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Das ängstliche Gender?

Zur Konstruktion des männlichen Helden im Nibelungenlied

Title: Das ängstliche Gender?

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Veronika Luther (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Angst kennt jeder. Jeder hat schon in diversen Situationen seines
Lebens Angst gehabt und sie auch schon mehrfach thematisiert. Diese
Emotion ist schon seit langem Gegenstand der öffentlichen
Kommunikation und sie hat auch in die Psychoanalyse Eingang gefunden.
Doch Angst war nicht immer opportun. Wenn man eine Emotion in der
mittelhochdeutschen Literatur betrachtet, muss man davon ausgehen,
dass sie anders wahrgenommen, geäußert und bewertet wurde. Es ist
nötig, sie als „historische Kategorie“ zu verstehen, „die abhängig ist von den jeweiligen epochenspezifischen sozialen und kulturellen
Gegebenheiten und sich mit deren Veränderungen wandelt.“ Ängste in
der Literatur kommentieren, spiegeln und antizipieren das Geschehen und den Handlungsverlauf und sind ihm inhärent. Diese Emotion wird hier nur selten zerlegt und analysiert, denn sie hat topischen Charakter und tritt in bestimmten Lebenslagen und –krisen auf.
Die grundsätzliche Frage, die ich mir in dieser Arbeit stelle, ist wie die Männlichkeit und somit das Heldenideal im Nibelungenlied über die Angstemotion bzw. über das Fehlen der Angstemotion konstruiert wird.
Zunächst möchte ich die Emotion Angst theoretisch betrachten und
anschließend das Wortfeld angest und seine Synonyme erschließen. Sie
sollen zum besseren Verständnis dienen. Anschließend soll allgemein
dargestellt werden, in welchen Situationen der ideale Held Angst
empfindet oder auch nicht. In diesem Zusammenhang werde ich auf die
Hauptfiguren eingehen und ihr Verhalten interpretieren. Insbesondere soll hier auf Siegfried, Hagen, Gunther, Gernot und Rüdeger eingegangen werden. Außerdem ist es an dieser Stelle auch wichtig darzustellen, wie die Helden ihre Gegner durch Schmähung als Feiglinge diffamieren und sie so zum kämpfen bewegen. Im letzten Teil der Arbeit werde ich auf den Genderaspekt eingehen. Hier soll näher betrachtet werden, wie sich die Helden gegenüber den beiden weiblichen Protagonistinnen verhalten. Ich stelle die These auf, dass die Männer hier Angst vor der starken Frau haben bzw. die Frau als Platzhalter für andere Ängste der Männer eingesetzt wird, um die Männer nicht negativ zu besetzen und das Heldenideal aufrecht zu erhalten. Diesbezüglich soll auf die Entmachtung und Unterwerfung von Brünhild und Kriemhild besonders eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das ängstliche Gender? Zur Konstruktion des männlichen Helden im Nibelungenlied

2. Theoretische Betrachtung der Angstemotion aus moderner Sicht

3. Wortfeld angest und Synonyme

4. Konstruktion des idealen Helden

4.1 Siegfried – Angstfreiheit als Gefahr

4.2 Hagen – Angst vor dem Angstverdacht

4.3 Gunther – Die Lizenz zur Angst

4.4 Gernôt – Determiniertheit durch das Schicksal

4.5 Rüdeger – Vorbildlicher Held mit Gottvertrauen

4.6 Feinde und Gegner – Provokation durch Schmähung

5. Die Angst des Mannes vor der starken Frau?

5.1 Werbung um Brünhilde

5.2 Entmachtung der Frau durch Entziehung des materiellen Besitzes

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit und des Heldenideals im Nibelungenlied unter besonderer Berücksichtigung der Angstemotion. Dabei wird analysiert, wie männliche Helden ihre Angstbewältigung gestalten und welche Rolle die Angst vor Frauen sowie der gesellschaftliche Status in diesem Kontext spielen.

  • Die theoretische Einordnung der Angstemotion aus moderner psychoanalytischer Sicht.
  • Die Analyse des Wortfeldes "angest" im mittelhochdeutschen Kontext.
  • Die Untersuchung des heroischen Ideals und der problemzentrierten Angstbewältigung bei Hauptfiguren wie Siegfried, Hagen und Gunther.
  • Die Hinterfragung der männlichen Dominanz und der Umgang mit starken weiblichen Figuren wie Brünhilde und Kriemhild.
  • Der Zusammenhang zwischen materieller Entmachtung der Frau und der Sicherung patriarchaler Machtstrukturen.

Auszug aus dem Buch

4.2 Hagen – Angst vor dem Angstverdacht

Nach Siegfrieds Tod geht „das heroische Sich -Hinwegsetzen über Ängste auf die Gestalt Hagens über.“ 21 Er warnt vor einer Reise zu den Hunnen und sieht das große Unglück auf sich und die anderen zukommen:

er sprach zem künege tougen: „ir habt iu selben widerseit. Nu ist iu doch gewizzen waz wir haben getân. wir mugen immer sorge zuo Kriemhilde hân, wande ich sluoc ze tôde ir man mit mîner hant. wie getorste wir gerîten in daz Etzelen lant?“ (Str.1458, 4 und Str.1459, 1-4)

Doch Hagens berechtigte Warnung wird von den anderen nicht ernst genommen und Giselher empfiehlt ihm, zu Hause zu bleiben, wenn er sich nicht traue. Hagen wird durch diese Beleidigung von Zorn ergriffen, denn Feigheit darf sich der Held nicht unterstellen lassen.

„Stereotypes movens der Männer ist die Angst vor dem Angstverdacht, d.h. heroische Taten werden nicht nur um ihrer selbst willen vollzogen, sondern auch, um sich vor der Unterstellung der Angst zu reinigen.“22

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das ängstliche Gender? Zur Konstruktion des männlichen Helden im Nibelungenlied: Einführung in die Thematik der Angst als historische Kategorie und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich Männlichkeit und Heldenideal.

2. Theoretische Betrachtung der Angstemotion aus moderner Sicht: Diskussion moderner psychoanalytischer Angstmodelle, insbesondere der Kategorien der Angstbewältigung nach Billings und Moos.

3. Wortfeld angest und Synonyme: Sprachwissenschaftliche Analyse der Begriffe für Angst im Mittelhochdeutschen unter Einbeziehung verschiedener Wörterbucheinträge.

4. Konstruktion des idealen Helden: Untersuchung, wie die Helden Siegfried, Hagen, Gunther, Gernôt und Rüdeger ihr Heldenbild konstruieren und Angst durch Zorn oder problemzentriertes Handeln überwinden.

5. Die Angst des Mannes vor der starken Frau?: Analyse der Geschlechterrollen und der systematischen Entmachtung starker Frauenfiguren zur Wahrung der patriarchalen Machtstruktur.

6. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass sich männliche Helden über das Fehlen von Angst definieren und Bedrohungen stets durch aktive Gewalt bewältigen.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Heldenideal, Angstemotion, Männlichkeit, Gender Studies, Angstbewältigung, Siegfried, Hagen, Gunther, Patriarchat, Mittelalterliche Literatur, Zorn, Feigheit, Brünhilde, Machtstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das männliche Heldenideal im Nibelungenlied konstruiert wird und welche Rolle die Emotion der Angst dabei spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die männliche Identität, der Umgang mit Angst und Zorn in Kampfsituationen sowie die Dynamik zwischen den Geschlechtern in der mittelalterlichen Erzähldichtung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird erforscht, wie Männlichkeit und das Heldenideal über das Vorhandensein oder Fehlen der Angstemotion definiert werden und wie Männer auf Bedrohungen ihrer Position durch Frauen reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt durch moderne psychoanalytische Theorien zur Angst sowie geschlechterspezifische Ansätze (Gender Studies).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die zentralen männlichen Helden – Siegfried, Hagen, Gunther, Gernôt und Rüdeger – einzeln analysiert sowie das Verhältnis dieser Männer zu den starken Frauenfiguren Brünhilde und Kriemhild untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Heldenideal, Nibelungenlied, Angstemotion, Gender Studies, patriarchale Machtstruktur und Angstbewältigung.

Warum wird Siegfried als "Heros ohne Angst" bezeichnet?

Siegfried wird aufgrund seiner mythischen Unverwundbarkeit und seiner instinktiven, furchtlosen Natur als Inbegriff des Helden dargestellt, wobei diese Angstfreiheit gleichzeitig seine Schwäche darstellt, da sie Reflexion verhindert.

Wie bewertet der Autor Gunthers Verhalten?

Der Autor interpretiert Gunthers vermeintliche Schwäche als "Lizenz zur Angst", die dazu dient, den Kontrast zu den "unerschrockenen" Helden wie Siegfried und Hagen zu schärfen und den Unterhaltungswert der Figur zu steigern.

Inwiefern spielt die "Angst vor dem Angstverdacht" eine Rolle?

Sie ist ein zentrales Motiv der männlichen Helden; da Feigheit das Ansehen vernichtet, führt bereits der Verdacht von Angst zu aggressivem Zorn, um die heroische Identität zu wahren.

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Details

Title
Das ängstliche Gender?
Subtitle
Zur Konstruktion des männlichen Helden im Nibelungenlied
College
University of Vienna  (Institut für deutsche Philologie)
Course
Zürnen, Zittern, Zaudern, Zagen – Aggression und Angst in der mittelhochdeutschen Erzähldichtung
Grade
2,0
Author
Veronika Luther (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V167277
ISBN (eBook)
9783640837311
ISBN (Book)
9783640837656
Language
German
Tags
Nibelungenlied Angst Gender Männlichkeit Heldentum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Luther (Author), 2009, Das ängstliche Gender?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167277
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