Nicht erst seit Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ wird in der deutschen Politik und nicht weniger intensiv in der deutschen Gesellschaft über die Migrationsthematik diskutiert. Immer wieder rückt die Frage in den Vordergrund, ob es sich im Falle Deutschlands um ein Einwanderungs- oder ein Auswanderungsland handelt. In Anbetracht der Tatsache, dass in Deutschland, wie auch in vielen anderen Industriestaaten, ein demographischer Wandel erfolgt, besteht in der Zuwanderung eine Möglichkeit, diesem und den daraus resultierenden Problemen entgegenzuwirken. Gerade der Gesichtspunkt, dass die Struktur der Bevölkerung durch Migrationsprozesse deutlich nachhaltiger beeinflusst wird als durch die natürliche Bevölkerungsbewegung, unterstreicht die Bedeutung der Zuwanderung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Migration
2.1 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung in dieser Arbeit
2.1.1 Migration
2.1.2 internationale Migration und deren Teilprozesse
2.1.3 Einwanderungsland
2.2 Typisierung sowie Motive der Migration
2.3 Abgrenzung in dieser Arbeit
3 Migrationsgeschehen in Deutschland
3.1 Allgemeine Übersicht der Außenwanderung von 1952 bis 2009
3.2 Dynamik der Zuwanderung –Wanderungsformen nach 1945
3.2.1 Flüchtlinge, zurückkehrende Kriegsgefangene und Vertriebene
3.2.2 DDR-Übersiedler und Gastarbeiter
3.2.3 Familiennachzug
3.2.4 Asylbewerber
3.2.5 (Spät-)Aussiedler
3.3 Folgen und Auswirkungen der Zuwanderung in Deutschland
3.3.1 Räumliche Konzentration
3.3.2 Veränderungen der demographischen Struktur
3.3.3 Ökonomische Folgen der Zuwanderung
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Dynamik der Zuwanderung nach Deutschland seit 1945 mit dem Ziel, die Entwicklung der verschiedenen Wanderungsformen sowie deren räumliche, demographische und ökonomische Auswirkungen zu analysieren, um abschließend die Frage zu klären, ob Deutschland als Einwanderungsland zu betrachten ist.
- Historische Entwicklung der Zuwanderung in Deutschland seit 1945
- Differenzierung der wesentlichen Wanderungsformen (Flüchtlinge, Gastarbeiter, Asylbewerber, Aussiedler)
- Analyse der räumlichen Konzentration und Verteilungsmuster
- Bewertung des demographischen Einflusses auf die Bevölkerungsstruktur
- Ökonomische Folgen der Zuwanderung für den Wirtschaftsstandort
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Flüchtlinge, zurückkehrende Kriegsgefangene und Vertriebene
Die erste Phase der Zuwanderung direkt nach Kriegsende ist geprägt von erheblichen Bevölkerungsbewegungen, die als Folge des Krieges angesehen werden können. Es dominierte die Zuwanderung von Vertriebenen, Flüchtlingen und ehemaligen Kriegsgefangenen. Ein Großteil der Wanderungsbewegungen lässt sich der „zwangsweisen Wanderung“ zuschreiben. Insgesamt waren es bis 1950 rund neun Millionen Menschen. Ihnen kam eine wichtige Bedeutung beim Wiederaufbau zu, da sie die kriegsbedingten Lücken in der deutschen Bevölkerung schlossen und einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung der kommenden Jahre leisteten. Parallel wanderten aber rund zehn Millionen Menschen, u.a. Fremd- und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und ehemalige KZ-Häftlinge, aus den westlichen Besatzungszonen in ihr Heimatland oder in ein anderes Land ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Migrationsthematik dar und definiert das Ziel, die Zuwanderungsdynamik in Deutschland seit 1945 sowie deren Folgen zu untersuchen.
2 Migration: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten, Typisierungen sowie Motive der räumlichen Mobilität für den Kontext der Arbeit definiert und eingegrenzt.
3 Migrationsgeschehen in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen der Außenwanderung, die spezifischen Wanderungsformen und die damit verbundenen räumlichen sowie demographischen Folgen für Deutschland.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Entwicklungen zusammen und reflektiert kritisch die Einordnung Deutschlands als Einwanderungsland im Lichte der vorangegangenen Analyse.
Schlüsselwörter
Migration, Zuwanderung, Deutschland, Einwanderungsland, Außenwanderung, Gastarbeiter, Asylbewerber, Aussiedler, demographischer Wandel, Wanderungsbilanz, Familiennachzug, räumliche Konzentration, Bevölkerungsstruktur, Arbeitsmigration, Wirtschaftsaufschwung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Zuwanderungsgeschehens in Deutschland nach 1945 und untersucht, wie sich die verschiedenen Zuwanderungswellen über die Jahrzehnte hinweg entwickelt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Phasen der Zuwanderung, die verschiedenen Wanderungsformen, wie Gastarbeiter oder Asylbewerber, sowie die Auswirkungen auf Raum, Demographie und Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Zuwanderung seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu betrachten, ihre Folgen zu beschreiben und die Frage zu klären, ob Deutschland tatsächlich ein „Einwanderungsland“ ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Auswertung von Daten, um die verschiedenen Wanderungsphasen und deren Auswirkungen systematisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht der Außenwanderung seit 1952, eine detaillierte Analyse der einzelnen Wanderungsformen sowie eine Diskussion der räumlichen, demographischen und ökonomischen Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Zuwanderung, Gastarbeiter, Asylrecht, Aussiedler, demographischer Wandel und Wirtschaftsstandort Deutschland.
Welche Rolle spielten die Gastarbeiter für die deutsche Wirtschaft?
Sie leisteten einen maßgeblichen Beitrag zum Wirtschaftsaufschwung, indem sie Arbeitskräftebedarf in der Industrie und im Bauwesen abdeckten und durch ihre niedrigeren Löhne den Standort Deutschland attraktiver machten.
Warum sank die Zahl der Asylbewerber nach 1993 drastisch?
Dies war die direkte Folge einer Grundgesetzänderung und einer damit einhergehenden Verschärfung der Aufnahmebestimmungen für Asylsuchende.
Was bedeutet der Begriff „Kettenwanderung“?
Er beschreibt einen sich selbst verstärkenden Prozess, bei dem bereits eingewanderte Personen Ehepartner, Kinder oder weitere Verwandte nachholen.
Wie hat sich die demographische Struktur durch Zuwanderung verändert?
Die Zuwanderung trug zum Bevölkerungswachstum bei und wirkte durch den Zuzug jüngerer Menschen einer Überalterung der deutschen Gesellschaft entgegen, wobei eine vollständige Lösung des demographischen Problems nicht möglich ist.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Marcel Demuth (Autor:in), 2010, „Deutschland als Einwanderungsland?“ – Dynamik der Zuwanderung in Deutschland und deren Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170076