.4 Wirkungsmacht von Sprache

Der Vorwurf der Manipulation durch Begriffsbesetzung gründet sich auf der Annahme, dass Sprache „(...) als das entscheidende Medium für die Erfahrung und Weitergabe unserer Kultur (...)“ das Denken dahingehend determiniert, dass nur gedacht werden kann wofür es auch Begrifflichkeiten gibt. Die Vorstellung, Sprache als Machtmittel einsetzen zu können, ist nicht neu. Bereits George Orwell formuliert in seinem Roman 1984 das manipulative Potential von Sprache, indem er die Kunstsprache „Neusprech“ als Unterdrückungswerkzeug darstellt.

„Begreifst du denn nicht, daß Neusprech nur ein Ziel hat, nämlich den Gedankenspielraum einzuengen. Zu guter Letzt werden wir Gedankendelikte buchstäblich unmöglich machen, weil es keine Wörter mehr geben wird, um sie auszudrücken.“

Vorbild für Orwells düstere Zukunftsvision war sicher nicht zuletzt der totalitäre Sprachgebrauch im nationalsozialistischen Deutschland. Auch der Umkehrschluss erscheint denkbar. So könnten bestimmte Neologismen, wie der von Gregor Gysi kritisierte „Asylmissbrauch“, bestimmte, real nicht existente Tatbestände erst erfinden. Sowohl die Forderung einiger politisch korrekter Sprachkritiker, bestimmte Stigmawörter zu verbannen und dadurch auch irgendwann das Denken dahingehend zu lenken, dass es künftig keine Ausgrenzung mehr geben wird, als auch der Vorwurf der Begriffsbesetzung gehen von der Vorstellung dieser sprachlichen Wirkungsmacht aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Begriff "Political Correctness" heute oft als Schimpfwort verwendet wird und mit negativen Klischees behaftet ist, statt seine ursprünglichen Ideale zu repräsentieren.

2.1 Begrifflicher Ursprung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Begriffs in den USA als adjektivische In-Group-Vokabel und dessen Wandlung von einem positiven Ideal hin zu einem diffamierenden Stigmawort.

2.2 Deutsche Begriffsadaption: Hier wird der Transfer des Begriffs in den deutschen Sprachraum sowie die teilweise emotional aufgeladene und unsachliche Rezeption in der deutschen Debatte beschrieben.

3.1 Denotat: Dieses Kapitel beleuchtet die semantische Vagheit des Begriffs "Political Correctness" und zeigt, dass selbst Wörterbücher Schwierigkeiten haben, ein präzises, allgemein akzeptiertes Denotat zu fassen.

3.2 Unglückliche Terminologie vs. Ziele der politisch korrekten Sprachkritik: Es wird analysiert, wie die unglückliche Wortwahl des Begriffs selbst eine Angriffsfläche bietet, obwohl die dahinterstehenden sprachkritischen Ziele auf ein respektvolleres Miteinander abzielen.

3.3 Diffamierungsstrategien: In diesem Teil wird die Theorie der Begriffsbesetzung durch konservative Kreise diskutiert, die darauf abzielt, linke Ideale durch eine negative semantische Aufladung zu diskreditieren.

3.4 Wirkungsmacht von Sprache: Hier wird die theoretische Grundlage diskutiert, inwiefern Sprache unser Denken determiniert und als Instrument für Manipulation oder Unterdrückung dienen kann.

3.5 Ein Recht auf Beleidigungen?: Dieses Kapitel untersucht, warum Kritiker der PC so energisch gegen die Ächtung beleidigender Begriffe kämpfen und wie dies als Trotzreaktion gegen eine gefühlte Gesinnungsdiktatur gedeutet werden kann.

3.6 Lösungsvorschlag für die Namenswahl: Es wird erörtert, warum der Begriff "Political Correctness" kaum mehr zu retten ist, und der Vorschlag diskutiert, ihn durch wertneutralere Begriffe wie "criticism" zu ersetzen.

3.7 Konkrete Umsetzungen der politisch korrekten Sprachkritik und deren Eigendynamik: Dieses Kapitel zeigt Beispiele für sprachliche Veränderungen auf und erläutert, wie sich durch Umwertung von Fremd- zu Eigenbezeichnungen eine eigene Dynamik entwickeln kann.

4. Unwort des Jahres: Diese Instanz wird als ergänzendes sprachkritisches Korrektiv vorgestellt, das besonders unethische Sprachverwendung im öffentlichen Diskurs anprangert.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ursprüngliche Intention von PC durch eine massive negative Umdeutung überlagert wurde, was eine sachliche Debatte über Sprachsensibilität extrem erschwert.

Schlüsselwörter

Political Correctness, Sprachkritik, Diskriminierung, Begriffsbesetzung, Stigmawort, Wirkungsmacht, Sprachgebrauch, Euphemismen, Unwort des Jahres, Ideologie, semantische Vagheit, Politischer Wortstreit, Identität, Sprachsensibilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem ursprünglichen Ziel der Political Correctness – einem respektvolleren Umgang durch sensiblere Sprache – und der heutigen Verwendung des Begriffs als Stigmawort in politischen Auseinandersetzungen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte des Begriffs, die Wirkungsmacht von Sprache auf das Denken, die Strategien der Diffamierung durch politische Gegner sowie die Rolle der sprachlichen Sensibilisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie weit sich das aktuelle öffentliche Verständnis des Begriffs PC von seinem ursprünglichen Denotat entfernt hat und welche Mechanismen dazu geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine sprachwissenschaftliche Analyse der Begriffsgeschichte und -rezeption, basierend auf Literaturquellen wie Wierlemann, Mayer und verschiedenen Sprachkritik-Diskursen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Herleitung, eine Analyse der Diffamierungs- und Manipulationsstrategien, eine theoretische Einordnung zur Wirkungsmacht von Sprache sowie eine Diskussion um konkrete Anwendungsbeispiele der PC-Sprachkritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Political Correctness, Sprachkritik, Stigmawort, Begriffsbesetzung, Wirkungsmacht der Sprache und politischer Wortstreit sind die prägenden Begriffe.

Warum wird im Dokument das "Recht auf Beleidigungen" so kritisch hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt dies, weil der Vorwurf der Einschränkung der Meinungsfreiheit oft als Vorwand dient, um unreflektiert an diskriminierenden Sprachgewohnheiten festzuhalten.

Welche Rolle spielt das "Unwort des Jahres" im Kontext der Argumentation?

Es dient als Beispiel für eine andere, institutionelle Form der Sprachkritik, die versucht, unethische oder die Menschenwürde verletzende Formulierungen im öffentlichen Diskurs zu markieren.

Ist der Begriff "Political Correctness" aus Sicht der Arbeit noch zu retten?

Die Arbeit äußert sich hier skeptisch und stellt dar, dass der Begriff aufgrund seiner massiven negativen semantischen Aufladung und der damit verbundenen Angriffsfläche kaum noch positiv besetzt werden kann.

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Details

Title
Political Correctness - Ein Ideal im Spannungsfeld von begrifflichem Denotat und Sprachgebrauchswert
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistisches Seminar)
Course
Moderne Wortbildung des Deutschen
Grade
1,7
Author
Philipp Aissen (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V170622
ISBN (eBook)
9783640895465
ISBN (Book)
9783640896011
Language
German
Tags
political correctness ideal spannungsfeld denotat sprachgebrauchswert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Aissen (Author), 2010, Political Correctness - Ein Ideal im Spannungsfeld von begrifflichem Denotat und Sprachgebrauchswert, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170622
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