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Krieg greifbar machen

Definitionskonzepte und Forschungsansätze zum empirischen Ereignis Krieg

Title: Krieg greifbar machen

Seminar Paper , 2009 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Boltz (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security

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Summary Excerpt Details

Der preußische General Carl von Clausewitz bezeichnete den Krieg in seinem Werk „Vom Kriege“ als ein „wahres Chamäleon, weil er in jedem konkreten Falle seine Natur etwas ändert“. Das berühmte Zitat spielt auf die hohe Bandbreite kriegerischer Konflikte an, die sich zwar immer ähneln, jedoch niemals gleichen. Obwohl Clausewitz eine stark auf die Nationen fokussierte und somit relativ überschaubare Kriegskonzeption verfolgte, musste er sich die schwere Erfassbarkeit des empirischen Phänomens eingestehen. In der Welt des 21. Jahrhunderts wirft das Bild des Chamäleons noch weitaus gravierender die Frage auf, was sich noch unter den Begriff Krieg subsumieren lässt und was nicht. Mit anderen Worten: Wann kann man von Krieg sprechen, wann von Kriminalität? Für die Datenerhebung und die Auswertung sind diese Fragestellungen von zentraler Bedeutung. Zumal das empirische Phänomen Krieg einem steten Wandel unterzogen ist. Neue Aspekte wie der Postnationalismus, die Zunahme an innerstaatlichen Konflikten oder der transnationale Terrorismus fordern ein Überdenken der staatszentrierten Kriegsdefinitionen. Doch auch die Methoden im Bereich der Kriegs- und Friedensforschung haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Zahlreiche quantitative Erhebungen, gespeichert in Datenbanken, ermöglichen einen großflächigen Vergleich von Einzelfällen. Die verwendeten Datensätze sind in den letzten Jahrzehnten unter der Prämisse der digitalen Revolution immer besser ausdifferenziert worden. Die Kriegsursachenforschung hat ebenfalls große Fortschritte gemacht muss sich aber in Hinblick auf die hohe Veränderungsdynamik der Fallbeispiele stets neuen Herausforderungen stellen. Dies gilt vor allem bei der Generierung und Überprüfung von Hypothesen und Forschungsansätzen. Krieg als soziale Interaktion bleibt nach wie vor von zentralem Interesse, ist das Phänomen doch so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Neben einer andauernden Aktualität ist es vor allem der hohe gesellschaftliche Mehrwert, der politikwissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet unabdingbar macht. Die folgende Arbeit fokussiert den wissenschaftlichen Umgang mit dem Phänomen Krieg und gibt einen Überblick über Definitionskonzepte und Herangehensweisen. Vorgestellt werden sollen im Bereich der qualitativen Forschung die Einzelfallanalyse und der fokussierte Fallvergleich. Im Bereich der quantitativen Methoden ist der Schwerpunkt auf Zeitreihendesign und Querschnittanalysen gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Kriegsforschung – die Jagd nach dem Chamäleon

2. Definitionskonzepte zum empirischen Ereignis Krieg

2.1 Definitionen im Mittelalter und in der Neuzeit

2.2 Vom Volkskrieg zum totalen Krieg des 20. Jahrhunderts

2.3 Moderne Kriegsdefinitionen – Erweiterung um drei Trends

2.3.1 Krieg als Ereignis auf systemischer und subsystemischer Ebene

2.3.2 Räumliche, zeitliche und qualitative Entgrenzung

2.3.3 Die operationalisierte Definition – Krieg als Form des Konflikts

2.4 Problematiken der Kriegsdefinitionen – Abgrenzung und verzerrte Wahrnehmung

2.4.1 Eine Frage der Abgrenzung: Krieg, Frieden, Gewalt

2.4.2 Die verzerrte Wahrnehmung – Krieg als umstrittener Begriff

2.5. Zusammenfassung: Krieg als organisierte Gewaltanwendung

3. Die Wahl der Methoden – Qualitatives oder Quantitatives Forschungsdesign

3.1 Qualitative Analysen

3.1.1 Die Einzelfallanalyse

3.1.2 Der fokussierte Fallvergleich

3.1.2.1 Das Most-Similar-System-Design (MSSD)

3.1.2.2 Das Most-Different-System-Design (MDSD)

3.2 Quantitative Fallanalysen – Das Längsschnittdesign

3.2.1 Quantitatives Zeitreihendesign

3.2.1.1 Das Quasi-experimentelle Design der unterbrochenen Zeitreihe

3.2.1.2 Ein Blick in die Zukunft mit Hilfe der Bayesschen Formel

3.2.2 Der Aggregierte Fallvergleich – Das Querschnittdesign

3.2.2.1 Der Correlates of War Datensatz, KOSIMO und das Uppsala Conflict Data Program

3.2.2.2 Konfliktbarometer und Indizes

3.3 Zusammenfassung: Die Frage nach der Wahl der Mittel

4. Die Methoden einer Existenzerhaltungswissenschaft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Umgang mit dem Phänomen Krieg. Das Ziel besteht darin, einen Überblick über verschiedene Definitionskonzepte und methodische Herangehensweisen zu geben, um Krieg als empirisches Ereignis greifbar zu machen und dessen Erforschung zu strukturieren.

  • Historische Entwicklung von Kriegsdefinitionen
  • Herausforderungen der Abgrenzung zwischen Krieg, Frieden und Gewalt
  • Qualitative Methoden: Einzelfallanalyse und fokussierter Fallvergleich
  • Quantitative Methoden: Zeitreihen- und Querschnittanalysen
  • Datensätze und Indizes in der modernen Kriegsforschung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Einzelfallanalyse

Die Einzelfallanalyse, auch „enhanced case study“ oder „analytical case study“ genannt, zeichnet sich vor allem durch ihren tiefen Blick auf einen Fall aus. Die weitgehende Durchdringung eines empirischen Sachverhalts ist zunächst eine Form der Inhaltsanalyse wobei auf Zusammenfassung und Explikation Wert gelegt wird. Die Einzelfallanalyse ist demnach durchaus deskriptiv. Dies wird auch deutlich wenn man die besondere Rolle von chronologischen Ordnungen berücksichtigt. Ein Ereignis, in diesem Fall ein Krieg muss als erstes mit gebotener Neutralität beschrieben und geordnet werden: „[A] listing of events by time period (…) enables the analyst to detect variation in the concepts: for example, (…) increasing or decreasing polarization on issues”.

Neben dem Aspekt der Beobachtung bietet die „Enhanced case study“ aber noch eine große Bandbreite von Interpretationsmöglichkeiten. Druckman weist darauf hin, dass vor allem die Betrachtung eines Einzelfalles durch verschiedene theoretische Blickwinkel eine sehr weit verbreitete Forschungsmethode darstellt. Die Anwendung von Theorien der internationalen Beziehungen, aber auch der Spieltheorie, der Organisationstheorie und der Sozialpsychologie sind in doppelter Weise essentiell. Erstens können so theoretische Modelle auf ihre empirische Anwendbarkeit in einem konkreten Fall überprüft werden. Auf der anderen Seite ermöglichen verschiedene Blickwinkel eine differenzierte Sichtweise auf Akteure, Dynamiken und Ergebnisse eines Konflikts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kriegsforschung – die Jagd nach dem Chamäleon: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass Krieg ein stetig wandelbares Phänomen ist, welches neue Ansätze zur Erforschung und Definition erfordert.

2. Definitionskonzepte zum empirischen Ereignis Krieg: Hier wird die historische und moderne Entwicklung des Kriegsbegriffs erläutert und die Notwendigkeit einer präzisen Definition trotz inhärenter Widersprüche diskutiert.

3. Die Wahl der Methoden – Qualitatives oder Quantitatives Forschungsdesign: Dieses Kapitel stellt verschiedene Forschungsinstrumente vor, von der qualitativen Fallstudie bis hin zu quantitativen Zeitreihen- und Querschnittanalysen, und wägt deren Vor- und Nachteile ab.

4. Die Methoden einer Existenzerhaltungswissenschaft: Abschließend wird die Notwendigkeit reflektiert, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kriegsforschung in praxisorientierte Handlungsfelder zu implementieren, um einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren.

Schlüsselwörter

Kriegsforschung, Kriegsdefinitionen, Einzelfallanalyse, Fallvergleich, Qualitative Methoden, Quantitative Methoden, Zeitreihendesign, Querschnittanalyse, Datensätze, Konfliktbarometer, Indizes, Entgrenzung, Konfliktforschung, empirische Sozialforschung, operationalisierte Definition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Erforschung des Phänomens Krieg, insbesondere im Hinblick auf Definitionen und Methoden der Datenerhebung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Kriegsdefinitionen, die Problematik der methodischen Abgrenzung von Konflikten sowie der Vergleich zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsdesigns.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Überblick über bestehende Definitionen und methodische Instrumente zu geben, um den wissenschaftlichen Umgang mit Krieg als empirischem Ereignis zu systematisieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden qualitative Methoden wie die Einzelfallanalyse und der fokussierte Fallvergleich sowie quantitative Ansätze wie Zeitreihenanalysen und die Arbeit mit aggregierten Datensätzen vorgestellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Diskussion von Kriegsdefinitionen sowie eine fundierte Analyse und Gegenüberstellung verschiedener qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Kriegsforschung, qualitative und quantitative Methoden, Fallanalyse, Datensätze, Konfliktbarometer und die Problematik der Definition und Operationalisierung.

Welche Rolle spielen internationale Datenbanken wie COW oder KOSIMO?

Diese Datenbanken sind essenziell für die quantitative Forschung, da sie große Mengen an empirischen Konfliktdaten systematisieren und so statistische Analysen und Hypothesentests ermöglichen.

Was zeigt das Fallbeispiel Sierra Leone im Kontext der Arbeit?

Das Fallbeispiel dient als praktische Illustration für eine qualitative Einzelfallanalyse und verdeutlicht, wie theoretische Blickwinkel genutzt werden können, um komplexe Konfliktdynamiken zu interpretieren.

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Details

Title
Krieg greifbar machen
Subtitle
Definitionskonzepte und Forschungsansätze zum empirischen Ereignis Krieg
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut)
Grade
1,0
Author
Moritz Boltz (Author)
Publication Year
2009
Pages
35
Catalog Number
V168568
ISBN (Book)
9783640859528
ISBN (eBook)
9783640861132
Language
German
Tags
Krieg Research Design Definition Konzeptualisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Boltz (Author), 2009, Krieg greifbar machen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168568
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