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Popliteratur - Der konservierte Alltag bei Nick Hornby, Bret Easton Ellis, Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre

Title: Popliteratur - Der konservierte Alltag bei Nick Hornby, Bret Easton Ellis, Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre

Examination Thesis , 2010 , 74 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniela Wolters (Author)

Literature - Modern Literature

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Summary Excerpt Details

„Ich hab keine Ahnung, was das sein soll: Popliteratur.“1 Dieses Zitat stammt aus einem Interview mit Christian Kracht und ebenso wie ihm dürfte es auch vielen anderen gehen,
denen sich mit dem Begriff der Popliteratur keine genaue Vorstellung des Gegenstandes erschließt. Der Begriff der Popliteratur wird häufig von den Feuilletons genutzt, wenn es
um neu erschienene Gegenwartsliteratur geht, die anhand von selbsterstellten Maßstäben diskutiert werden soll. Doch diese Maßstäbe sind keine stabilen, die sich inhaltlich oder
formal festlegen ließen. Diedrich Diederichsen befürchtet gar, dass Pop zu einem „zeitdiagnostischen Dummy-Term“ 2 verkommt. Autoren, wie Christian Kracht, und ihre Texte lassen sich demnach auch nicht ohne Weiteres der Popliteratur zuordnen und werden erst durch die Feuilletons zum Pop erklärt.
So erscheint es auch Eckhard Schumacher, als ob die Popliteratur erst durch den Diskurs und den Kommentar entstehe, also die Popliteratur mehr als Thema, denn als Genre
gesehen wird. Die Popliteratur soll einer dezidierteren Kategorisierung für die allgemeine Literaturlandschaft dienen. Fiedler forderte bereits 1968 „Cross the borders, close the gaps!“3, einen Bogen zu schlagen zwischen der Hohen Literatur und der Trivialliteratur. Vielleicht sind jedoch die einzigen Qualitäten der Popliteratur der Kommerz, der Mainstream und die Oberflächlichkeit, die nur in der Spaßgesellschaft Anklang finden und somit indiskutabel für den anspruchsvollen Leser bleiben. Doch auch die Oberflächlichkeit kann hier eine Aufgabe in der Literatur übernehmen, die es gilt ausfindig zu machen. Doch auch wenn die Definition von Popliteratur schwierig bleibt, hält sich der Begriff bis heute und ist immer noch Gegenstand von kritischen Auseinandersetzungen. Die Diskussion darum ist jedoch keinesfalls neu, denn auch Ende der sechziger Jahre löste diese bereits divergierende Lesarten und Kritik aus. Inwieweit die Popliteratur der Sechziger mit der der Neunziger überhaupt korreliert, wird ebenfalls zu klären sein. Ist die Popliteratur der neunziger Jahre überhaupt noch kritisch oder überdeckt hier die Affirmation jegliche Kritik? Und welche Rolle spielt die veränderte mediale und konsumorientierte Gesellschaft des modernen Informationszeitalters in der Popliteratur? Der Verdienst der Popliteratur könnte darin liegen, dass sie ganz verschiedene Texte unter sich vereinen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Eine kurze Geschichte der Popliteratur

1.2 Begriffsdefinition

1.3 Pop-Verfahren

1.4 Popliteratur der 60er - Pop I und Pop II

1.5 Die Neue Deutsche Popliteratur

1.5.1 Soziale Voraussetzungen für die Popliteratur

1.5.2 Massenkultur und Mainstream

2 Vier (un)gleiche Popromane

2.1 High Fidelity

2.2 Soloalbum

2.3 American Psycho

2.4 Faserland

2.5 Die Popromane im Vergleich

2.5.1 Archivieren als Methode

2.5.2 Das Produkt Popliterat

2.5.3 Neo-Dandyismus

2.5.4 Das Abjekte

2.5.5 Close the gap...?

3 Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Charakteristika und Entwicklungen der Popliteratur, insbesondere den Wandel von der stark subversiv geprägten Popliteratur der 1960er Jahre hin zur ironisch-affirmativen Neuen Deutschen Popliteratur der 1990er Jahre. Anhand der Analyse von vier ausgewählten Romanen – "High Fidelity", "Soloalbum", "American Psycho" und "Faserland" – werden die Rolle von Autorenimages, das Archivieren als literarisches Verfahren und die Auseinandersetzung mit Massenkultur und Lifestyle-Phänomenen beleuchtet.

  • Vergleichende Analyse angloamerikanischer Vorbilder und deutscher Vertreter der Popliteratur.
  • Untersuchung des "Pop-Verfahrens" (z.B. Archivieren, Katalogisierung, Markenverweise).
  • Analyse der veränderten Autorenpersönlichkeit und des Dandytums im 20. Jahrhundert.
  • Diskussion des Verhältnisses zwischen Hochliteratur, Massenkultur und Mainstream.
  • Reflexion über die kritische Distanz bzw. Affirmation in der zeitgenössischen Literatur.

Auszug aus dem Buch

2.3 American Psycho

In Deutschland findet das Werk von Bret Easton Ellis, American Psycho, 1995 – dank seiner bestialischen Gewaltdarstellungen und Pornografie – sehr schnell seinen Weg auf den Index und darf demnach nur an Erwachsene ab 18 Jahren verkauft werden. Sechs Jahre lang hält man an der Indizierung fest, bis es 2001 nach einer Klage des KiWi-Verlages wieder frei erhältlich ist. In dem Roman wird eine Gesellschaft skizziert, wie sie trivialer und kommerzieller nicht sein könnte und in der es nur um Äußerlichkeiten und den eigenen Profit geht. Die Handlung von American Psycho ist schnell erzählt, da sie sich nicht durch Höhepunkte auszeichnet, sondern nur den Rahmen für die Alltagsdarstellungen des Protagonisten Patrick Bateman bildet. Dieser ist Mitglied einer High Society in den USA, die an der New Yorker Wall Street ihr Geld verdienen. Wieder hat der Leser es hier mit einem Ich-Erzähler zu tun, der nur seine sehr subjektive Welt schildert. Sein Alltag besteht darin, sich um sein Äußeres zu kümmern, Essen zu gehen, Drogen zu konsumieren und sich mit Markenartikeln einzudecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Begriff der Popliteratur ein, erläutert die historische Entwicklung von den 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre und stellt die Relevanz von Medien- und Konsumkultur für das Genre dar.

2 Vier (un)gleiche Popromane: Dieses Kapitel analysiert vier zentrale Romane, vergleicht ihre Erzählstrukturen und Motive wie den Markenfetischismus und das "Archivieren" als literarische Methode.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Rolle der Popliteratur als Spiegelbild einer Erlebnisgesellschaft sowie die zukünftige Entwicklung der untersuchten Autoren.

Schlüsselwörter

Popliteratur, Neue Deutsche Popliteratur, Konsumkultur, Massenkultur, Archivieren, Dandyismus, Identitätssuche, Mainstream, Subkultur, Postmoderne, Lifestyle, Medienkritik, Ironie, American Psycho, Faserland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, den Methoden und den Themen der Popliteratur, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen angloamerikanischen Vorbildern und der Neuen Deutschen Popliteratur liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur Massenkultur, das "Archivieren" von Marken und Popkultur-Referenzen als literarischer Stil, das Image des Popliteraten als Star sowie die Rolle von Ironie und Identitätskrisen in den untersuchten Romanen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung von Lebenswelten innerhalb der Popliteratur aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit diese Texte trotz ihrer scheinbaren Oberflächlichkeit gesellschaftliche Zustände reflektieren oder kritisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden literaturwissenschaftlichen Ansatz, bei dem vier Romane systematisch analysiert und auf ihre Motive, Erzählweisen und Verbindungen zur Popkultur geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Romane "High Fidelity", "Soloalbum", "American Psycho" und "Faserland" sowie einen übergreifenden Vergleich, der Themen wie das Archivieren, Neo-Dandyismus und das "Abjekte" in den Mittelpunkt stellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Popliteratur, Konsumkultur, Archivieren, Dandyismus, Identitätssuche und Mainstream charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Ironie in den Romanen von Kracht und Stuckrad-Barre?

Die Ironie dient den Protagonisten als Schutzschild und Mittel zur Distanzierung. Sie ermöglicht es ihnen, sich innerhalb einer als sinnlos empfundenen Konsumgesellschaft zu bewegen, ohne sich vollständig in ihr aufzugeben oder eine eindeutige, verwundbare Haltung beziehen zu müssen.

Warum wird das "Archivieren" als zentrales Pop-Verfahren bezeichnet?

Das Archivieren bezieht sich auf die detaillierte Auflistung von Marken, Musik und Lebensstil-Referenzen. Dies dient den Autoren als Methode, um die moderne Welt in ihrer Oberfläche abzubilden und eine spezifische "kulturelle Enzyklopädie" für den Rezipienten zu konstruieren.

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Details

Title
Popliteratur - Der konservierte Alltag bei Nick Hornby, Bret Easton Ellis, Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre
College
Technical University of Berlin
Grade
1,7
Author
Daniela Wolters (Author)
Publication Year
2010
Pages
74
Catalog Number
V170117
ISBN (eBook)
9783640887699
ISBN (Book)
9783640887996
Language
German
Tags
Bret Easton Ellis Nick Hornby Benjamin von Stuckrad-Barre Christian Kracht Dandyismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Wolters (Author), 2010, Popliteratur - Der konservierte Alltag bei Nick Hornby, Bret Easton Ellis, Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170117
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