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Middle East im Wohnzimmer- Die Schattenseiten von Marshall McLuhan‘s ,,global village‘‘

Title: Middle East im Wohnzimmer- Die Schattenseiten von Marshall McLuhan‘s ,,global village‘‘

Essay , 2011 , 7 Pages , Grade: 1,70

Autor:in: Stephanie Julia Winkler (Author)

Communications - Ethics in the Media

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Summary Excerpt Details

1.Einleitung

Gewalt gibt es zuhauf und alltäglich auf der ganzen Erde, besonders Kriege und politisch-sozialer gewaltsamer Protest fallen auf. Medien berichten darüber, indem sie sich auf Ereignisse beziehen, sie tun dies zum Teil auch in spekulativer Absicht zur Erhöhung der Rendite in einem gnadenlosen kommerziellen Wettbewerb. Gewaltdarstellungen fesseln die Aufmerksamkeit, sind spannend, unterhalten. Ein friedensorientierter Ethiker bestreitet dies nicht, unterscheidet aber zwischen jenen Berichten, die geeignet sind Gewalt als etwas darstellen das bekämpft und zurückgedrängt werden muss und anderen Formen, die gewalthaltige Ereignisse für die kommerziellen Zwecke ausbeuten, ohne nach irgendwelchen Menschheitsanliegen zu fragen. Gewalt kann man nicht per se verurteilen, vielmehr muss man sehr genau differenzieren und auch die systemrelevanten Rahmenbedingungen im ökonomischen Feld miteinzubeziehen. Da, wie Wolfgang Wunden erkannt hat, besonders Kriege und politisch-sozialer gewaltsamer Protest auffallen, sollen die beiden praktischen Beispiele genau jene beiden Bereiche abdecken. Sowohl das Video des Todes der, bei Protesten im Iran, erschossenen Studentin Neda Soltan, als auch das Video der Erschießung zweier Reuters-Journalisten im Irak haben dabei in den Medien heftige Protestreaktionen auf Seiten der Medienethiker ausgelöst und zu kontroversen Debatten geführt. Einerseits muss der Informationsanspruch der Öffentlichkeit erfüllt werden , andererseits werden jene Bilder unter dem Aspekt des privatrechtlichen Persönlichkeitsschutzes und der Menschenwürde relevant. Die große Schwierigkeit liegt hierbei in der Abwägung zwischen den beiden Grundrechten Pressefreiheit und Menschenwürde. Dennoch bleibt die Frage, ob die Ausstrahlung von Fernsehbildern auf denen der detaillierte Tod von Menschen zu sehen ist, als ethisch verantwortbar gelten darf. Um eine Antwort darauf zu finden, wird dazu der Artikel 1 des deutschen Pressecodexes zu Rate gezogen. In der anschließenden Pro und Kontra Diskussion zu jenen sogenannten Schockbildern, werden sowohl Aspekte des individuellen Opferschutzes als auch berufsethische Überlegungen mit einbezogen. In einer abschließenden Definition von fünf elementaren Grundregeln für eine ethisch korrekte Krisen- und Kriegsberichterstattung wird der Versuch unternommen wirksame Leitlinien für den investigativen Journalismus festzulegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

3. Synthese

Zielsetzung & Themen

Das Essay untersucht die ethische Verantwortung der Medien bei der Berichterstattung über Gewalt und Krisen. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit der medialen Komprimierung von Realität und der Gratwanderung zwischen Informationsanspruch der Öffentlichkeit und dem Schutz der Menschenwürde von Opfern.

  • Ethische Abwägung bei der Verbreitung von Schockbildern
  • Die Rolle des kommerzialisierten Mediensystems und der Quotenmentalität
  • Veränderte Wahrnehmung von Gewalt durch mediale Omnipräsenz
  • Die Funktion von Social Media als Instrument der Gegenöffentlichkeit
  • Entwicklung von Leitlinien für eine ethisch korrekte Krisenberichterstattung

Auszug aus dem Buch

2. Hauptteil

Im Sektor des Kriegs und Krisenjournalismus, dienen Bilder primär der reproduktiven Verbilderung der Wirklichkeit. Dabei geht die Tendenz in Richtung einer Komprimierung der Realität, von Marshall Mc Luhan einst als „global village“ beschrieben. Er bezieht sich dabei auf die moderne Welt, die durch elektronische Vernetzungen zu einem globalen Dorf zusammenwächst. Egal, ob es sich nun um den Fall von Bagdad im April 2003 oder die Proteste im Iran 2009 handelt, durch systematisch ausgewählte Nachrichtenbilder und Videobeiträge soll dem Zuschauer das Gefühl vermittelt werden, zwar nicht physisch, aber psychisch involviert gewesen zu sein. Die ursprünglichen Informations- und Bildungsmedien verlieren dabei immer mehr ihre eigentliche Bedeutung und fallen der Quotenmentalität des kommerzialisierten Mediensystems zum Opfer. Dazu gehört auch, dass immer häufiger Gewaltdarstellungen als Instrument zur Steigerung der Quote eingesetzt werden.

Die Reichweite, vor allem des Fernsehers, ist dabei erschreckend hoch: Täglich werden ¾ aller Erwachsenen über 14 Jahre via Kabel oder Satellit erreicht. Im Laufe der letzten vier Jahrzehnte stieg dabei die tägliche Verweildauer vor dem Fernseher von 113 Minuten (1970) auf 284 Minuten (13.09.2010). Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung beziffert die tägliche Sehdauer heute mit 203 Minuten, wobei die Verweildauer vor dem TV-Gerät hingegen 284 Minuten beträgt. Demnach läuft der Fernseher täglich 81 Minuten nebenbei. Gewalt im Fernsehen wird somit nicht mehr schlicht linear-bewusst konsumiert, sondern findet auf subtile Art und Weise als Begleitinstanz Einlass in den Lebensalltag, und wird- wie neueste Studien zeigen- zunehmend nicht mehr als solche wahrgenommen. Der Zuseher wird somit an die Omnipräsenz des Leids gewöhnt. Um noch interessant zu sein, müssen als Folge dessen immer noch drastischere Aufnahmen gezeigt werden, wenn das „alltägliche Leid“ uninteressant geworden ist. Dramaturgische Techniken dominieren die journalistische Darstellung des Gezeigten. Dabei gilt: Personalisierung vor abstrakten Opferzahlen, ein Einzelschicksal erzeugt mehr Betroffenheit und Quote als eine Masse anonymer Opfer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Gewaltdarstellungen in den Medien und definiert die zentrale Fragestellung der ethischen Vertretbarkeit von Krisenberichterstattung.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert die Mechanismen der kommerzialisierten Medien, die Zunahme von drastischen Bildern und die Rolle des Web 2.0 bei der Verbreitung von Schockbildern am Beispiel konkreter Ereignisse.

3. Synthese: Die Synthese führt die theoretischen und ethischen Überlegungen zusammen und leitet fünf Grundregeln für eine ethisch verantwortungsbewusste Krisenberichterstattung ab.

Schlüsselwörter

Medienethik, Krisenjournalismus, Gewaltdarstellung, Menschenwürde, Global Village, Schockbilder, Pressefreiheit, Sensibilisierung, Quotenmentalität, investigative Berichterstattung, Gegenöffentlichkeit, Journalistische Verantwortung, Persönlichkeitsschutz, Informationsanspruch, Kriegsberichterstattung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der medienethischen Problematik, wie Kriege und gewaltsame Proteste in den Medien dargestellt werden und welche Auswirkungen dies auf die Rezipienten und die Opfer hat.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die kommerzielle Ausbeutung von Leid zur Quote, die Abwägung zwischen Pressefreiheit und Menschenwürde sowie die Rolle sozialer Netzwerke bei der Verbreitung kontroverser Videodokumente.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nach der ethischen Vertretbarkeit der Ausstrahlung drastischer Fernsehbilder zu fragen und basierend darauf Leitlinien für den investigativen Journalismus zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienethische Analyse, die theoretische Konzepte (wie das von Marshall McLuhan) mit aktuellen journalistischen Beispielen verknüpft und ethische Standards wie den deutschen Pressecodex anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil thematisiert die schleichende Gewöhnung an visuelle Gewalt im Alltag, die Dramaturgie der Berichterstattung und das Phänomen, dass das Internet neue Wege der Gegenöffentlichkeit ermöglicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Medienethik, Krisenjournalismus, Menschenwürde, Schockbilder, Global Village und Quotenmentalität.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "global village" nach McLuhan?

Sie betrachtet das Konzept kritisch als eine Form der Komprimierung der Realität, die durch elektronische Vernetzung zu einer ständigen Konfrontation mit Leid führt.

Welche fünf Kriterien werden für eine ethisch korrekte Berichterstattung vorgeschlagen?

Dazu gehören die Absicht eines Sensibilisierungsprozesses, die Einmaligkeit des Ereignisses, die Wahrung der Anonymität der Opfer, die individuelle Prüfung der Zumutbarkeit durch Journalisten und ein quantitativ maßvoller Umgang mit Gewaltdarstellungen.

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Details

Title
Middle East im Wohnzimmer- Die Schattenseiten von Marshall McLuhan‘s ,,global village‘‘
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Course
Medienethik II
Grade
1,70
Author
Stephanie Julia Winkler (Author)
Publication Year
2011
Pages
7
Catalog Number
V169651
ISBN (eBook)
9783640881826
Language
German
Tags
middle east wohnzimmer- schattenseiten marshall mcluhan‘s
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Julia Winkler (Author), 2011, Middle East im Wohnzimmer- Die Schattenseiten von Marshall McLuhan‘s ,,global village‘‘, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169651
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