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Die Hexenverfolgung am Beispiel der Stadt Lemgo: Volkstümliche Vorstellungen und historische Rekonstruktion

Title: Die Hexenverfolgung am Beispiel der Stadt Lemgo: Volkstümliche Vorstellungen und historische Rekonstruktion

Bachelor Thesis , 2009 , 76 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janina Schnormeier (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Nach Gerhard Schormann ist die Hexenverfolgung die nach der Judenverfolgung größte deutsche Massentötung von Menschen durch Menschen, die nicht durch Kriege bedingt wurde.
Auch gegenwärtig gibt es keine eindeutige Erklärung für dieses Phänomen1, sodass es neben historisch-wissenschaftlichen Fragestellungen vor allem auch in den Fokus des populären und volkstümlichen Interesses rückt2.

Aufgrund der Faszinationskraft dieses Themas gibt es eine Vielzahl von Publikationen, sowohl im wissenschaftlichen, als auch im pseudo-wissenschaftlichen Bereich3. Das große Interesse an den Hexenverfolgungen ist sicherlich nützlich, doch wird die Vermittlung des Themas in Folge dessen eher erschwert und volkstümliche Vorstellungen werden bedient und verfestigt4.
Durch die Flut von Publikationen auf diesem Gebiet ist es vor allem für den Laien schwierig, relevante von subkultureller Literatur zu unterscheiden. Vor allem die überholte Literatur, die aufgrund des kommerziellen Interesses immer wieder in Nachdrucken auf den Markt kommt, und die beträchtlichen Markterfolge pseudo-wissenschaftlicher Werke sorgen für Verwirrung und erschweren die Selektion. Besonders das Genre des „Historischen Romans“ wirkt trügerisch. Es suggeriert eine historisch-wissenschaftliche Grundlage, bedient aber häufig eher das populäre Interesse am Thema und zeichnet sich durch schwarz-weiß gezeichnete Geschichten, die wenig mit den tatsächlichen Geschehnissen während der Hexenverfolgungen zu tun haben, aus.

Im Gegensatz zur Subkultur ist das Thema „Hexenverfolgung“ an deutschen Universitäten kein intensiv erforschtes Gebiet.
Daher wird das Thema in deutschen Hand- und Schulbüchern auch heutzutage noch kaum behandelt11.

Nicht zuletzt aufgrund der geringen Beschäftigung deutscher Historiker mit dem Gebiet der Verfolgungen werden volkstümliche und populären Deutungen bzw. Klischees in Bezug auf die Hexenverfolgungen bedient und tradiert. Daher möchte ich im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit versuchen, die volkstümliche Deutung der Hexenverfolgungen, die vor allem auch durch die Literatur beeinflusst wird, näher zu überprüfen. Dazu möchte ich einige weit verbreitete, volkstümliche Thesen bzw. vermeintliche Charakteristika der Hexenverfolgungen exemplarisch auswählen, um sie anschließend zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Definition von Hexerei, der Hexentheorie und Hexenprozessen

2.1) „Hexerei“

2.2) „Hexentheorie“

2.3) „Hexenprozess“ und „Zaubereiprozess“

3) Die Hexenverfolgung in der Stadt Lemgo

3.1) Kurzer Exkurs über die Geschichte der Stadt – Position Lemgos im Zeitalter der Hexenverfolgung

3.2) Verlauf und Höhepunkte der Lemgoer Hexenverfolgungen

3.3) Erklärungsansatz

4) Grundkategorien literarischer und volkstümlicher Fiktionen und Entwicklung der Auffassung gegenüber Hexerei bzw. den Hexenverfolgungen

5) Korrektur von Klischees: Untersuchung von volkstümlichen Thesen in Bezug auf die Hexenverfolgungen

5.1) Die massenhaften Hexenverfolgungen fanden im Mittelalter statt

5.2) Die Hexenverfolgung war eine große, zusammenhängende Verfolgung

5.2.1 Opferzahlen – Die Hexenverfolgung, eine große Verfolgung mit Neun Millionen Opfern?

5.2.2 Die Hexenverfolgungen – eine zusammenhängende Verfolgung?

5.3) Die Hexenverfolgungen waren ein Verbrechen der (katholischen) Kirche

5.3.1) Der Umgang mit Schadenzauberei durch die staatliche und kirchliche Gerichtsbarkeit vor dem Zeitalter der Hexenverfolgungen

5.3.2) Initiierung der Hexenverfolgungen

5.3.3) Umsetzung der Hexenverfolgungen

5.3.3.1) Die Umsetzung der Hexenverfolgungen als Verbrechen der Kirche

5.3.3.2) Die extreme Verfolgungswut ging nur von der katholischen Kirche aus

5.3.3.3) Die Umsetzung der Hexenverfolgungen als Faktorenbündel

5.4) Jeder Zaubereiverdacht führte zu einer gerichtsrelevanten Anklage wegen Hexerei

5.5) Hexereiverfahren führten grundsätzlich zum Todesurteil

5.6) Nur Frauen wurden der Hexerei verdächtigt und zum Opfer der Hexenverfolgungen

6) Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Bachelor-Arbeit untersucht kritisch weit verbreitete volkstümliche Thesen und Klischees über die Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit, um diese auf ihre historische Korrektheit zu prüfen. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine wissenschaftliche Analyse, unter Einbeziehung des regionalen Beispiels der Stadt Lemgo, ein differenzierteres Bild des Phänomens zu zeichnen und populäre Mythen zu hinterfragen.

  • Historische Einordnung und Definition der Hexenverfolgung sowie deren rechtliche Grundlagen (Carolina).
  • Analyse regionaler und zeitlicher Unterschiede in der Verfolgungspraxis am Beispiel der Stadt Lemgo.
  • Kritische Überprüfung der Rolle der Kirche und der These eines rein katholischen Verbrechens.
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Aspekte und der Mechanismen der Hexereibeschuldigung.
  • Rezeption literarischer und volkstümlicher Fiktionen über "Hexen" und deren Einfluss auf die Wahrnehmung.

Auszug aus dem Buch

3.1) Kurzer Exkurs über die Geschichte der Stadt – Position Lemgos im Zeitalter der Hexenverfolgung

Bis ins 17. Jahrhundert hinein definierte Lemgo sich als die bedeutendste Stadt der Grafschaft Lippe. Sie erlangte vor allem durch den Fernhandel der Kaufleute ihren Wohlstand60.

Auf dem Höhepunkt seiner wirtschaftlichen Blüte konnte Lemgo zwischen den 1470er und 1480er Jahren das ius gladii61 vom verschuldeten Landsherrn Bernhard VII. erwerben. Das Privileg der Hochgerichtsbarkeit gewährte den Bürgermeistern und den beiden Räten von nun an die alleinige Verfahrensherrschaft über alle Stationen eines Kriminalprozesses. Damit waren sie vom Zeitpunkt der Inhaftierung eines Inquisiten bis zur Urteilsfindung und -exekution unabhängig von der Gerichtsbarkeit der Landesherrschaft62. Dass Lemgo als einzige lippische Stadt die Blutgerichtsbarkeit besaß, erklärt vermutlich auch die Tatsache, dass in Lemgo besonders viele Hexenprozesse stattfanden63.

In Lemgo verkörperte also der Rat der Stadt das weltliche Gericht. Die Bürgermeister waren angesehene und einflussreiche Kaufleute und seit dem „Hexenbürgermeister“ Kerkmann (ab 1626) stets ausgebildete Juristen. Aber auch der lippische Graf konnte die Prozesse beeinflussen, indem er „Begnadigungen“ zum Schwert aussprechen und die damit verbundenen Gebühren einnehmen konnte64. Des Weiteren bildeten die reichsrechtlichen Bestimmungen der Carolina zumindest nominell den normativen Rahmen für die die städtische Strafrechtspflege65.

Der wirtschaftlichen Bedeutung entsprach der Anspruch Lemgos auf eine nahezu politische und konfessionelle Autonomie innerhalb des Territoriums. Durch einen Bürgeraufstand im Jahre 1609 („Lemgoer Revolte“) wurde die Annahme der reformierten Konfession verhindert, und mit einem Abschlussvertrag, dem „Röhrentruper Rezeß“ von 1617, konnte die Stadt sich weitgehende Hoheitsrechte sichern und den Verbleib beim Luthertum gewährleisten. Der Rat verkörperte dabei nach wie vor die bestimmende kirchliche und weltliche Obrigkeit. Die zwei Besetzungen des Rates lösten einander in Abstimmung mit Gremien der Bürgerschaft im jährlichen Rhythmus ab66.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Faszination und die Problematik der verzerrten Wahrnehmung von Hexenverfolgungen durch populärwissenschaftliche und subkulturelle Literatur.

2) Definition von Hexerei, der Hexentheorie und Hexenprozessen: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Magie, Schadenzauber und die theoretische Konstruktion des Hexereidelikts.

3) Die Hexenverfolgung in der Stadt Lemgo: Das Kapitel liefert einen Überblick über die spezifischen Verfolgungen in Lemgo und beleuchtet den historischen Kontext der Stadt.

4) Grundkategorien literarischer und volkstümlicher Fiktionen und Entwicklung der Auffassung gegenüber Hexerei bzw. den Hexenverfolgungen: Hier werden die Ursprünge und der Wandel der Hexenbilder in Literatur und Gesellschaft untersucht.

5) Korrektur von Klischees: Untersuchung von volkstümlichen Thesen in Bezug auf die Hexenverfolgungen: Der Hauptteil widerlegt durch historische Analyse verbreitete Mythen, wie die Behauptung, Verfolgungen hätten primär im Mittelalter stattgefunden oder seien ein rein katholisches Verbrechen.

6) Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Hexenverfolgungen ein hochkomplexes, multifaktorielles Geschehen waren, das regional und zeitlich stark variierte und nicht durch monokausale Erklärungen fassbar ist.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Hexenprozesse, Lemgo, Hexentheorie, Frühe Neuzeit, Schadenzauber, Inquisitionsverfahren, Carolina, Kirche, Aberglaube, Hexenhammer, Geschlechtsspezifische Verfolgung, Regionalgeschichte, Hexenproben, Folter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und hinterfragt populäre volkstümliche Mythen und Vorurteile über Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit, um sie mit historisch belegten Fakten abzugleichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Hexerei, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Rolle von Kirche und weltlicher Obrigkeit sowie die soziokulturellen Auslöser der Verfolgungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Analyse, gestützt auf das Beispiel Lemgo, ein differenziertes Verständnis für die Dynamik der Verfolgungen zu schaffen und die Komplexität des Phänomens aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um existierende Thesen anhand von Primär- und Sekundärquellen zu prüfen und regionale Fallbeispiele (besonders Lemgo) in den größeren Kontext einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert gezielt sechs populäre Thesen – von der zeitlichen Einordnung bis zur Rolle der katholischen Kirche und der geschlechtsspezifischen Opferverteilung – und korrigiert diese anhand des Forschungsstandes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hexenprozesse, Frühe Neuzeit, Hexentheorie, Hexenhammer, Carolina und die multifaktorielle Entstehungsgeschichte der Verfolgungen.

Welche Rolle spielte die Stadt Lemgo in der Forschung?

Lemgo dient als regionales Fallbeispiel, da es aufgrund seiner spezifischen Blutgerichtsbarkeit und gut erhaltener Akten eine tiefgehende mikrohistorische Analyse der Verfolgungsdynamik ermöglicht.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Kirche?

Die Arbeit differenziert stark und weist die These einer von der Kirche allein initiierten "katholischen Verfolgungswut" zurück, indem sie auf die Beteiligung weltlicher Obrigkeiten und die unterschiedlichen Haltungen innerhalb der Konfessionen verweist.

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Details

Title
Die Hexenverfolgung am Beispiel der Stadt Lemgo: Volkstümliche Vorstellungen und historische Rekonstruktion
College
University of Vechta
Grade
1,3
Author
Janina Schnormeier (Author)
Publication Year
2009
Pages
76
Catalog Number
V168985
ISBN (eBook)
9783640871773
ISBN (Book)
9783640871834
Language
German
Tags
hexenverfolgung beispiel stadt lemgo volkstümliche vorstellungen rekonstruktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Schnormeier (Author), 2009, Die Hexenverfolgung am Beispiel der Stadt Lemgo: Volkstümliche Vorstellungen und historische Rekonstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168985
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