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Die Prototypentheorie Eleanor Roschs

Title: Die Prototypentheorie Eleanor Roschs

Seminar Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tina Puscher (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics

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Summary Excerpt Details

Solange der Mensch denken kann, ist er bestrebt, die ihn umgebende Welt zu
verstehen und zum Teil sogar nachzubilden. Daher führten zum Beispiel
physikalische Experimente und Studien Anfang des 20. Jahrhunderts dazu,
dass er sich den lang gehegten Traum vom Fliegen erfüllen konnte. Ebenso
bietet heute, am Anfang des 21. Jahrhunderts, die nun offen gelegte DNAStruktur
verschiedener Lebewesen dem Menschen die Möglichkeit, diese
genetisch zu verändern und somit vom erschafften Wesen zum Erschaffenden
selbst zu werden. Im Zuge dieser Geschichte ist auch die so genannte KIForschung
zu sehen, also die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Die ständige
Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Computern scheint derartige
Vorhaben in absehbarer Zeit möglich zu machen, dennoch darf nicht vergessen
werden, dass es sich hierbei lediglich um eine Erweiterung des
Arbeitsspeichers, bzw. eine Verringerung der Arbeitszeit, von Computern
handelt. Viel wichtiger jedoch erscheint ein Verständnis dafür, was letztendlich
„Intelligenz“ bedeutet. Das Lexikon beschreibt sie zum Beispiel als Fähigkeit,
anschauliche und abstrakte Beziehungen herzustellen und diese zur
Bewältigung neuer Situationen und Probleme einzusetzen.1 Diese in sich
ebenfalls abstrakte Definition stellt allerdings keine Grundlage für die
Programmierung einer derartigen Fähigkeit dar. Deshalb bedarf es der
wissenschaftlichen Arbeit der Psychologie, der Linguistik und anderer
Disziplinen, um die Denkweise des Menschen zu entschlüsseln und um sie
anhand dieser konkreten Ergebnisse nachzubilden.
Im folgenden soll nun dargelegt werden, inwiefern das in den 70er Jahren des
20. Jahrhunderts von der Psychologin Eleanor Rosch entwickelte Modell der
Prototypensemantik menschliches Denken beschreiben kann und welchen
Stellenwert es in der Linguistik gegenüber der von Aristoteles beeinflussten
Komponentenanalyse einnimmt. Da sich bei beiden Modellen die Beispiele
häufig auf Substantive beschränken, wird sich die folgende Arbeit auch damit
beschäftigen, ob eventuell im Bereich der Verben eine prototypische Struktur
nachzuweisen ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Notwendigkeit der Linguistik und der kognitiven Psychologie für die KI-Forschung

2. Die Ausgangsbasis für die Prototypentheorie

2.1. Das klassische Modell

2.1.1. Die Gliederung der Umwelt in Kategorien

2.1.2. Das Aristotelische Modell der Kategorisierung – Komponentenanalyse

2.1.3. Kritik am Aristotelischen Modell

2.2. Wittgensteins Gedanken der „Familienähnlichkeit“ und der offenen Grenzen von Kategorien

2.3. Unscharfe Grenzen von Kategorien

2.4. Grad der Zugehörigkeit zur Kategorie

2.5. Hyponymie und „basic level categories“

2.6. Das Ziel einer einheitlichen Theorie

3. Die Prototypentheorie Eleanor Roschs

3.1. Übernahme der Theorie aus der Psychologie

3.2. Grundzüge der Prototypentheorie

3.3. Die innere und äußere Struktur der Kategorien

3.4. Die Zugehörigkeit zur Kategorie

4. Prototypensemantik und Verben

4.1. Was die Prototypensemantik im Bereich der Verben leisten kann

4.2. Die Kategorie „to kill“

4.3. Die Verbkategorie „to cook“

4.4. Schlußfolgerung

5. Rivalität zwischen Komponentenanalyse und Prototypensemantik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das von Eleanor Rosch entwickelte Modell der Prototypensemantik menschliches Denken abbilden kann und wie es sich von der klassischen, Aristoteles-beeinflussten Komponentenanalyse abgrenzt. Dabei wird insbesondere geprüft, ob sich die prototypische Struktur, die primär an Substantiven nachgewiesen wurde, auch auf Verbkategorien übertragen lässt, um Ansätze für die künstliche Intelligenzforschung zu gewinnen.

  • Grundlagen der Kategorisierung (klassisches Modell vs. Prototypentheorie)
  • Wittgensteins Konzept der Familienähnlichkeit und unscharfe Kategorien
  • Vertikale und horizontale Dimensionen der Kategorienstruktur
  • Übertragung der Prototypensemantik auf Verbkategorien wie "to kill" und "to cook"
  • Komplementarität von Komponentenanalyse und Prototypensemantik in der Sprachwissenschaft

Auszug aus dem Buch

2.2. Wittgensteins Gedanken der „Familienähnlichkeit“ und der offenen Grenzen von Kategorien

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein setzte 1953 der gleichrangigen, absoluten Struktur von Kategorien, die mit der Komponentenanalyse einherging, den Gedanken der so genannten Familienähnlichkeit entgegen. Anhand von verschiedenen Spielen zeigte er auf, dass Elemente einer Kategorie durchaus nicht alle über denselben vollständigen Merkmalskatalog verfügen müssen. Er belegte, dass es vielmehr ein Geflecht von Merkmalen gibt, die für Spiele charakteristisch sind, aber dass es scheinbar kein Spiel gibt, das sämtliche Merkmale auf sich vereint.

Vereinfacht könnte man den Gedanken folgendermaßen darstellen: AB – BC – CD – DE – EF –.... oder besser: AB – CD – EF / CE – AF – BD.

Die einzelnen Elemente der Kategorie sind also über eine Kette oder ein Netz von Merkmalen verbunden, wobei - ähnlich einer Familie – zwei Elemente auch nur über ein drittes eindeutig miteinander verwandt sein können.

Als zweiten neuen Aspekt bringt Wittgenstein den Gedanken ein, dass eine Kategorie auch flexibel genug sein muss, um auf Neuerungen in der Umwelt einzugehen und diese in bereits bestehende Kategorien zu integrieren. Für sein Beispiel der Spiele lassen sich dafür etwa die Computerspiele des ausgehenden 20. Jahrhunderts anführen. Ebenso könnte man zum Beispiel auch eine Veränderung der Kategorie „Wagen“ mit der Erfindung des Automobils konstatieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Notwendigkeit der Linguistik und der kognitiven Psychologie für die KI-Forschung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz interdisziplinärer Forschung zur Entschlüsselung menschlicher Denkmuster als Voraussetzung für die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

2. Die Ausgangsbasis für die Prototypentheorie: Dieses Kapitel behandelt das klassische Kategorisierungsmodell nach Aristoteles sowie dessen Kritik durch Wittgenstein und die Einführung von Konzepten wie Familienähnlichkeit, Unschärfe und "basic level categories".

3. Die Prototypentheorie Eleanor Roschs: Der Fokus liegt auf der psychologischen Herkunft der Theorie, der internen Struktur von Kategorien mittels Prototypen und der graduellen Zugehörigkeit von Elementen.

4. Prototypensemantik und Verben: Hier wird die Anwendbarkeit der Prototypentheorie auf Verben anhand der Beispiele "to kill" und "to cook" kritisch untersucht.

5. Rivalität zwischen Komponentenanalyse und Prototypensemantik: Das Fazit stellt beide Ansätze gegenüber und schlussfolgert, dass sie sich in der sprachwissenschaftlichen Praxis und für KI-Anwendungen gegenseitig ergänzen können.

Schlüsselwörter

Prototypensemantik, Eleanor Rosch, Komponentenanalyse, Familienähnlichkeit, Kategorisierung, Fuzzy Sets, Kognitive Psychologie, Basic Level Categories, Hyponymie, Künstliche Intelligenz, Verbkategorien, Aristotelisches Modell, Sprachwissenschaft, Semantik, Mentales Lexikon

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Prototypentheorie von Eleanor Rosch als alternatives Modell zur klassischen, auf Merkmalen basierenden Kategorisierung (Komponentenanalyse) und prüft deren Anwendbarkeit auf die Linguistik und künstliche Intelligenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Kategorienbildung, die Struktur des menschlichen Wortschatzes, die Abgrenzung von Begriffsdefinitionen sowie die Übertragbarkeit semantischer Theorien auf verschiedene Wortarten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Stellenwert der Prototypensemantik in der Linguistik zu bestimmen und zu untersuchen, ob auch Verbkategorien, entgegen der Konzentration auf Substantive in der klassischen Forschung, eine prototypische Struktur aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse linguistischer und psychologischer Literatur sowie der exemplarischen Untersuchung spezifischer Verbbeispiele wie "to kill" und "to cook".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (klassisch vs. prototypisch), die Erläuterung des Modells von Rosch und die empirisch gestützte Untersuchung der Prototypensemantik im Bereich der Verben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prototypensemantik, Kategorisierung, Familienähnlichkeit, kognitive Psychologie und Komponentenanalyse charakterisiert.

Warum spielt das Beispiel "to cook" eine wichtige Rolle?

Das Beispiel "to cook" dient dazu, die Übertragbarkeit der Prototypentheorie auf Verben zu belegen, wobei die schematische Darstellung der verschiedenen Kochmethoden die prototypische Struktur innerhalb einer Verbkategorie verdeutlicht.

Inwiefern unterscheiden sich Komponentenanalyse und Prototypensemantik laut der Autorin?

Während sich die Komponentenanalyse auf die Intension (Merkmalskatalog) eines Begriffs konzentriert, interessiert sich die Prototypensemantik für die Extension (graduelle Zugehörigkeit zum Prototyp) und bietet somit eine flexiblere, wenn auch komplexere Sichtweise.

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Details

Title
Die Prototypentheorie Eleanor Roschs
College
University of Augsburg  (Philologie II)
Course
Semantik & Pragmatik
Grade
1,3
Author
Tina Puscher (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V169863
ISBN (eBook)
9783640883172
ISBN (Book)
9783640883318
Language
German
Tags
prototypentheorie eleanor roschs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Puscher (Author), 2001, Die Prototypentheorie Eleanor Roschs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169863
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