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Wielands dichterisches Programm anhand des "Oberon" und "Klelia und Sinibald"

Title: Wielands dichterisches Programm anhand des "Oberon" und "Klelia und Sinibald"

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jasmin Schlotterbeck (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Mit diesen Worten leitet Wieland sein Versepos Oberon ein und verweist damit zugleich auf
die Tradition desselben. Genau wie die großen epischen Vorbilder der Zeit – genannt seien
hier unter anderem Homer und Vergil – bedient sich Wieland des Anrufs der Musen, welche
ihm den Hippogryfen, das Sinnbild dichterischer Fantasie satteln sollen, um noch einmal mit
ihm ins „alte romantische Land“ – romantisch steht hier für das „katholische Mittelalter im
Gegensatz zum klassischen Altertum“2 – zu fliehen.
Dass Wieland hierbei die Worte „noch einmal“ (!) wählt ist nicht verwunderlich, denn auch er
hat nach seiner Arbeit am Agathon erkannt, dass der Roman – wie es Blankenburg treffend
formuliert – „der legitime Erbe des alten Epos werden könnte.“3 Dennoch hält er am Traum
eines „Epos en miniature“4, wenn das „große Epos im 18. Jahrhundert schon keinen echten
Lebensgrund mehr hat“5, fest. So unternimmt er noch zweimal mit Idris und Zenide, als auch
mit dem Neuen Amadis den Versuch, ein scheinbar vollgültiges Epos zu schaffen, bevor ihm
1780 mit dem Oberon die Verwirklichung dieses Traumes gelingt. Noch ein letztes Mal also
macht er sich mit seinem geflügelten Dichterross auf den Weg, bevor der Roman – eine Gattung
der sich Wieland selbst später verstärkt zuwendet – seine Nachfolge antreten darf.Betrachtet man die Anfangsworte des Oberon jedoch vor dem Hintergrund des letzten der
Versepen Wielands Klelia und Sinibald – auf das im weiteren Verlauf noch explizit eingegangen
wird – ergibt sich eine etwas andere Interpretation. Nun heißt es: Noch ein letztes Mal
soll das geflügelte Dichterross ihn auf seine Schultern nehmen und mit ihm ins „alte romantische
Land“ fliehen, bevor in Klelia und Sinibald eine Absage an den Oberon mit seiner Märchenhaftigkeit
formuliert und ein völlig neues dichterisches Programm ins Leben gerufen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Oberon

2.1 Furor poeticus und poeta vates

2.2 Märchenhaftigkeit

2.2.1 Die sittliche Humanität

2.2.2 Der Mensch als Narr

3. Klelia und Sinibald

3.1 Problem des Wunderbaren

3.2 Der Witz

3.2.1 Die Linie des Schönen

3.2.2 Das leiseste Gefühl im Prüfen und im Wählen

3.2.3 Die rhythmische Musik

3.2.3 Die Leichtigkeit

3.3 Problematisierung

3.3.1 Beseelung der Kunst

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel in Christoph Martin Wielands dichterischem Programm, indem sie einen direkten Vergleich zwischen dem Versepos "Oberon" und dem späteren Werk "Klelia und Sinibald" zieht, um die Abkehr von der Märchenhaftigkeit hin zu einem rationaleren, natürlicheren Dichtungsansatz zu analysieren.

  • Die ästhetische Funktion der Märchenhaftigkeit im "Oberon"
  • Die Rolle der "sittlichen Humanität" und des "Menschen als Narren"
  • Der Übergang zu einem rationalen, "witzgesteuerten" dichterischen Programm
  • Methodische Mittel der Gestaltung wie die "Linie des Schönen"
  • Die Problematik der Beseelung von Kunst in einem realistischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Die Leichtigkeit

Und eben diese Leichtigkeit ist das letzte der vier Mittel, welche Wieland nennt, um sich in die Herzen der Hörer einzustehlen. Es handelt sich hierbei um die Kunst des Verschleierns der Arbeit, welche zur Hervorbringung des Kunstwerkes nötig war. Also um die dissimulatio artis. Zur Verdeutlichung, was hierunter zu verstehen ist, lässt sich nochmals auf die oben behandelte Verstechnik verweisen. So ist etwa in dem Epos Hermann noch deutlich spürbar, welche Mühe es Wieland kostete im Hexameter zu dichten. Nach Sengle ist dieser hier „in seiner Stetigkeit unerträglich, oft misslingt er“ auch. In Klelia und Sinibald hingegen ist Wieland wie schon genannt der Ausgleich zwischen Alltagssprache und gebundener Sprache gelungen. Die Reime lesen sich gleichsam wie Prosa. Ein Phänomen, welches durch das Zusammenfallen von Vers- und Prosatakt erreicht wurde. Zur Vergegenwärtigung sei hier nochmals ein Abschnitt aus Klelia und Sinibald angeführt:

Schon hatten Morgens früh, beym festlichen Gelärm

Der Glocken, schaarenweis´ die Bürger von Palerm

An Sankt Kathrinens Tag zur Mette sich versammelt;

Die Glocken hatten ausgebammelt,

Vorüber war der Zug mit Kreuz und Fahn´,

Und Priester stimmten schon, der Heiligen zu Ehren

Mit reichen Stolen angethan,

An wohl beräucherten Altären

Ihr Dominus vobiscum schnarrend an

(Bd. 21, S. 171)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Wielands Bestreben ein, ein modernes Epos zu schaffen, und stellt die These auf, dass "Klelia und Sinibald" eine bewusste Absage an das märchenhafte Programm des "Oberon" darstellt.

2. Oberon: Dieses Kapitel analysiert die Voraussetzungen des "Oberon", insbesondere den "furor poeticus" und die Märchenhaftigkeit, die das Epos als menschliches Heldengedicht prägen.

2.1 Furor poeticus und poeta vates: Hier wird Wielands Orientierung an Platons Konzept der dichterischen Begeisterung dargelegt, die den Dichter zum Seher erhebt.

2.2 Märchenhaftigkeit: Dieser Abschnitt beschreibt, wie die Märchenhaftigkeit im "Oberon" instrumentalisiert wird, um den Text über bloße Unterhaltung hinaus zu erweitern.

2.2.1 Die sittliche Humanität: Untersucht die moralische Tiefe, die durch die Figur des Oberon und die Menschlichkeit der Protagonisten in das Werk eingewoben wird.

2.2.2 Der Mensch als Narr: Erläutert die Thematisierung menschlicher Fehlbarkeit und Torheit als zentrales Element der Charakterzeichnung im "Oberon".

3. Klelia und Sinibald: Dieses Kapitel markiert den Wendepunkt zu einem neuen dichterischen Programm, das sich von der Feenwelt abwendet.

3.1 Problem des Wunderbaren: Analysiert Wielands bewusste Entscheidung gegen das Wunderbare zugunsten einer natürlicheren, gegenständlicheren Welt.

3.2 Der Witz: Definiert den "Witz" im 18. Jahrhundert als rationale Erfindungsgabe und als zentrales Steuerungselement der Dichtung.

3.2.1 Die Linie des Schönen: Erklärt die Übertragung von Hogarths ästhetischer Theorie auf Wielands Forderung nach Natürlichkeit in der Literatur.

3.2.2 Das leiseste Gefühl im Prüfen und im Wählen: Diskutiert das Streben nach einem "rechten Maß" und Harmonie in der stofflichen und stilistischen Gestaltung.

3.2.3 Die rhythmische Musik: Beschreibt den Übergang zur rhythmisierten Prosa, um eine größere Natürlichkeit und Leichtigkeit zu erreichen.

3.2.3 Die Leichtigkeit: Erläutert die "dissimulatio artis" als Methode, die handwerkliche Mühe des Schreibens vor dem Leser zu verbergen.

3.3 Problematisierung: Reflektiert die Herausforderungen, die sich aus der Forderung nach einem rationalen Werk für die Beseelung der Kunst ergeben.

3.3.1 Beseelung der Kunst: Zeigt anhand von Mythologien auf, wie ein Dichter trotz rationalem Aufbau einen "Geist" oder "Genius" in sein Werk bringen kann.

Schlüsselwörter

Wieland, Oberon, Klelia und Sinibald, Märchenhaftigkeit, Furor poeticus, sittliche Humanität, Witz, Linie des Schönen, dichterisches Programm, Aufklärung, Verskunst, Natürlichkeit, Ideengeschichte, Epos, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den künstlerischen Entwicklungsprozess Christoph Martin Wielands anhand seiner beiden Versepen "Oberon" und "Klelia und Sinibald".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ästhetische Transformation vom märchenhaft-wunderbaren Epos hin zu einer rationalen, witzbasierten und natürlichen Darstellungsweise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das "neue" dichterische Programm in "Klelia und Sinibald" als bewusste Abkehr von den poetischen Prinzipien des "Oberon" nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Vergleich der Primärquellen mit zeitgenössischen ästhetischen Theorien (z. B. Hogarth, Winckelmann) und literarhistorischen Kontexten kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der poetischen Mittel des "Oberon" und stellt diesen die neuen Gestaltungskriterien wie Witz, die Linie des Schönen und die Beseelung der Kunst in "Klelia und Sinibald" gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wielands dichterisches Programm, Märchenhaftigkeit, Witz, Humanität und Ästhetik des 18. Jahrhunderts beschreiben.

Welche Rolle spielt die "Linie des Schönen" in der Argumentation der Autorin?

Die "Linie des Schönen" dient als theoretisches Bindeglied, um zu erklären, wie Wieland durch das Prinzip des Natürlichen und des rechten Maßes eine neue, harmonische Qualität in seiner späteren Dichtung erzielt.

Warum bezeichnet die Autorin das Dichten im "Oberon" als "holden Wahnsinn"?

Dieser Begriff wird in Anlehnung an den "furor poeticus" verwendet, der im "Oberon" noch als notwendige Voraussetzung für die fantastische, märchenhafte Gestaltung des Epos gesehen wurde.

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Details

Title
Wielands dichterisches Programm anhand des "Oberon" und "Klelia und Sinibald"
College
University of Würzburg
Grade
1,0
Author
Jasmin Schlotterbeck (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V166970
ISBN (Book)
9783640830817
ISBN (eBook)
9783640831586
Language
German
Tags
wielands programm oberon klelia sinibald
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Schlotterbeck (Author), 2008, Wielands dichterisches Programm anhand des "Oberon" und "Klelia und Sinibald", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166970
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