Die Hausarbeit vergleicht Karl Marx' Theorie der Entfremdung aus den "Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten" mit der Theorie der Gabe von Marcel Mauss im Hinblick auf die Entstehung sozialer Kohäsion. Insbesondere die Entstehung von Gesellschaftlichkeit aus der Gabe-Interaktion sowie die Verselbständigung gesellschaftlicher Verhältnisse in Objekten werden dabei untersucht.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welche Rolle Objekten bei der Entstehung von sozialer Kohäsion zukommt. Zu diesem Zweck werden die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte (ÖPM) von Karl Marx mit der Gabe (G) von Marcel Mauss verglichen. Marx beschreibt in den ÖPM entfremdete gesellschaftliche Zustände als solche, in welchen die Subjekte von den Objekten beherrscht werden. Dieses Theorem benutzt Marx, um verselbständigte gesellschaftliche Verhältnisse zu charakterisieren, in welchen die Subjekte in ihren Beziehungen zu Objekten und Subjekten fremdbestimmt sind. Außerdem kritisiert Marx an dem Zustand der Entfremdung, dass es darin zu einer Ausweitung von instrumentellen Beziehungen kommt, deren Ausgangspunkt Zweck-Mittel-Relationen zum eigenen Produkt sowie der Tätigkeit dessen Herstellung ist. Auch im entfremdeten Zustand macht er jedoch kohäsive Momente aus, insbesondere im Warentausch. Marx stellt in den ÖPM zudem ein Modell der nicht entfremdeten Vergesellschaftung vor, in welchem soziale Kohäsion durch die Vergegenständlichung der Wesenskräfte eines Individuums in einem Objekt und die anschließende Gabe dieses Objekts konzipiert wird.
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- Anne Weber (Author), 2023, Soziale Kohäsion durch Objekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1696218