Textgrundlage dieser Exegese ist Lk 5,12-16 der Lutherübersetzung (revidierte Fassung von 1984). Das von mir verfolgte Ziel der Auseinandersetzung mit diesem Passus ist die Fertigstellung einer Proseminar-Arbeit. Daher werde ich in dieser Exegese auf alle mir bekannten textkritischen Methoden zurückgreifen und diese für meine Analyse anwenden.
Inhalt:
Wirkungsgeschichte
Textabgrenzung
Vergleich mehrerer deutscher Bibelübersetzungen
Gliederung des Textes
Textkohärenz
Sozialgeschichte
Formkritik, Textfunktion und Leserlenkung
Traditionsgeschichte
Religionsgeschichte
Synoptischer Vergleich
Kompositionskritik
Redaktionskritik
Fazit
Inhaltsverzeichnis
1. Textbegegnung
2. Wirkungsgeschichte
3. Textabgrenzung
4. Vergleich mehrerer deutscher Bibelübersetzungen
5. Gliederung des Textes
6. Textkohärenz
7. Sozialgeschichte
8. Formkritik, Textfunktion und Leserlenkung
9. Traditionsgeschichte
10. Religionsgeschichte
11. Synoptischer Vergleich
12. Kompositionskritik
13. Redaktionskritik
14. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Perikope Lk 5,12-16 (Die Heilung eines Aussätzigen) unter Anwendung verschiedener exegetischer Methoden, um die spezifische Intention des Evangelisten Lukas im Kontext der Jüngerberufung zu erschließen und die Bedeutung der Erzählung für das missionarische Selbstverständnis der frühen Gemeinde zu verdeutlichen.
- Analyse der Wirkungs- und Sozialgeschichte der Heilungserzählung
- Synoptischer Vergleich zur Identifikation redaktioneller Bearbeitung durch Lukas
- Untersuchung der formkritischen Aspekte und der Leserlenkung
- Einordnung der Perikope in den lukanischen Kontext der Jüngernachfolge
Auszug aus dem Buch
7. Sozialgeschichte
Aussatz
In Lev 13 finden wir eine Aufzählung verschiedener Hautkrankheiten, die als Aussatz beschrieben werden. Um die Hansen´sche Krankheit „Lepra“ handelte es sich vermutlich nicht. Sobald eine Veränderung an der Haut festgestellt werden konnte, wendete man sich an einen Priester, der den Betroffenen nach einer kurzen Beschauung für rein oder unrein erklärte. Wer nun für unrein erklärt wurde, also aussätzig war, hatte zerrissene Kleider und das Haar offen zu tragen. Der Bart musste verhüllt werden und der Betroffene hatte „unrein, unrein“ zu rufen (Lev 13,45). Er wurde aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und musste sich außerhalb des Lagers aufhalten (Lev 13,46). Somit war der Aussätzige nicht mehr kultfähig. Der Aussätzige war in seinem Leid auf sich alleine gestellt. Gott selbst befiehlt in Num 5,1-3 einen Ausschluss aller Aussätzigen, statt ihnen die benötigte Liebe zukommen zu lassen, die zur Heilung führen könnte.
Hatte sich der Aussatz wieder normalisiert, musste dies ein Priester außerhalb des Lagers feststellen und anschließend einen komplizierten Reinigungsritus am Geheilten durchführen (im Detail: Lev 14,1-32). Hatte er daraufhin sieben Tage im Lager, jedoch außerhalb seines Zeltes verbracht, galt er wieder als rein (Lev 14,8f.). Schließlich hatte er noch am achten Tag Opfer zu bringen (Lev 14,10-32).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Textbegegnung: Vorstellung der Textgrundlage aus dem Lukasevangelium sowie Formulierung der leitenden Forschungsfragen und Zielsetzungen.
2. Wirkungsgeschichte: Darstellung der Wahrnehmung der Perikope in der christlichen Tradition und durch moderne Exegeten wie Ulrich Luz.
3. Textabgrenzung: Bestimmung des Textanfangs und -endes anhand inhaltlicher Einschnitte und formaler Kriterien wie Einleitungsformeln und Personenwechsel.
4. Vergleich mehrerer deutscher Bibelübersetzungen: Gegenüberstellung verschiedener Übersetzungsfassungen und Diskussion terminologischer Unterschiede in den Versen 12 bis 16.
5. Gliederung des Textes: Aufstellung einer sowohl inhaltlichen als auch funktionalen Gliederung der Perikope zur Strukturierung der weiteren Analyse.
6. Textkohärenz: Untersuchung der inhaltlichen Stimmigkeit und des Spannungsbogens der Heilungserzählung.
7. Sozialgeschichte: Erläuterung der antiken Lebensumstände von Aussätzigen sowie Hintergründe zum Priestertum und Verständnis von Wundertaten.
8. Formkritik, Textfunktion und Leserlenkung: Analyse der Intention der einzelnen Sätze und Einordnung der Perikope in Gattungen wie den Basis-Bericht.
9. Traditionsgeschichte: Rückverfolgung biblischer Motive wie Aussatz als Strafe Gottes und Heilung im Vergleich zu alttestamentlichen Vorbildern.
10. Religionsgeschichte: Kurze Zusammenfassung der religiösen Einordnung von Aussatz und Heilung in der Antike.
11. Synoptischer Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung mit Markus und Matthäus zur Identifikation lukanischer Bearbeitungstendenzen.
12. Kompositionskritik: Untersuchung, wie Lukas das Material in seinen erzählerischen Kontext einbettet.
13. Redaktionskritik: Reflexion über das Gottesbild des Evangelisten und die Bedeutung der Heilung für die missionarische Zeit.
14. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Einbettung der Perikope in den Themenkomplex der Jüngerberufung.
Schlüsselwörter
Lukas, Exegese, Heilung eines Aussätzigen, Lk 5,12-16, Jüngerberufung, Sozialgeschichte, Wundererzählung, Messiasgeheimnis, Redaktionskritik, Formkritik, Mission, Kultfähigkeit, Reinheit, Neues Testament, biblische Exegese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer wissenschaftlichen Exegese der neutestamentlichen Textstelle Lukas 5,12-16, in der Jesus einen Aussätzigen heilt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Neben der textkritischen Analyse stehen sozialgeschichtliche Hintergründe, der Vergleich mit anderen Evangelien sowie die Einbettung der Perikope in die lukanische Theologie im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die spezifische Funktion dieser Heilungserzählung innerhalb des lukanischen Werks zu verstehen, insbesondere in Verbindung mit dem Kontext der Jüngerberufung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt klassische exegetische Methoden, darunter Textabgrenzung, Formkritik, Traditionsgeschichte, synoptischen Vergleich sowie Kompositions- und Redaktionskritik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene methodische Schritte: von der Textbegegnung über die Analyse der Übersetzungen und die historische Einordnung bis hin zur redaktionellen Bearbeitung durch Lukas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lukas, Exegese, Jüngerberufung, Heilung eines Aussätzigen, Sozialgeschichte, Reinheit und Mission.
Warum spielt die "Jüngerberufung" in dieser Analyse eine so große Rolle?
Lukas stellt die Heilungserzählung in einen Zusammenhang, der den Jüngern exemplarisch ihr Verhalten und ihre Rolle in der Zeit zwischen der Auferstehung Jesu und seiner Wiederkunft verdeutlichen soll.
Wie unterscheidet sich die lukanische Erzählung von der bei Markus oder Matthäus?
Lukas nimmt redaktionelle Eingriffe vor, etwa indem er den Aspekt des "zornentbrannten" oder drohenden Jesus streicht, um die Erzählung stärker in das Konzept der missionarischen Nachfolge einzugliedern.
- Quote paper
- Viktor Haas (Author), 2011, Exegese. Die Heilung eines Aussätzigen. Lk 5,12-16, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168660