Die Hausarbeit untersucht den sogenannten „Tochnit Dalet“ (Plan Dalet), der am 10. März 1948 vom Generalstab der Haganah verabschiedet wurde, im Kontext der Staatsgründung Israels. Im Zentrum steht die Frage, ob es sich bei diesem Plan um eine militärische Selbstschutzmaßnahme angesichts des britischen Mandatsendes und drohender arabischer Interventionen handelte, oder um einen strategischen Besatzungs- bzw. Vertreibungsplan mit dem Ziel einer ethnischen Neuordnung Palästinas.
Auf Grundlage einer Quellenanalyse des Plans sowie unter Einbeziehung der Debatte zwischen den „neuen israelischen Historikern“ wie Ilan Pappé und Benny Morris wird argumentiert, dass Plan Dalet über rein defensive Zielsetzungen hinausging. Die Arbeit ordnet den Plan in die längerfristige Entwicklung des zionistischen Siedlungsprojekts seit der zweiten Alija ein und diskutiert ihn im Rahmen postkolonialer Interpretationen als möglichen Bestandteil eines systematischen Verdrängungsprozesses der arabisch-palästinensischen Bevölkerung.
Damit leistet die Untersuchung einen Beitrag zur historiographischen Kontroverse über die Ereignisse von 1947/48 und hinterfragt kritisch das traditionelle israelische Selbstverteidigungsnarrativ im Lichte der Quellenlage.
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- Anonym (Author), 2019, Der „Tochnit Dalet“. Besatzungsplan oder Selbstschutz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1700048