Die optimale Realisierung komplexer Bauvorhaben bedarf besonders bei der Planung der Bauausführung zahlreicher Bewertungs- und Entscheidungsvorgänge. Insbesondere in Hinblick auf die zahlreichen Möglichkeiten die sich aus dem Planungsprozess ergeben sind Optimierungsbetrachtungen notwendig, um bestmögliche Ausführungsalternativen auszuwählen.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie eine erhöhte Transparenz hinsichtlich Bewertungs- und Entscheidungsprozessen zur Auswahl von Vorgangsvarianten geschaffen werden kann. Die vorliegende Untersuchung setzt sich mit dieser Fragestellung aus Sicht der Projektmanagementorganisation auseinander.
Ausgehend von allgemeinen Projektbegrifflichkeiten werden bauspezifische Zielstellungen und entsprechende Bewertungskriterien sowohl separat als auch im Zusammenhang aufgestellt, eingehend untersucht und bewertet. Die Einführung eines fiktiven Bauprojektes dient der Veranschaulichung von Analysen und ermittelten Zusammenhängen.
Gestellte Projektziele können nur durch die Auswahl zielführender, optimaler Ausführungsvorgänge bestmöglich umgesetzt werden. Auf der Suche nach optimal geeigneten Ausführungsvarianten ist der Bewertungs- und Vergleichsprozess einzelner Vorgänge unerlässlich. Die Erarbeitung relevanter Bewertungskriterien ist in diesem Zusammenhang erforderlich, um Varianten in Hinblick auf das Zielerreichungsmaß vergleichen zu können. Demzufolge orientiert sich die Kriterienzusammenstellung an den existierenden Projektzielen. Eine effektive Gegenüberstellung ausgewählter Varianten bedarf der ganzheitlichen Betrachtung relevanter qualitativer und quantitativer Aspekte.
Aufgrund der bestehenden Abhängigkeiten zwischen Projektzielen und Bewertungskriterien haben vor allem Zieländerungen in der Ausführungsphase weitreichende Folgen für das Gesamtprojekt. Durch Zielgewichtungsänderungen oder das Hinzufügen neuer Ziele müssen Kriterien überdacht und neu gewichtet werden – Bedeutungszu- und abnahmen sind die logische Konsequenz. Auswirkungen auf die Auswahl geeigneter Vorgänge äußern sich durch geänderte Anforderungen und Merkmale der Varianten – im Vorfeld für geeignet befundene Vorgänge können folglich irrelevant werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 EINFÜHRUNG
2.1 Projekt
2.1.1 Projektdefinition
2.1.2 Allgemeine Projektmerkmale
2.1.3 Projektarten
2.2 Projektmanagement
2.2.1 Definition Projektmanagement
2.2.2 Aufgaben und Funktionen des Projektmanagement
3 VORGÄNGE UND AUSFÜHRUNGSALTERNATIVEN
4 BEWERTUNGSKRITERIEN VON AUSFÜHRUNGSVORGÄNGEN
4.1 Auswahl/Formulierung projektspezifischer Bewertungskriterien
4.2 Quantitative Bewertungskriterien
4.3 Qualitative Bewertungskriterien
4.4 Zwischenfazit
5 UNTERSUCHUNG TYPISCHER PROJEKTZIELE IM BAUWESEN
5.1 Eigenschaften und Einteilung von Projektzielen
5.2 Allgemeine Projektziele im Bauwesen
5.3 Formulierung und Zielklassifizierung bauspezifischer Projektziele
5.3.1 Hohe Wirtschaftlichkeit
5.3.2 Hohe Qualität
5.3.3 Kostensicherheit
5.3.4 Terminsicherheit
5.3.5 Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen
6 ZUSAMMENHÄNGE VON BEWERTUNGSKRITERIEN UND PROJEKTZIELEN
6.1 Theoretische Zusammenhänge und Abhängigkeiten
6.2 Projektspezifische Zusammenhänge
6.3 Zwischenfazit
7 AUSWIRKUNGEN VON PROJEKTZIELÄNDERUNGEN
7.1 Projektänderungen
7.2 Änderung von Teilzielen
7.3 Auswirkungen auf Bewertungskriterien und Vorgangsauswahl
7.4 Zwischenfazit
8 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine erhöhte Transparenz bezüglich der Bewertungs- und Entscheidungsprozesse bei der Auswahl von Bauvorgangsvarianten zu schaffen, indem die komplexen Zusammenhänge zwischen Projektzielen und Bewertungskriterien analysiert und klassifiziert werden.
- Grundlagen von Projekten und Projektmanagement im Bauwesen
- Identifikation und Kategorisierung quantitativer und qualitativer Bewertungskriterien
- Analyse typischer Projektziele und deren wechselseitige Abhängigkeiten
- Bewertung der Auswirkungen von Zieländerungen in der Ausführungsphase auf den Projekterfolg
Auszug aus dem Buch
Qualitative Bewertungskriterien
Um die zu erwartende qualitative Eignung eines Vorgangs bewerten zu können, bedarf es der Betrachtung zahlreicher, nichtmonetärer und subjektiver Aspekte.
Ein Alternativenvergleich kann hier nicht – wie bei den quantitativen Kriterien – anhand von messbaren Größen stattfinden und unterliegt vorrangig subjektiven Entscheidungsstrukturen.
Direkte Gegenüberstellungen einzelner Ausführungsvarianten anhand nachvollziehbarer Entscheidungsgegenstände sind im Bereich der qualitativen Bewertungskriterien nicht möglich.
Nachfolgend werden ausgewählte Bewertungskriterien eingehender betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung der mangelnden Transparenz bei Bauentscheidungen und Definition des Untersuchungsziels.
2 EINFÜHRUNG: Erläuterung grundlegender Definitionen zu Projekten und dem Projektmanagement im Bausektor.
3 VORGÄNGE UND AUSFÜHRUNGSALTERNATIVEN: Definition von Vorgängen und die Notwendigkeit von Ausführungsvarianten zur Projektrealisierung.
4 BEWERTUNGSKRITERIEN VON AUSFÜHRUNGSVORGÄNGEN: Detaillierte Herleitung und Erläuterung quantitativer sowie qualitativer Bewertungskriterien.
5 UNTERSUCHUNG TYPISCHER PROJEKTZIELE IM BAUWESEN: Klassifizierung und Beschreibung relevanter Zielgrößen im Bauwesen.
6 ZUSAMMENHÄNGE VON BEWERTUNGSKRITERIEN UND PROJEKTZIELEN: Theoretische und spezifische Analyse der Abhängigkeiten zwischen Zielen und Bewertungsmaßstäben.
7 AUSWIRKUNGEN VON PROJEKTZIELÄNDERUNGEN: Untersuchung der Konsequenzen bei Modifikationen von Projektzielen während der Bauausführung.
8 FAZIT: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zur Steigerung der Entscheidungstransparenz.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Bauwesen, Projektziele, Bewertungskriterien, Ausführungsvarianten, Zielklassifizierung, Kostensicherheit, Terminsicherheit, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Zieländerungen, Bauausführung, Ressourcen, Entscheidungsfindung, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Bewertungs- und Entscheidungsprozesse bei der Auswahl von Ausführungsvarianten im Bauwesen transparenter gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Interdependenzen zwischen Projektzielen und Bewertungskriterien sowie deren Reaktion auf Änderungen während der Bauphase.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Bewertungskriterien und Projektzielen zu identifizieren, um fundiertere Entscheidungen bei der Variantenwahl im Projektmanagement zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse von Projektmanagement-Methoden, die Herleitung von Kriterien sowie die Untersuchung an einem fiktiven Beispielprojekt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Definition von Projektbegriffen, die detaillierte Vorstellung quantitativer und qualitativer Kriterien und die Analyse der Auswirkungen von Zieländerungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Projektmanagement, Bauwesen, Bewertungskriterien, Zielklassifizierung und Projektziele.
Wie unterscheiden sich träge von flexiblen Vorgängen?
Träge Vorgänge benötigen eine längere Vorbereitung und reagieren unflexibel auf Änderungen, während flexible Vorgänge spontan anpassbar sind und somit die Ablaufstabilität erhöhen.
Warum sind Zieländerungen in der Bauausführung besonders kritisch?
Sie führen oft zu Zielkonflikten zwischen Qualität, Kosten und Terminen, was eine Neugewichtung der Bewertungskriterien und eine mögliche Irrelevanz bereits geplanter Ausführungsvarianten nach sich zieht.
- Quote paper
- Franziska Föhse (Author), 2008, Analyse, Klassifizierung und Zusammenhänge von Projektzielen und Bewertungskriterien im Bauwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169717