Ziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen, dass nachhaltige Mobilitätskonzepte im Tourismus nicht nur aus ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Sicht sinnvoll sind, sondern dass man sie auch tatsächlich umsetzen kann. Dabei soll vor allem auf die Interessen der einzelnen Akteure besondere Rücksicht genommen werden, die auch in sämtliche Überlegungen mit eingebunden werden. Die dadurch gewährleistete Nähe zur Realität sorgt dafür, dass das Konzept auch tatsächlich zur praktischen Anwendung herangezogen werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Arbeitsaufbau und Arbeitsmethodik
2. Grundlagen nachhaltiger Mobilität
2.1. Prinzip der Nachhaltigkeit
2.2. Mobilität und Verkehr
2.3. Nachhaltigkeit des Urlaubsreiseverkehrs
3. Tourismus und Nachhaltigkeit
3.1. Nachhaltige Tourismusentwicklung
3.2. Rezente Entwicklungen im Tourismus
3.3. Interessen der TouristInnen
3.4. Interessen der Tourismusverantwortlichen
4. Nachhaltige Mobilität im Tourismus
4.1. Bedeutung der Mobilität im Tourismus
4.2. Entscheidungskriterien für Reisende
4.3. Analyse einer nachhaltigen Mobilitätskette
4.4. Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte im Tourismus
5. Beispiel eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts
5.1. Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel in einen Tourismus ohne Auto
5.2. Erstellung konkreter Angebote
5.3. Nachhaltige Mobilitätsprojekte mit Vorbildwirkung
5.4. Empfehlungen für mehr nachhaltige Mobilität im Tourismus
6. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie nachhaltige Mobilitätskonzepte im Tourismus praktisch umgesetzt werden können, um den negativen Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs entgegenzuwirken. Im Fokus steht die Frage, wie die Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel in den Tourismus unter Berücksichtigung der Interessen verschiedener Akteure erfolgreich realisiert werden kann.
- Analyse der Zusammenhänge zwischen Tourismus, Mobilität und ökologischer Nachhaltigkeit.
- Untersuchung der Reiseentscheidungskriterien von TouristInnen und der Interessen von Tourismusverantwortlichen.
- Konzeptentwicklung zur Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel in den Tourismus ohne Auto.
- Bewertung von Best-Practice-Beispielen nachhaltiger Tourismusprojekte wie "Alpine Pearls".
- Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Tourismusbranche.
Auszug aus dem Buch
4.3. Analyse einer nachhaltigen Mobilitätskette
Um alle Aspekte der Reise mit einzubeziehen zu können, hat es sich bewährt, die gesamte „Reisekette“ zu analysieren. Im Verkehrsbereich wird dieser Begriff für eine Verkettung unterschiedlicher Verkehrsmittel innerhalb einer Reisestrecke, die bei der eigenen Haustür beginnt und in der Unterkunft am Urlaubsort endet, verwendet. In dieser Betrachtungsweise wird die Reise selbst zum Dienstleistungsangebot, das auf größte Zufriedenheit der KundInnen ausgelegt ist (vgl. JAIN 2006: 146). Wie in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben, haben hier gerade die sozial- und umweltverträglicheren öffentlichen Verkehrsmittel großen Nachholbedarf. Eine Optimierung ihrer Reiseketten ist notwendig, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen.
Um auch die Beweggründe der Reisenden zu erfassen, ist es sinnvoll, gleich die gesamte Mobilitätskette zu berücksichtigen. Diese beginnt bereits bei der Entscheidungsfindung vor der Abfahrt und endet erst mit der persönlichen Bewertung der gesamten Reise (vgl. RÜGER 2005).
Eine Mobilitätskette mit öffentlichen Verkehrsmitteln könnte demnach folgendermaßen aussehen (nach RÜGER 2005: 7 und JAIN 2006: 147):
1. Vorreisephase (Wahl des Reiseziels und des Verkehrsmittels, Reisevorbereitungen)
2. Vorlauf (Anreise von zu Hause zum Heimatbahnhof)
3. Hauptlauf (Bahnfahrt, eventuell mit Umsteigen)
4. Nachlauf (Reise vom Zielbahnhof zur Unterkunft)
5. Nachreisephase (persönlichen Bewertung der gesamten Reise → Erfahrungen)
In der Vorreisephase fällt die Entscheidung, welches Verkehrsmittel zur Reise verwendet wird. Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren spielt hier auch die persönliche Erfahrung und Zufriedenheit mit der Benutzung einzelner Verkehrsmittel eine entscheidende Rolle (vgl. RÜGER 2005). Systemwissenschaftlich betrachtet kommt es durch diese persönlichen Erfahrungen zu einer selbst verstärkenden, positiven Rückkoppelung: Sind Menschen mit dem gewählten Verkehrsmittel zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie es wieder benutzen. Sind sie es nicht, werden sie sich höchstwahrscheinlich das nächste Mal nach Alternativen umsehen. Auch der Effekt der Mundpropaganda kommt hier zu tragen. Derzeit ist das Image öffentlicher Verkehrsmittel eher negativ (vgl. Kapitel 4.2.), daher werden die Menschen eher davon abgehalten, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das Wachstum des Tourismus und die damit verbundenen ökologischen Probleme sowie die Zielsetzung, nachhaltige Mobilitätskonzepte zu untersuchen.
2. Grundlagen nachhaltiger Mobilität: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Nachhaltigkeit, Mobilität und Verkehr und analysiert die Nachhaltigkeit des Urlaubsreiseverkehrs anhand von Indikatoren.
3. Tourismus und Nachhaltigkeit: Hier werden die theoretischen Ansätze einer nachhaltigen Tourismusentwicklung sowie die Interessen von Reisenden und Tourismusmanagern analysiert.
4. Nachhaltige Mobilität im Tourismus: Das Kapitel führt Mobilität und Tourismus zusammen, analysiert Mobilitätsketten und erarbeitet Ansätze für nachhaltige Tourismuskonzepte.
5. Beispiel eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts: Anhand konkreter Beispiele wie "Alpine Pearls" und dem "Schnee-Express" wird gezeigt, wie nachhaltige Mobilität im Tourismus praktisch umgesetzt werden kann.
6. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aller Akteure zusammen und unterstreicht die Verantwortung der Politik und Tourismuswirtschaft für eine nachhaltige Zukunft.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Tourismus, Mobilität, Öffentlicher Verkehr, Reiseverhalten, Klimaschutz, Bahnreise, Tourismusstrategie, Alpine Pearls, Verkehrssystem, Mobilitätskette, Urlaubsreiseverkehr, Nachhaltige Entwicklung, Tourismusverantwortliche, sanfte Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bakkalaureatsarbeit?
Die Arbeit analysiert die Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel in den Tourismus, um einen "Tourismus ohne Auto" zu ermöglichen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Grundlagen nachhaltiger Mobilität, die Zusammenhänge zwischen Tourismus und Umweltbelastung, die Interessen der verschiedenen Akteure sowie praktische Konzepte für den öffentlichen Verkehr im Tourismus.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass nachhaltige Mobilitätskonzepte im Tourismus sinnvoll umsetzbar sind und sowohl ökonomische Chancen für Tourismusregionen bieten als auch die ökologische Belastung reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Untersuchung bestehender Mobilitätsketten sowie der Evaluierung von Fallbeispielen und Projekten nachhaltiger Tourismusentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse nachhaltiger Mobilitätsketten, den Entscheidungskriterien der Reisenden, der Interessenlage der Tourismusbranche und der Entwicklung konkreter Maßnahmen für einen Tourismus ohne Auto.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem nachhaltige Mobilität, Tourismus, ökologischer Fußabdruck, Mobilitätskette, öffentlicher Personennahverkehr und Strategien zur Verkehrsverlagerung.
Welche Rolle spielt der "SAMO-Schlüssel" im Projekt Werfenweng?
Der SAMO-Schlüssel ermöglicht Gästen in Werfenweng die kostenlose Nutzung verschiedener E-Mobile, E-Fahrräder und Shuttle-Dienste, um vor Ort flexibel ohne eigenes Auto mobil zu sein.
Warum ist die "Mobilitätskette" so wichtig für das Gelingen nachhaltiger Reisen?
Die Mobilitätskette betrachtet die gesamte Reise von der Haustür bis zur Unterkunft. Nur wenn alle Glieder dieser Kette – vom Vorlauf über den Hauptlauf bis hin zum Nachlauf – reibungslos funktionieren, sind Reisende bereit, dauerhaft auf das Auto zu verzichten.
- Quote paper
- Christian Kozina (Author), 2008, Die Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel in einen Tourismus ohne Auto, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167637