„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Laozi
1. Einleitung
Das Thema „Selbstgesteuertes Lernen“ genießt in der gegenwärtigen Diskussion um Erwachsenenbildung großes Ansehen. Weiterbildung darf sich nicht mehr nur auf die pure Vermittlung von Wissensbeständen beschränken. Vielmehr sollen den Lernenden Kompetenzen vermittelt werden, die sie zu selbstgesteuerten Lernen befähigen.
Die Zielsetzung dieser Hausarbeit besteht darin aufzuzeigen welche Anforderungen selbstgesteuertes Lernen an alle am Prozess Beteiligten stellt. Zunächst wird dabei die gesellschaftliche Relevanz für lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen dargestellt. Anschließend werde ich versuchen zu klären was überhaupt unter dem Begriff des selbstgesteuerten Lernens zu verstehen ist. Im Hauptteil der Arbeit werde ich die Voraussetzungen für selbstgesteuertes Lernen aus Sicht der Lernenden, Lehrenden und schließlich der Institutionen genauer beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung
3. Definition Selbstgesteuertes Lernen
4. Anforderungen an den Lernenden
4.1 Kognition
4.1.1 Wiederholungs-/ Einprägungsstrategien
4.1.2 Elaborationsstrategien
4.1.3 Organisationsstrategien
4.2 Motivation
4.3 Ressourcennutzung
4.4 Soziale Interaktion
5. Anforderungen an die Lehrenden
6. Anforderungen an Institutionen
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, welche spezifischen Anforderungen das Konzept des selbstgesteuerten Lernens an Lernende, Lehrende und Bildungsinstitutionen stellt. Dabei wird die gesellschaftliche Notwendigkeit lebenslangen Lernens analysiert und geklärt, wie die verschiedenen Akteure den Prozess des selbstgesteuerten Lernens unterstützen oder bewältigen können.
- Gesellschaftliche Relevanz und Wandel in der Erwachsenenbildung
- Kompetenzanforderungen an Lernende (Kognition, Motivation, Interaktion)
- Die veränderte Rolle von Lehrenden als Berater und Diagnostiker
- Organisatorische und infrastrukturelle Anforderungen an Institutionen
Auszug aus dem Buch
4.1 Kognition
Die beim Lernen aufgenommenen Informationen müssen anschließend in individuellen Verarbeitungsprozessen in Wissen umgewandelt werden. Dazu kann der Lerner sich einigen nützlichen Strategien, die sich auf die Informationsverarbeitung und die Reproduktion von Gedächtnisinhalten beziehen, bedienen (vgl. Friedrich 1999, S. 5). Dabei werden drei Varianten unterschieden:
4.1.1 Wiederholungs-/ Einprägungsstrategien
Die Wiederholung dient dazu das Gelernte im Gedächtnis aktiv zu halten und so die Voraussetzung dafür zu schaffen die Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Das Abschreiben von Texten oder das wiederholte Aufsagen der Informationen sind Beispiele für solche Wiederholungsstrategien.
4.1.2 Elaborationsstrategien
Durch Elaboration soll bereits vorhandenes Wissen mit den neuen Informationen verknüpft werden. Ziel ist es nicht sinnlos immer mehr Wissen anzuhäufen, sondern stattdessen ein umfangreiches Wissensnetzwerk zu erstellen (vgl. Konrad 2008, S. 64). Inhaltliches Vorwissen stellt dabei wichtige Anknüpfungspunkte dar (vgl. Mandl; Friedrich 1997, S. 247). Der Lerner bildet bei dieser Technik anschauliche Assoziationen, die das langfristige Speichern erleichtern. Typische Beispiele sind das Bilden von Eselsbrücken oder das Überlegen von Beispielen.
4.1.3 Organisationsstrategien
Ordnungsstrategien helfen dem Lernenden dabei die Fülle von neuen Informationen in eine leichter zu verarbeitende Form zu transferieren und sie in einer größeren Sinneinheit zusammenzufassen. Beispiele sind das Erstellen von Mindmaps oder Zusammenfassungen von Texten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Relevanz des selbstgesteuerten Lernens in der modernen Erwachsenenbildung und definiert die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung, die das lernende Subjekt in den Mittelpunkt rückt.
3. Definition Selbstgesteuertes Lernen: Es wird eine begriffliche Abgrenzung vorgenommen, wobei die Intention und die Eigenverantwortung des Lerners als zentrale Merkmale hervorgehoben werden.
4. Anforderungen an den Lernenden: Das Kapitel analysiert vier Kompetenzbereiche – Kognition, Motivation, Ressourcennutzung und soziale Interaktion –, die für einen erfolgreichen selbstgesteuerten Lernprozess essenziell sind.
5. Anforderungen an die Lehrenden: Hier wird der Rollenwandel des Lehrenden zum Diagnostiker, Lernberater und Unterstützer der Eigeninitiative beschrieben.
6. Anforderungen an Institutionen: Das Kapitel beschreibt, welche infrastrukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, wie z.B. Selbstlernzentren, für selbstgesteuertes Lernen notwendig sind.
7. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Betrachtung, die betont, dass selbstgesteuertes Lernen trotz des gesellschaftlichen Drucks zur persönlichen Entfaltung beitragen sollte.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Erwachsenenbildung, Lebenslanges Lernen, Lernstrategien, Motivation, Kognition, Lernberatung, Eigenverantwortung, Wissensmanagement, Weiterbildung, Kompetenzentwicklung, Institutionelle Anforderungen, Lernumgebungen, Elaborationsstrategien, Organisationsstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den Anforderungen, die an verschiedene Akteure gestellt werden, wenn Lernen selbstgesteuert erfolgt, und ordnet dieses Konzept in den Kontext der modernen Erwachsenenbildung ein.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Kompetenzen des Lernenden, die veränderte Beratungsrolle der Lehrenden sowie die notwendige infrastrukturelle Anpassung der Bildungsinstitutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit selbstgesteuertes Lernen erfolgreich stattfinden kann und welche Unterstützung die Beteiligten benötigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung bestehender Literatur und wissenschaftlicher Diskurse zum Thema selbstgesteuertes Lernen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Anforderungen an den Lernenden (unterteilt in kognitive, motivatorische und soziale Aspekte), an die Lehrenden sowie an die Institutionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem selbstgesteuertes Lernen, Lernberatung, Eigenverantwortung, lebenslanges Lernen und Kompetenzentwicklung.
Warum ist die Motivation beim selbstgesteuerten Lernen so entscheidend?
Da der Lerner keine äußeren Vorgaben erhält, ist die Aufrechterhaltung der Motivation notwendig, um den Prozess bei auftretenden Schwierigkeiten nicht vorzeitig abzubrechen.
Welche Rolle spielt die moderne Technik im Lernprozess?
Computertechnologien und das Internet bieten Flexibilität bei Zeit und Ort, erfordern jedoch vom Lernenden die Fähigkeit, hilfreiche von unnötigen Informationen zu filtern.
Warum müssen Lehrende heute auch diagnostische Kompetenzen besitzen?
Lehrende müssen die individuellen Voraussetzungen der Lernenden prüfen und deren Lernprobleme frühzeitig erkennen, um gezielte Hilfestellung geben zu können.
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- Victoria Bock (Author), 2010, Anforderungen selbstgesteuerten Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170129