Vor mehr als einundzwanzig Jahren brach das politische und schließlich auch das wirtschaftliche System der DDR zusammen. In der Folge warf die Wiedervereinigung und der Abschluss einer Wirtschafts- und Währungsunion die Frage nach den Theoretischen ökonomischen Problemen der Umwandlung der DDR in eine Marktwirtschaft auf.
In der Retrospektive wird deutlich, was man damals alles wissen und auch, was man nicht wissen konnte.
Diese wissenschaftliche Arbeit ist daher zugleich eine Antwort auf die Frage, inwieweit das wirtschaftliche Handeln der damaligen Bundesregierung im Rahmen der Wiedervereinigung angemessen war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überlegenheit des marktwirtschaftlich-kapitalistischen Syxtems
3. Theoretische Begründung der Überlegenheit
4. Probleme und Funktionsdefizite beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft
4.1. Private Planungsautonomie
4.2. Dezentralisierung
4.3. Autonome Geld-/Kreditmittelversorgung
4.4. Stetiges Verhalten und Ausbildung stabiler rationaler Erwartungen
4.5. Hinreichendes Qualifikationsniveau
5. Folgen der Funktionsdefizite
6. Folgerung und Handlungsempfehlung
7. Ausblick – aus heutiger Sicht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen ökonomischen Herausforderungen beim Transformationsprozess von der zentralplanwirtschaftlichen Ordnung der ehemaligen DDR hin zu einer marktwirtschaftlichen Struktur.
- Effizienzunterschiede zwischen Plan- und Marktwirtschaft
- Zentrale Voraussetzungen für den Systemübergang
- Identifikation spezifischer Funktionsdefizite bei der Transformation
- Anpassungsprobleme auf dem Arbeitsmarkt
- Langfristige wirtschaftliche Einheitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
4. Probleme und Funktionsdefizite beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft
Die fünf zentralen Voraussetzungen eines effizienten marktwirtschaftlichen Systems lassen sich zugleich als die Probleme und Funktionsdefizite beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft verstehen:
- Private Planungsautonomie
- Dezentralisierung
- Autonome Geld-/Kreditmittelversorgung
- Stetiges Verhalten und Ausbildung stabiler rationaler Erwartungen
- Hinreichendes Qualifikationsniveau
4.1. Private Planungsautonomie
Hierunter fallen die Freiheit der Faktorbeschaffung und der Marktteilnahme, die freie Preisfestsetzung und –aushandlung und die Vertragsfreiheit.
Als Problemfelder seien hier nur genannt die fehlende Markttransparenz und die gewohnte „kollektive“ Handlungsrationalität.
4.2 Dezentralisierung
Errichtung eines marktförmigen, dezentralisierten und arbeitsteiligen Produktions-, Allokations- und Distributionssystems.
Als Problemfelder lassen sich hier nennen: die regional-, branchen- und kapazitätsabhängige Umstrukturierung der zentralisierten Monostrukturen, die korrespondierende Ausdifferenzierungsproblematik (Irrtumskosten) und schließlich das Fehlen geeigneter, marktpreisorientierter Indizes im gesamtwirtschaftlichen Datenkranz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Inflexibilität des zentralplanwirtschaftlichen Systems und dessen systembedingte Unzulänglichkeiten.
2. Überlegenheit des marktwirtschaftlich-kapitalistischen Syxtems: Hier wird die Effizienzüberlegenheit der Marktwirtschaft gegenüber dem sozialistischen System am Beispiel des Lebensstandardvergleichs dargelegt.
3. Theoretische Begründung der Überlegenheit: Das Kapitel erläutert die Theorie des Marktmechanismus, der eine optimale Allokation der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital anstrebt.
4. Probleme und Funktionsdefizite beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft: Es werden fünf Grundvoraussetzungen definiert, deren Abwesenheit oder Unvollständigkeit die wesentlichen Hürden der Systemtransformation darstellen.
5. Folgen der Funktionsdefizite: Dieser Abschnitt beschreibt die resultierenden Ungleichgewichtssituationen auf Teilmärkten durch den Wettbewerbsdruck.
6. Folgerung und Handlungsempfehlung: Trotz der zu erwartenden Anpassungskosten wird eine zügige Transformation der Wirtschaftssysteme befürwortet.
7. Ausblick – aus heutiger Sicht: Eine retrospektive Betrachtung zeigt, dass auch Jahrzehnte nach der deutschen Einheit noch strukturelle Unterschiede in den Lebensbedingungen bestehen.
Schlüsselwörter
DDR, Marktwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft, Transformation, Effizienz, Planungsautonomie, Dezentralisierung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Transformationsprobleme, Systemvergleich, Lebensstandard, Wiedervereinigung, Strukturwandel, Wirtschaftsordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Probleme, die bei der Umwandlung der zentralplanwirtschaftlichen DDR in eine marktwirtschaftliche Ordnung auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen Systemvergleiche, Transformationsvoraussetzungen sowie die Analyse von Funktionsdefiziten bei der Umstrukturierung von Wirtschaftssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus einer retrospektiven Sicht zu verstehen, welche theoretischen Probleme den Transformationsprozess nach 1989 maßgeblich beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine politökonomische Betrachtung sowie auf die Anwendung theoretischer Konzepte der Regulierungstheorie und Systemanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil identifiziert fünf zentrale Funktionsdefizite (wie Planungsautonomie oder Dezentralisierung) und erörtert deren Auswirkungen auf den Transformationsprozess.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transformation, Systemübergang, Funktionsdefizite, Zentralverwaltungswirtschaft und Marktwirtschaft definiert.
Warum war laut Autor eine zügige Transformation notwendig?
Trotz der hohen zu erwartenden Anpassungskosten plädiert die politökonomische Regulierungstheorie aufgrund der systembedingten Ineffizienz für ein zügiges Vorgehen.
Inwieweit bestehen nach dem Autor heute noch Unterschiede?
Der Autor stellt fest, dass auch über 20 Jahre nach der Einheit keine vollständige Angleichung der Lebensbedingungen erreicht wurde, was sich unter anderem in den Arbeitslosenquoten widerspiegelt.
- Quote paper
- Diplom-Ökonom Michael Heinen-Anders (Author), 1990, Theoretische ökonomische Probleme der Umwandlung der DDR in eine Marktwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167275