In welchem Ausmaß beeinflusste der Mensch in der Vergangenheit die Landschaften und Böden der Erde? Ist der Mensch für die erdweite Zerstörung der Landschaft durch Bodenerosion verantwortlich? Welchen Einfluss und welche Auswirkung haben unterschiedliche Landnutzungssysteme auf die Entwicklung der Landschaften? Sind stärkere und häufiger auftretende Witterungsereignisse für den Anstieg der Bodenzerstörung in den vergangenen Jahrzehnten verantwortlich?
Diese und weitere Fragen stellen sich, wenn man einmal die vielen Umweltprobleme unserer Erde in Betracht zieht, wobei in dieser Arbeit vor allem die Degradation der Landschaften durch menschliche Einflüsse im Vordergrund stehen soll.
Die Ursache für die unterschiedlich geprägten Landschaftsbilder, welche die Natur der Welt aufweist, könnte in den Prozessen liegen, durch die sie geformt werden. Ähnliche Merkmale eines Raumes werden in unterschiedlicher Art und Weise, Zeit und Intensität verändert, sodass die dabei entstehenden Formen und Strukturen trotz derselben Ausgangsbedingungen nicht identisch sind.
Die vorliegende Arbeit versucht Einblicke zu geben, inwieweit menschliches Handeln Auswirkungen auf verschiedenartige Landschaften hat und im schlimmsten Fall zu deren Zerstörung führen kann. Dabei soll anhand einiger Beispiele wie der ackerbaulichen Nutzung der nordamerikanischen Lösslandschaft des Palouse, der Landschaftszerstörung auf der Robinson-Crusoe-Insel, der gartenbaulichen Nutzung des nordchinesischen Lössplateaus und dem frühen Gartenbau der Rapanui auf der Osterinsel, die Veränderung und Zerstörung der Landschaften der Erde durch nachhaltige und nichtnachhaltige Bodennutzung durch den Menschen dargestellt werden.
Zur Untersuchung der einzelnen Standorte und zur Rekonstruktion dient eine Methodenfolge, die als Landschaftssystemanalyse bezeichnet wird und bis heute an einigen Tausend Standorten erfolgreich angewendet wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Landschaftssystemanalyse
3. Landnutzung vom Mesolithikum bis in die Moderne
4. Veränderung und Zerstörung der Landschaften der Erde durch Landnutzung
4.1 Nicht nachhaltige Landnutzung und ihre Auswirkungen
4.1.1 Die nordwestamerikanische Lösslandschaft des Palouse
4.1.2 Die Landschaftszerstörung der Robinson-Crusoe-Insel
4.2 Nachhaltige Bodennutzung
4.2.1 Eine Gartenterrasse im nordchinesischen Lössplateau
4.2.2 Der frühe Gartenbau der Rapanui auf der Osterinsel
6. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss menschlicher Landnutzung auf die Degradation von Landschaften und Böden. Dabei wird analysiert, wie sowohl nachhaltige als auch nicht nachhaltige Anbaumethoden historische Landschaftsveränderungen und Bodenerosionsprozesse weltweit beeinflussen.
- Landschaftssystemanalyse als wissenschaftliches Untersuchungsinstrument
- Historische Entwicklung der Landnutzung vom Mesolithikum bis heute
- Analyse nicht nachhaltiger Landnutzung am Beispiel des Palouse und der Robinson-Crusoe-Insel
- Untersuchung nachhaltiger Bodennutzungssysteme in China und auf der Osterinsel
- Bewertung von Ursachen für Bodenzerstörung und Landschaftsdegradation
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Die nordwestamerikanische Lösslandschaft des Palouse
Das Palouse, eine im nordwestlichen Teil der USA gelegene Region setzt sich aus Teilen des östlichen Washington, des nördlichen Idaho und des nordöstlichen Oregon zusammen und gehört zu den größten und bedeutendsten Weizenanbaugebieten der Vereinigten Staaten. Die Region, die traditionell als das Gebiet der fruchtbaren Hügel und Prärien nördlich des Snake Rivers bezeichnet wird, zeichnet sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts größtenteils durch einen etwa 40 cm mächtigen humosen Oberboden und bis zu 2 m tief entkalkte, verbraunte und lessivierte Böden, die sich bis ins 19. Jahrhundert entwickeln, aus (vgl. BORK 2006, S. 56).
Nachdem die ersten Siedler aus Europa die Langgrassteppen und Wäldern des Palouse im 19. Jahrhundert vorwiegend zur Rinder- und Schafhaltung nutzen, wird gegen Ende des Jahrhunderts die hohe Fruchtbarkeit der mächtigen Lössböden entdeckt und durch die erstmals landwirtschaftliche Tätigkeit erlebt die Region einen starken Aufschwung. Die frühe landwirtschaftliche Nutzung, bei der ohne Bewässerung großteils Winterweizen aber auch Sommerweizen, Sommergerste, Erbsen und Linsen angebaut werden, beschränkt sich auf die Auen sowie die gering abfallenden Unterhänge der fruchtbaren, hügeligen Lösslandschaft (GELDMACHER 2002, zit. nach BORK 2006, S. 57). Daher zeichnet sich diese Phase der Landnutzung, die trotz der Verwendung von Zugtieren sehr arbeitaufwändig ist, auch nur in geringem Maß durch Bodenerosionen auf den Feldern aus (vgl. BORK 2006, S. 56-57).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der landschaftsverändernden menschlichen Einflüsse ein und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Bodenzerstörung und Landnutzung.
2. Die Landschaftssystemanalyse: Es werden die methodischen Arbeitsschritte vorgestellt, die zur Rekonstruktion der historischen Landschaftsentwicklung und zur Bewertung menschlicher Eingriffe dienen.
3. Landnutzung vom Mesolithikum bis in die Moderne: Dieses Kapitel skizziert den zeitlichen Wandel menschlicher Wirtschaftsformen von der Jäger- und Sammlerkultur hin zu intensiven agrarischen Landnutzungssystemen.
4. Veränderung und Zerstörung der Landschaften der Erde durch Landnutzung: Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele für nachhaltige und nicht nachhaltige Bodenbewirtschaftung und deren ökologische Folgen.
6. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Landschaftsdegradation weniger durch natürliche Witterung als durch unangepasste menschliche Strukturen verursacht wird und betont die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken.
Schlüsselwörter
Landschaftssystemanalyse, Bodenerosion, Landnutzung, Lössplateau, Palouse, Osterinsel, Rapanui, Bodenzerstörung, Nachhaltigkeit, Kulturlandschaft, Sedimente, Geo-Bio-Archive, Anthropogener Einfluss, Bodendegradation, Ackerbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen menschlicher Landnutzung auf die Landschafts- und Bodenentwicklung im globalen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die historische Landnutzungsgeschichte, die Methoden der Landschaftsanalyse sowie der Vergleich zwischen nachhaltigen und degradierenden Landnutzungspraktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie menschliches Handeln Landschaften verändert oder zerstört, und welche Rolle hierbei spezifische Anbaumethoden spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf die Landschaftssystemanalyse, ein zehnschrittiges Verfahren zur Rekonstruktion historischer Landschaftsentwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Fallbeispiele aus den USA (Palouse), Chile (Robinson-Crusoe-Insel), China (Lössplateau) und von der Osterinsel detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Bodenerosion, Landschaftsdegradation, nachhaltige Landnutzung und Landschaftssystemanalyse sind essenziell für die Arbeit.
Warum ist das Beispiel des Palouse für die Forschung relevant?
Es dient als Modell für die negativen Auswirkungen flächendeckenden Ackerbaus auf steilen Lösshängen und die resultierende Bodendegradation.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Bodenzerstörung?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Bodendegradation primär auf menschliche Strukturen zurückzuführen ist und nicht primär auf häufigere Extremwetterereignisse.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Küster (Autor:in), 2009, Beispiele für Landschaftszerstörung durch den Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167515