Die Ehe wurde im 13. Jahrhundert zu einem heiligen Sakrament der katholischen Kirche erhoben und stand so auf einer Ebene mit der Taufe und der Priesterweihe. Dadurch wurde die Bedeutung dieser stark aufgewertet und bekam einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Doch auch die Frage der Ehe von Priestern und deren Zölibat wurden nach und nach wichtiger und zunehmend diskutiert. Trotz der zunehmenden Verschärfung der Regeln waren es vor allem die Priester, welche sich wenig an diese Regeln hielten, obwohl ihnen auch harte Strafen angedroht wurden. Das im Spätmittelalter dieses Thema von Relevanz war, zeigt sich auch an der Kunst. Hans Rosenplüt griff beispielsweise das Motiv des Ehebruchs in sechs seiner 11 Mären auf. Diese Werke sollen in der vorliegenden Arbeit miteinander verglichen werden. Dabei soll der Fokus auf der Darstellung der Ehebrüche liegen. Die Fragestellung lautet: „Inwieweit unterscheiden sich die Ehebruchszenarien in den Mären von Hans Rosenplüt und kann man bei diesen ein Muster erkennen?“ Um diese Frage beantworten zu können werden alle sechs Mären hinsichtlich der Figurenkonstellation, der Rolle der Figuren, insbesondere des Buhlers, dem Schwerpunkt des Inhalts, der Ehebruch selbst, der Art der Bestrafung und der Ordnungsstörung analysiert.
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- Leonard Dürrwald (Author), 2025, Ehebruch in Hans Rosenplüts Mären, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1675724