„Schreiben lernt man nur durch Schreiben!“
Als ich mit dem Schreiben meiner Hausarbeit anfing, fiel mir auf, dass ich doch selber sehr stark von meinem Thema, dem Schreibprozess und der Schreibkompetenz und deren Auswirkungen auf den Unterricht, betroffen bin. Auch ich musste mich mit den Problemen auseinander setzen, welches Thema ich behandele, wo ich Quellen finde, die mir mit Informationen weiterhelfen, wer , neben mir, die Arbeit korrigiert und das ich das Anfertigen der Arbeit rechtzeitig abschließen muss, um den Abgabetermin einzuhalten. Ich muss die Formalitäten und Konventionen einhalten und darf den Sinn und Zweck dieser Arbeit nicht aus den Augen verlieren, denn schließlich geht es nicht nur darum, einen Erkenntnisgewinn zu erlangen. Eine weitere Motivation ist für mich das Bestehen des Hauptseminars.
In dieser Arbeit möchte ich versuchen, einen Einblick in die Komplexität des Schreibens zu geben, indem ich zwei Modelle darstelle, die sich mit dem Schreiben beschäftigen. Da beide einen anderen Ansatzpunkt haben, wird sowohl das Prozesshafte des Schreibens deutlich als auch das Erlangen des Schreibens als Kompetenz, für die der/ die Schreibende verschiedene Kompetenzstufen durchlaufen muss.
In meinem letzten Punkt möchte ich einen Abriss geben, in wie weit die Sprachwissenschaft in den Lehrplan Einzug gehalten hat, um dann noch einen Ausblick zu geben, wie man die Schreibkompetenz bei Schülern fördern könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Versuch einer Definition des Schreibprozesses- Das Schreiben als Prozess
2.1 Das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower
3. Die Schreibkompetenz - Das Schreiben als Kompetenz
3.1 Das Modell von Carl Bereiter zur Schreibkompetenz
4. Aufgaben und Ziele des Deutschunterrichts bezüglich des Schreibens - Der Lehrplan für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I mit dem Fokus auf den Bereich des Schreibens
4.1 Anregungen zur Förderung der Schreibkompetenz im Deutschunterricht
5. Fazit
6. Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Komplexität des Schreibens aus prozessorientierter sowie kompetenzbasierter Perspektive und beleuchtet deren Umsetzung im schulischen Lehrplan, um Lehrkräften fundierte Ansätze zur Förderung der Schreibkompetenz bei Schülern an die Hand zu geben.
- Analyse kognitiver Schreibmodelle (Hayes & Flower sowie Carl Bereiter)
- Untersuchung des Schreibens als mehrstufiger Prozess
- Didaktische Einordnung der Schreibkompetenz in den Lehrplan
- Entwicklung praktischer Ansätze für den Deutschunterricht (z. B. Schreibpläne und Fragebögen)
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower
„ Das wohl am meisten beachtete kognitiv orientierte Modell von Textproduktion ist das von Hayes und Flower. In diesem Modell wird Textproduzieren als Gesamthandlung (writing process) analytisch in Teilkomponenten (subprocesses) zerlegt, die dann wiederum aufgeschlüsselt werden, bis ein Auflösungsgrad erreicht ist, der einzelne Handlungen beschreibt, die eigene Einheiten bilden und nicht weiter differenziert werden müssen.“ 7 Das Textproduktionsmodell von John Hayes und Linda Flower gilt als ein Ansatzpunkt der gesamten Schreibforschung und bildete somit die Grundlage für folgende Modelle.
„ Vor allem von dem Modell von HAYES/FLOWER gingen für die Weiterentwicklung nachfolgender Schreibmodelle die wesentlichen Impulse aus, und es kann sicher als Basismodell bezeichnet werden, auf das in der Schreibdidaktik häufig zurückgegriffen wird.“ 8 Die Abwendung von der Vorstellung, dass die Textproduktion als lineare Abfolge von diskreten Prozessen erfolgt und ebenso die Abkehr von der Annahme einer rekursiven Organisation einzelner Teilprozesse sind die Kernpunkte diesen Modells.9
„ Das Modell nimmt die in der bisherigen Schreibforschung gängigen Teilprozesse Planen, Übertragen, Prüfen auf, sieht ihre Abfolge aber nicht linear-sequentiell, sondern nimmt die Möglichkeit an, dass der Schreiber in schon durchlaufene und im Modell früher angeordnete Subprozesse zurückkehrt und von hier neuerlich startet. Diese Phänomen, von Hayes/ Flower als Rekursivität der Subprozesse bezeichnet, ist ein Charakteristikum der kognitiv orientierten Modelle des Textproduzierens wie der neueren Modelle des Problemlösens überhaupt.“ 10
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch die eigene Auseinandersetzung der Autorin mit Schreibprozessen und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Der Versuch einer Definition des Schreibprozesses- Das Schreiben als Prozess: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer allgemeingültigen Definition und führt das kognitive Schreibmodell von Hayes und Flower ein.
2.1 Das Schreibprozessmodell von Hayes und Flower: Der Abschnitt detailliert die Teilkomponenten des Modells, wie Planen, Formulieren und Überarbeiten, sowie die Bedeutung der Kontrollinstanz (Monitoring).
3. Die Schreibkompetenz - Das Schreiben als Kompetenz: Hier wird der Kompetenzbegriff im Kontext von PISA und Schreibdidaktik erörtert und die Notwendigkeit von Modellen für Lehrkräfte betont.
3.1 Das Modell von Carl Bereiter zur Schreibkompetenz: Dieses Kapitel stellt die vier Stufen von Bereiters Modell vor, vom assoziativen Schreiben bis hin zum Epistemic Writing.
4. Aufgaben und Ziele des Deutschunterrichts bezüglich des Schreibens - Der Lehrplan für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I mit dem Fokus auf den Bereich des Schreibens: Es wird untersucht, wie prozesshaftes Schreiben und die Förderung der Textproduktion in den offiziellen Lehrplänen verankert sind.
4.1 Anregungen zur Förderung der Schreibkompetenz im Deutschunterricht: Der Abschnitt liefert praktische methodische Ansätze, wie etwa den Einsatz von Schreibplänen und Fragebögen zur Selbstreflexion für Schüler.
5. Fazit: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die Bedeutung der kontinuierlichen Förderung der Schreibkompetenz im Schulalltag.
6. Quellenangaben: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Schreibprozess, Textproduktion, Schreibdidaktik, Hayes und Flower, Carl Bereiter, Lehrplan Deutsch, Sekundarstufe I, Epistemic Writing, Kognitive Prozesse, Schreibförderung, Schreibplan, Textüberarbeitung, Problemlöseprozess, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition und Erforschung der Schreibkompetenz, sowohl aus der Sicht der kognitiven Psychologie als auch unter didaktischen Aspekten im Schulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kognitiven Modelle der Textproduktion, die Entwicklung von Schreibfertigkeiten bei Schülern und die praktische Umsetzung dieser Erkenntnisse in den Deutschunterricht der Sekundarstufe I.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften durch die Darstellung wissenschaftlicher Modelle ein tieferes Verständnis für den Schreibprozess zu vermitteln, um sie bei der gezielten Förderung der Schüler zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Rekonstruktion auf Grundlage bestehender fachwissenschaftlicher Literatur, Schreibmodelle (Hayes/Flower, Bereiter) und offizieller Bildungspläne.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung kognitiver Schreibmodelle, die Erläuterung der Schreibkompetenzstufen und die Analyse der didaktischen Vorgaben im Lehrplan Deutsch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schreibkompetenz, kognitive Schreibmodelle, Textproduktion, Schreibdidaktik und prozessorientiertes Schreiben.
Wie definiert Bereiter das "Epistemic Writing"?
Nach Bereiter ist dies die höchste Stufe des Schreibentwicklungsprozesses, bei der Schreiben als bewusstes Mittel zur Erkenntnisgewinnung und Reflexion eingesetzt wird.
Welche Rolle spielt die "Rekursivität" im Schreibmodell von Hayes und Flower?
Die Rekursivität beschreibt, dass Schreibprozesse nicht linear ablaufen, sondern dass der Schreiber ständig zwischen den Phasen Planen, Formulieren und Überarbeiten hin- und herspringen kann.
Warum hält die Autorin den Einsatz von Fragebögen im Unterricht für sinnvoll?
Sie dienen als Orientierungshilfe, um Schüler für die Schwierigkeiten der Textproduktion zu sensibilisieren und ihnen eine strukturierte Methode zur selbstständigen Überarbeitung ihrer Texte an die Hand zu geben.
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- Anke Rehder (Author), 2010, Was ist eigentlich „Schreibkompetenz“?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169991