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Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit

Zur Rolle institutionalisierter Diagnoseverfahren am Beispiel des Vorstellungsverfahrens für Viereinhalbjährige in Hamburg

Title: Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit

Term Paper , 2024 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Bengelsdorf (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education

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Summary Details

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Vorstellungsverfahren für Viereinhalbjährige in Hamburg als institutionalisiertes Diagnose- und Selektionsinstrument zur Reproduktion sozialer Ungleichheit am Übergang vom Elementar- zum Primarbereich beiträgt. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Übergänge im Bildungssystem als kritische Schwellen wirken und insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten und migrierten Lebenslagen überdurchschnittlich häufig von nachteiligen Bildungsbiographien betroffen sind. Vor diesem Hintergrund wird gefragt, ob und wie das Verfahren — trotz seines Anspruchs auf Förderung und frühe Unterstützung — selektive und diskriminierende Wirkungen entfalten kann.

Theoretisch stützt sich die Arbeit auf drei zentrale Ansätze: die Habitus- und Kapitaltheorie Bourdieus, die die Reproduktion sozialer Privilegien über kulturelle Passungsanforderungen erklärt; die Systemtheorie Luhmanns, die Selektionsprozesse als systeminterne In-/Exklusionsentscheidungen beschreibt; sowie das Konzept der institutionellen Diskriminierung nach Gomolla und Radtke, das strukturell eingebettete Benachteiligungen ohne individuelle Absicht in den Blick nimmt.

Darauf aufbauend wird das Verfahren zunächst deskriptiv dargestellt: Es handelt sich um ein verpflichtendes, standardisiertes Einschätzungsformat 18 Monate vor der Einschulung, dessen Schwerpunkt auf der Sprachkompetenz liegt und dessen Ergebnisse protokolliert, gespeichert und statistisch ausgewertet werden. In der kritischen Analyse zeigt die Autorin u. a. folgende Problempunkte: die fehlende theoretische und empirische Fundierung des Instruments, die Dominanz eines defizitorientierten Sprachfokus, mögliche Stigmatisierungen durch die Kategorie „Migrationshintergrund“, und ungleiche Anschlussbedingungen zwischen Kita (stärkenorientiert) und Schule (selektiv-diagnostisch). Standardisierung und Normalitätserwartungen können dabei kulturelle und soziale Unterschiede unzureichend berücksichtigen und so frühe Selektionsentscheidungen begünstigen.

Im Fazit wird resümiert, dass das Vorstellungsverfahren das Risiko birgt, ungleiche Startbedingungen zu verfestigen, anstatt sie abzubauen. Gefordert werden wissenschaftliche Evaluation, Transparenz der Kriterien, reflexive Praxis sowie eine stärkere Ausrichtung auf gerechtigkeitsorientierte Förderung statt auf frühe Sortierung.

Details

Title
Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit
Subtitle
Zur Rolle institutionalisierter Diagnoseverfahren am Beispiel des Vorstellungsverfahrens für Viereinhalbjährige in Hamburg
College
University of Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Course
Modul 6 - Gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Medien und Bildung
Grade
1,0
Author
Carolin Bengelsdorf (Author)
Publication Year
2024
Pages
32
Catalog Number
V1684211
ISBN (eBook)
9783389172124
ISBN (Book)
9783389172131
Language
German
Tags
Bildungsungleichheit Übergang Elementarbereich Primarbereich Vorstellungsverfahren Schuleingangsdiagnostik frühe Selektion institutionelle Diskriminierung soziale Herkunft soziale Benachteiligung Migration Bildung Sprachdiagnostik Sprachförderung Habitus und kulturelles Kapital Bourdieu soziale Reproduktion Systemtheorie Bildungsgerechtigkeit Übergangsprozesse Inklusion und Exklusion Dokumentation und Kategorisierung im Bildungssystem Bildungspolitik Steuerungsinstrumente
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Bengelsdorf (Author), 2024, Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1684211
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