Meine selbstständige Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich der Filme "13th Floor" und "Welt am Draht". Beide Filme sind Adaptionen des Romans "Simulacron-3". Meine Fragestellungen, unter denen ich diese Arbeit betrachte, sind: „Sind beide Filme miteinander vergleichbar?“ und „Kann 13th Floor als Remake von Welt am Draht gesehen werden?“. Da sie auf der gleichen Grundlage beruhen, haben sie zweifelsohne Gemeinsamkeiten, aber das Interessante wird sein, die Unterschiede in den Gemeinsamkeiten zu finden
Meine Ziel ist es, die Filme auf ihre Breite zu untersuchen und zu vergleichen. Mein erstes Untersuchungskriterium ist das Funktionieren der Filmwelten und deren Teilbereiche. In diesem Punkt sind vor allem die äußerlichen Merkmale, wie Zeit, farbliche Umsetzung, Orte, Grenzen, Anzahl der Welten und Personen wichtig. Als nächstes möchte ich auf die Schlüsselhandlungen (Bewusstseinstransfer, Kontaktaufnahme und Aufstieg in die nächst höhere Welt) eingehen.
Weiterführend beschäftige ich mich mit dem Leitthema der Filme und wie sie dieses umsetzen. Dabei spielt das Zitat von Descartes „Ich denke, also bin ich“ eine große Rolle. In diesem Zusammenhang möchte ich zudem klären, inwieweit die einzelnen Welten und die dazugehörigen Bewohner existieren und ab welchen Zeitpunkt elektronische Impulse als Leben angesehen werden.
Der letzte Abschnitt meines empirischen Teils konzentriert sich auf den Verwendungszweck der Welten, da diese aus einem bestimmten Grund erschaffen wurden und diesen mit der Zeit verlieren und ein neuer hinzu kommt.
Im Fazit werde ich meine gewonnen Ergebnisse zusammenfassen und eine Antwort auf meine zu Anfangs gestellten Fragen finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Funktionieren der Welten
2.1 Aufbau der Welten
2.1.1 Zeit
2.1.2 farbliche Umsetzung
2.1.3 Orte
2.1.4 Grenzen
2.1.5 Anzahl der Welten
2.1.6 Personen
2.2 Kommunikation zwischen den Welten
2.2.1 Kontaktpersonen
2.2.2 Bewusstseinstransfer – Download
2.2.3 Aufstieg in die nächst höhere Welt
3. Die Handlung
3.1 Ich denke also bin ich
3.2 Verwendungszweck der Welten
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Filme "13th Floor" und "Welt am Draht" hinsichtlich ihrer Darstellung simulierter Realitäten. Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die beiden Adaptionen des Romans "Simulacron-3" vergleichbar sind und wie sie die philosophische Grundfrage nach der Existenz des Individuums innerhalb einer künstlichen Welt umsetzen.
- Vergleich des Aufbaus und der technischen Funktionsweise der simulierten Welten.
- Analyse der Kommunikation und Interaktion zwischen den verschiedenen Ebenen.
- Untersuchung des philosophischen Leitmotivs "Ich denke, also bin ich" in beiden Filmen.
- Bewertung des Verwendungszwecks von Simulationen durch deren Schöpfer.
- Gegenüberstellung der erzählerischen und formalen Unterschiede der Filmproduktionen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Ich denke, also bin ich
"Indem wir so alles nur irgend Zweifelhafte zurückweisen und für falsch gelten lassen, können wir leicht annehmen, dass es keinen Gott, keinen Himmel, keinen Körper gibt; dass wir selbst weder Hände noch Fusse, überhaupt keinen Körper haben; aber wir können nicht annehmen, dass wir, die wir solches denken, nichts sind; denn es ist ein Widerspruch, dass das, was denkt, in dem Zeitpunkt, wo es denkt, nicht bestehe. Deshalb ist die Erkenntnis: »Ich denke, also bin ich,« (Original lat.: cogito, ergo sum) von allen die erste und gewisseste, welche bei einem ordnungs-mäßigen Philosophiren hervortritt."
Dieses Leitmotiv ist in beiden Filmen allgegenwärtig und wird in diesen laufend thematisiert. Als die Protagonisten noch nicht in die simulierte Welt eingetreten sind, meinen sie, dass es ja nur ein paar Bündel elektronischer Schaltkreise seien, die nicht wirklich existieren. Bei 13th Floor wird dieses Motiv anders umgesetzt als bei Welt am Draht.
In Fassbinders Film ist Fred nach dem ersten Download nicht bewusst, dass es sich in dieser Welt um denkende Individuen handelt, die ihr eigenes Bewusstsein haben. Deshalb scherzt er danach mit Walfang, als die Person C. Nobody gelöscht wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Zielsetzung der Arbeit, die Filme "13th Floor" und "Welt am Draht" als Adaptionen des Romans "Simulacron-3" zu vergleichen.
2. Das Funktionieren der Welten: Detaillierte Untersuchung der technischen und formalen Aspekte wie Zeitdarstellung, Farbgestaltung, Ortsspezifika sowie der Mechanismen für den Bewusstseinstransfer.
3. Die Handlung: Analyse der philosophischen Ebene der Filme, insbesondere der Bedeutung des Descartes-Zitats für die Protagonisten sowie der Intentionen hinter der Erschaffung simulierter Welten.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Filme trotz gemeinsamer inhaltlicher Basis grundverschiedene Ansätze verfolgen und daher nur bedingt miteinander vergleichbar sind.
Schlüsselwörter
13th Floor, Welt am Draht, Simulacron-3, Simulation, Bewusstseinstransfer, Realität, Descartes, Identität, Kybernetik, Filmvergleich, Science-Fiction, virtuelle Welt, Existenz, Philosophie, Filmwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht zwei Science-Fiction-Filme, die auf demselben Roman basieren, hinsichtlich ihrer Darstellung und philosophischen Auseinandersetzung mit simulierten Realitäten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt den Aufbau virtueller Welten, die Mechanismen der Kommunikation zwischen den Ebenen und die philosophische Frage, was "Sein" innerhalb einer Simulation bedeutet.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es zu klären, ob "13th Floor" als Remake von "Welt am Draht" betrachtet werden kann und wie beide Filme das Thema der "Fiktion der Fiktion" interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um einen komparativen Filmvergleich, der sowohl formale Aspekte der Inszenierung als auch inhaltliche Motive der Vorlage analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der funktionalen Rahmenbedingungen der Filmwelten und eine Analyse des Leitmotivs "Ich denke, also bin ich" sowie des Zwecks der Simulationen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Neben den Filmtiteln sind Begriffe wie Bewusstseinstransfer, Identitätseinheit, Simulation und der Bezug zum Werk von René Descartes zentral.
Wie unterscheidet sich die "Mise en abyme" in beiden Filmen?
Während "Welt am Draht" sich auf drei Ebenen beschränkt, nutzt "13th Floor" den Effekt drastischer und deutet ein unendliches Schachteln von Welten an.
Welche Rolle spielt der "Stecker" für die Protagonisten?
Das "Ziehen des Steckers" fungiert in beiden Filmen als zentrales Symbol für die Abhängigkeit des Seins von einer übergeordneten, technologischen Instanz.
Wie gehen die Filme mit dem Bewusstseinstransfer um?
Während in "13th Floor" der Transfer ein komplexer Prozess mit mentalen Nebenwirkungen ist, wird er in "Welt am Draht" eher technisch durch Hilfsmittel wie Helme oder Kontaktschaltungen realisiert.
Was ist das Ergebnis des Vergleichs?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Filme zwar die gleiche literarische Grundlage haben, sich aber in Umsetzung und Fokus so stark unterscheiden, dass sie nicht direkt als bloßes Remake, sondern eher als eigenständige Adaptionen zu werten sind.
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- Dave Schröter (Author), 2009, Filmvergleich - 13th floor und Welt am Draht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167550