„Wie heißt das wohl?
Wie nennt man das?
Wo kommen die Wörter her?
Wachsen sie
auf fernen Inseln
und segeln zu uns
übers Meer?
Fallen sie
vom Himmel herab?
Schneidet man sie
von der Rolle ab?
Alle Wörter erzählen Geschichten.
Sie wohnen in Liedern
und kleinen Gedichten.“
(UNI Erfurt (SS 2004), S. 1).
Dieses Gedicht von Ute Andresen lässt sich gut an den Anfang eines Elternabends zur Leselernmethode „Wort-Welt-wir“ stellen. Das Zitat verdeutlicht den Kerngedan-ken der Methode, alle Kinder mit ihren ganz individuellen und unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sollen von Anfang an und ohne Fibel das Lesen so erlernen, dass die Schriftsprache für sie einen Sinn erhält. Dabei baut Ute Andresen auf das natürliche Interesse der Kinder an der Schrift, bzw. an den Geschichten, Märchen und Abenteuern die sie selbstständig lesen und schreiben möchten, auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Didaktisch-methodisches Vorgehen im Unterricht
2. Begründung der Methodenwahl
3. Beschreibung der Arbeitsmaterialien
4. Hinweise für die Eltern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das pädagogische Konzept der Leselehrmethode „Wort-Welt-wir“ vorzustellen und ihre didaktische Relevanz für einen individualisierten Schriftspracherwerb in der Grundschule zu erläutern, wobei insbesondere die Rolle der Lehrkraft sowie die Einbindung der Eltern untersucht werden.
- Grundlagen des didaktisch-methodischen Konzepts „Wort-Welt-wir“
- Vorteile des offenen, differenzierten Unterrichts gegenüber dem Fibelunterricht
- Vorstellung praktischer Arbeitsmaterialien zur Leseförderung
- Einbeziehung der Eltern in den Leselehrprozess
- Förderung der Selbstständigkeit und Eigeninitiative der Schüler
Auszug aus dem Buch
Die Begründung der Methodenwahl
Die Entscheidung für die Leselernmethode „Wort-Welt-wir“ als Grundlage für den Schriftspracherwerb der Schüler lässt sich mit sehr vielen Argumenten begründen: Der Erstleseunterricht ist kindgerecht gestaltet und findet vor allem in offener Form statt. Langweiligem Frontalunterricht und der damit verbundenen Lehrerzentrierung wird vorgebeugt.
Das fibellehrgangstypische „Lernen im Gleichschritt“ wird durch individuelles und differenziertes Lernen vermieden, denn jeder Schüler kann sich ganz nach seinen Fähigkeiten an den verschiedenen Lernmaterialien erproben. Starke Leser beginnen beispielsweise gleich mit den schwereren „Goldenen Büchern“, während Schwächere genügend Zeit haben, um sich mit einfacheren Texten vertraut zu machen: „- Kinder, die in ihrer Lese- und Schreibkompetenz den anderen voraus sind, müssen sich nur so weit an gemeinsamen Übungen beteiligen, bis ihr Können belegt ist. Man soll sie nicht unterfordern und aufhalten. (…) – Kinder, die Hilfe brauchen, bekommen sie so schnell wie möglich.“ (Ute Andresen, Mal allein und mal gemeinsam mit Wort*Welt*wir, Lesewege für ganz verschiedene Kinder, S. 2).
Und dennoch wird auf gleichschrittigen Unterricht an wichtigen Stellen, z. B bei der Einführung neuer Buchstaben nicht verzichtet: „Ein guter Leseanfangs-Unterricht kann für das aktive Lernen in der Schule, besonders aber für das selbstständige Lernen gewinnen, sogar begeistern, wenn er die Balance hält zwischen gemeinsamem, gelegentlich auch gleichschrittigem Lernen und individuellem Lernen,…“ (ders., S. 1), sagt Ute Andresen selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktisch-methodisches Vorgehen im Unterricht: Dieses Kapitel führt in die Grundprinzipien der Methode ein, bei der Schriftsprache durch lebensnahe Erfahrungen und ohne starre Fibelvorgaben vermittelt wird.
2. Begründung der Methodenwahl: Hier werden die pädagogischen Vorzüge, insbesondere die Individualisierung und die Vermeidung von Frontalunterricht, gegenüber traditionellen Fibellehrgängen dargelegt.
3. Beschreibung der Arbeitsmaterialien: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die vielfältigen Lernmaterialien, wie das ABC-Leporello, die das entdeckende Lernen unterstützen.
4. Hinweise für die Eltern: Das letzte Kapitel gibt Empfehlungen, wie Eltern ihre Kinder zu Hause beim Leselernen begleiten können, ohne dabei die Eigenständigkeit der Kinder zu gefährden.
Schlüsselwörter
Wort-Welt-wir, Schriftspracherwerb, Erstleseunterricht, Grundschule, Leselernmethode, Individualisierung, offener Unterricht, Ute Andresen, ABC-Leporello, phonologische Bewusstheit, Leseentwicklung, Leseförderung, didaktisches Konzept, Selbstständigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Leselehrmethode „Wort-Welt-wir“, ein Konzept für den Erstleseunterricht an Grundschulen, das auf Offenheit und Individualisierung setzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die didaktische Gestaltung des Unterrichts, die Auswahl geeigneter Arbeitsmaterialien, die Rolle der Lehrkraft sowie die Einbindung des Elternhauses.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Konzept „Wort-Welt-wir“ in Theorie und Praxis vorzustellen und zu begründen, warum es sich zur Förderung der kindlichen Schriftsprachkompetenz eignet.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erläuterung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Analyse der methodischen Grundlagen von Ute Andresen sowie eine praktische Darstellung der Umsetzung im Unterrichtsalltag.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Begründung, die Vorstellung des Materialsortiments und praktische Ratschläge für die Zusammenarbeit mit Eltern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schriftspracherwerb, differenziertes Lernen, Selbstbestimmung, offener Unterricht und die Arbeit mit Materialien wie dem ABC-Leporello.
Wie unterscheidet sich diese Methode vom klassischen Fibelunterricht?
Im Gegensatz zur Fibel, die meist einen lehrgangstypischen „Gleichschritt“ erzwingt, ermöglicht „Wort-Welt-wir“ ein individuelles Lerntempo und orientiert sich stärker an den Interessen der Kinder.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei „Wort-Welt-wir“?
Die Lehrkraft fungiert als Helfer, Planer und Berater, die den Kindern Freiräume zur Selbstbestimmung lässt, anstatt den Lernprozess starr vorzugeben.
Warum ist das ABC-Leporello ein zentrales Element?
Es dient als mobile Lese- und Schreibhilfe, die analog zur Anlauttabelle funktioniert, in eine Streichholzschachtel passt und das selbstständige Sammeln von Buchstaben ermöglicht.
Wie sollten Eltern laut dem Konzept agieren?
Eltern sollen das Kind durch Vorlesen und Loben unterstützen, jedoch als „Lernbegleiter“ und nicht als Hilfslehrer agieren, um die Eigenständigkeit und Freude am eigenen Werk zu bewahren.
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- Petra Hoffmann (Author), 2008, Die Leselehrmethode: „Wort-Welt-wir“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168379