Das vielbeschriebene Experiment "friedliche Revolution" in Ostdeutschland. Welchen Anteil hatte die Bürgerbewegung und hat die Wende den Bürgern in Ostdeutschland gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die “friedliche Revolution”
2.1. Geschichte der Oppositionsbewegung in der DDR
2.2. Vom Zusammenbruch der DDR zum Beitritt zur BRD
2.3. Der “dritte Weg”
3. Entwicklung der “Bürgerrechtsbewegung” nach dem Beitritt
4. Die Kolonisation ?
4.1. Die Treuhandanstalt
4.2. wirtschaftliche, politische und soziale Zwischenbilanz der Einheit
5. Abschlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das historische Experiment der deutschen Wiedervereinigung, indem sie der Frage nachgeht, ob der Prozess als eine "friedliche Revolution" oder eher als eine "Kolonisierung" der DDR durch die Bundesrepublik zu bewerten ist, und analysiert dabei sowohl die Rolle der Bürgerrechtsbewegung als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen.
- Geschichte und Scheitern der DDR-Bürgerrechtsbewegung
- Wirtschaftlicher Zusammenbruch der DDR und die Rolle der Treuhandanstalt
- Analyse des "dritten Weges" als gescheiterter Reformansatz
- Sozioökonomische Folgen der Wiedervereinigung für die neuen Bundesländer
- Systemvergleich und die Bewertung des Einigungsprozesses
Auszug aus dem Buch
2.2. Vom Zusammenbruch der DDR zum Beitritt zur BRD
Um den Mythos der “friedlichen Revolution”, die angeblich zum Ende der DDR führte abzuschwächen, möchte ich die m. E. wirklichen Gründe nennen, die zum Untergang beitrugen.
Schon Anfang der 80er Jahre deuteten sich beträchtliche wirtschaftliche Probleme an. Offiziell zählte die DDR zu den zwölf stärksten Industrienationen. Die wirkliche Lage war aber nur wenigen bekannt. So sagte M. Lennings, der Präsident des Verwaltungsrates der THA von 1992-94: “Weder unsere Geheimdienste noch unsere Forscher waren über den wahren Zustand der DDR- Volkswirtschaft auch nur annähernd informiert.” Günther Mittag meinte dazu, das sich der DDR- Kollaps schon 1981 andeutete und 1983 vollendete. Nach seiner Einschätzung, denn er kannte die Lage bestens, war es ab Ende 1987 hoffnungslos. Vor allem rückläufige Rohstofflieferungen aus den RGW- Ländern und Mängel in der Planwirtschaft verschärften die Situation. So gab der RGW strikte Vorgaben, wie eine feste Marktzuweisung und Festpreise, vor allem für Lieferungen an die UDSSR. Aber auch die Probleme in den VEB´s nahmen überhand. Die ständig geforderte Planerfüllung wurde vor allem durch das “Frisieren” von Büchern erreicht und mögliche Überschüsse mußten in den Staatshaushalt überführt werden. Hier dienten sie vor allem für die ständig steigenden Sozialausgaben wie der Sanktionierung von Grundnahrungsmitteln, dem Wohnungsbau oder dem Nahverkehr. Darüber hinaus waren die Betriebe mit Arbeitskräften überbesetzt, die Kapitalausstattung war zu niedrig, die Infrastruktur unzureichend und Arbeitsproduktivität wie auch Wettbewerbsfähigkeit gering. (Jürgs: S.13 f, 1997)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den zeitlichen Rahmen der Arbeit und stellt die zentrale Fragestellung vor, ob die deutsche Einheit eine "friedliche Revolution" oder eine "Kolonisierung" darstellte.
2. Die “friedliche Revolution”: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Oppositionsgruppen, den wirtschaftlichen Niedergang der DDR sowie die verschiedenen, letztlich gescheiterten Reformversuche für einen "dritten Weg".
3. Entwicklung der “Bürgerrechtsbewegung” nach dem Beitritt: Das Kapitel analysiert den Bedeutungsschwund und die organisatorischen Veränderungen der Bürgerrechtsbewegung in der frühen Phase nach der Wiedervereinigung.
4. Die Kolonisation ?: Hier wird die Rolle der Treuhandanstalt bei der Privatisierung kritisch beleuchtet und eine sozioökonomische Zwischenbilanz der Einheit gezogen.
5. Abschlußbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Zusammenbruch der DDR maßgeblich durch wirtschaftliche Faktoren bedingt war und die Übernahme der neuen Bundesländer Züge einer Kolonialisierung trug.
Schlüsselwörter
Deutsche Einheit, Wende 1989/90, Friedliche Revolution, Kolonisierung, Bürgerrechtsbewegung, Treuhandanstalt, DDR, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Dritter Weg, Systemtransformation, Sozialer Umbruch, SED, Wiedervereinigung, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Prozess der deutschen Wiedervereinigung von 1989/90 und hinterfragt kritisch, ob dieser als "friedliche Revolution" oder als "Kolonisierung" der DDR durch die BRD bezeichnet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Geschichte der DDR-Oppositionsbewegung, der wirtschaftliche Zusammenbruch der Planwirtschaft, die Rolle der Treuhandanstalt bei der Privatisierung sowie die sozialen Folgen für die Bevölkerung in den neuen Bundesländern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen objektiven Querschnitt durch die Geschichte der deutschen Einheit zu liefern und die Diskrepanz zwischen dem Versprechen einer Reform und der tatsächlichen Übernahme des DDR-Systems aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse historischer Ereignisse, politischer Entwicklungen und wirtschaftlicher Daten, untermauert durch eine Auswertung zeitgenössischer Fachliteratur und Dokumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bürgerrechtsbewegung, die Analyse des wirtschaftlichen Kollapses und der Reformversuche (dritter Weg) sowie eine detaillierte Kritik an der Arbeitsweise und den Auswirkungen der Treuhandanstalt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemtransformation, Kolonialisierung, Bürgerrechtsbewegung und Treuhandanstalt charakterisieren.
Welche Rolle spielte die Treuhandanstalt bei der "Kolonisierung"?
Die Treuhandanstalt wird als Instrument gesehen, das die ostdeutsche Wirtschaft unter hohem Zeitdruck und unter Missachtung lokaler Interessen privatisierte, was laut Autor zur Entwertung ostdeutscher Lebensleistungen führte.
Warum blieben die Reformversuche zum "dritten Weg" erfolglos?
Sie scheiterten unter anderem an der Schwäche und Uneinigkeit der Reformer sowie am massiven politischen und wirtschaftlichen Druck seitens der Bundesregierung, die auf einen schnellen Beitritt drängte.
Wie bewertet der Autor die politische Vertretung der Ostdeutschen?
Der Autor konstatiert eine Unterrepräsentation ostdeutscher Führungskräfte in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, was er als Teil des sogenannten "Kolonialeffekts" ansieht.
- Arbeit zitieren
- Jörn Moch (Autor:in), 1999, Die Wende 1989/90, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/168377