Kurz vor der Wahl des 43. US- Präsidenten haben landesweit, zahlreiche Anhänger des grünen Politikers Ralph Nader, die Befürchtung mit ihrer Stimme dem Republikaner George W. Bush indirekt zum Wahlsieg zu verhelfen. Schon früh zeichnete sich ab, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahl mit den abgegebenen Stimmen für Ralph Nader entscheiden werden würde, da die für ihn abgegebenen Stimmen letztlich dem Demokraten Al Gore zum Sieg fehlen würden. Um einen Sieg des von ihnen ungeliebten republikanischen Präsidentschaftskandidaten George W. Bush zu verhindern, könnten die Anhänger Ralph Naders notfalls ihre Stimme dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore geben. Damit wäre jedoch für die Grüne Partei Ralph Naders jegliche Möglichkeit verspielt, die 5 % Hürde zu überwinden um sich so als dritte politische Macht in den USA zu etablieren. Damit würden die überzeugten Anhänger Ralph Naders, jedoch nur einen Teilsieg erlangen und ihr eigentliches Ziel nicht erreichen. Sie stehen also vor der Frage, ob sie ihren Wunschkandidaten Ralph Nader wählen und dadurch riskieren George W. Bush indirekt zum Sieg zu verhelfen oder ob sie Al Gore wählen und dadurch die Chance zur Etablierung einer dritten politischen Macht verspielen? (K)ein Problem der Nader. Anhänger, dessen Lösung das „vote- swapping“ zu sein scheint.
Inhaltsverzeichnis
1. (k) ein Problem der Nader- Anhänger?
2. (in) direkte Präsidentschaftswahl?
3. Was ist „Vote- Swapping“?
4. (il) legalles “Vote- Swapping”?
5. erfolgreiches “Vote- Swapping”?
6. Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen des "Vote-Swapping" im Kontext der US-Präsidentschaftswahl 2000 und analysiert, inwieweit diese digitale Praxis als taktisches Mittel zur Stimmenmaximierung und Etablierung dritter politischer Kräfte eingesetzt wurde sowie welche rechtlichen und ethischen Kontroversen sich daraus ergaben.
- Das US-amerikanische Wahlsystem und seine Auswirkungen auf das Zweiparteiensystem
- Die Entstehung und Funktionsweise von Online-Vermittlungsplattformen für Stimmentausch
- Rechtliche Bewertung des Stimmentauschs durch Wahlaufsichtsbehörden
- Diskurs über die ethische Vertretbarkeit taktischer Stimmenabgabe im Internet
- Effektivität und politische Bedeutung des "Vote-Swapping" im Wahlergebnis 2000
Auszug aus dem Buch
3. Was ist Vote- Swapping?
Das Wort “vote- swapping” ist abgeleitet aus dem englischen Verb „to swap“, das soviel wie tauschen oder wechseln bedeutet. „Vote- swapping“, ist demzufolge der Tausch beziehungsweise der Wechsel von Wählerstimmen. Hierbei werden auf den Vermittlungswebsites im Internet Anhänger verschiedener Bewerber zusammengeführt, damit sie ihre Wählerstimmen über die Grenzen der einzelnen Bundesstaaten hinaus tauschen können. Die Existenz solcher Vermittlungswebsites ist nur mit einem Blick auf das US- Wahlrecht zu erklären, welches eine strenge Bundesstaatliche Grenzziehung beim Auszählen der Stimmen vornimmt. Somit kann diese Lücke im US-Wahlrecht über das digitale, interaktive Medium Internet, auf den entsprechenden Vermittlungswebsites durch das „vote- swapping“ überwunden werden.
Auslöser dieser neuen Art der organisierten Stimmabgabe war ein Artikel von Jamin Raskin, einem Washingtoner Verfassungsrechtlers, der am 24.10.2000 im Online Magazin „Slate“ veröffentlicht wurde. Raskin skizzierte dort die Möglichkeit für einen digital vermittelten Stimmhandzettel, der den beiden „linken“ Kandidaten aus dem Dilemma ihrer direkten Konkurrenz helfen sollte. Die Zielgruppe dieses Artikels waren potentielle Wähler des Grünen Ralph Nader sowie Gore-Anhänger. Der Alptraum der Anhänger Ralph Naders war es, mit ihrer Stimme George W. Bush indirekt zum Wahlsieg zu verhelfen, da genau diese dem demokratische Kandidaten Al Gore zum Wahlsieg fehlen würde.
Durch das „vote swapping“ sollten sie mit ihrer Stimme den Vizepräsidenten in den hart umkämpften „swing states“ (oft auch „Battleground States“ genannt; Staaten in denen der Wahlausgang noch offen ist) unterstützen und würden im Gegenzug dazu in „safe states“ ( für einen Kandidaten sicher gewonnene oder verlorene Bundesstaaten) Stimmen bekommen, die der Grünen Partei Ralph Naders über die 5 % Hürde helfen sollten, damit sich diese Partei als dritte politische Macht in den USA etablieren kann. Es würden demzufolge beide Tauschpartner vom „vote swapping“ profitieren; der Vizepräsident hätte in den „swing states“ eine zusätzliche Stimme und der indirekte Nader- Wähler muss nicht befürchten Steigbügelhalte des politischen Gegners zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. (k) ein Problem der Nader- Anhänger?: Dieses Kapitel beleuchtet das Dilemma der Anhänger von Ralph Nader, die bei der Wahl 2000 befürchteten, durch ihre Stimmabgabe indirekt den Sieg von George W. Bush zu begünstigen.
2. (in) direkte Präsidentschaftswahl?: Es wird das amerikanische Wahlsystem erläutert, das durch das Mehrheitsprinzip und die Rolle der Wahlmänner (electors) ein starkes Zweiparteiensystem begünstigt.
3. Was ist „Vote- Swapping“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Vote-Swapping" als digitalen Stimmentausch zwischen Wählern in verschiedenen Bundesstaaten, um strategische Ziele trotz des US-Wahlrechts zu erreichen.
4. (il) legalles “Vote- Swapping”?: Hier wird der rechtliche Schlagabtausch zwischen Wahlaufsichtsbehörden, die "Vote-Swapping" als Wahlbetrug werteten, und Befürwortern, die sich auf das Recht der freien Meinungsäußerung beriefen, dargestellt.
5. erfolgreiches “Vote- Swapping”?: Es wird die Bilanz des Projekts gezogen, wobei trotz der Etablierung als politisches Thema die tatsächliche Anzahl der Tauschaktionen als gering eingestuft wird.
6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Vote-Swapping, US-Präsidentschaftswahl 2000, Ralph Nader, George W. Bush, Al Gore, Wahlrecht, taktisches Wählen, Swing States, Internet, Online-Vermittlung, Demokratie, Politische Kommunikation, Stimmentausch, Zweiparteiensystem, Wahlmänner
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Auswirkungen der digitalen Praxis des "Vote-Swapping" während der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2000.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das US-Wahlsystem, die Möglichkeiten digitaler politischer Beteiligung und die rechtliche Einordnung von strategischem Stimmentausch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, ob und wie das Internet als Werkzeug für taktische Stimmabgaben genutzt wurde, um politische Dilemmata innerhalb des US-Wahlsystems zu lösen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von medialen Berichten, rechtlichen Auseinandersetzungen und statistischen Daten zu den damaligen Tauschplattformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Funktionsweise von Swapping-Plattformen, die rechtlichen Kontroversen und die letztliche politische Erfolgsbilanz der Tauschaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Vote-Swapping, Wahlrecht, strategisches Wählen, Swing States und politische Partizipation.
Warum galt das Vote-Swapping als rechtlich umstritten?
Behörden stuften den Stimmentausch teilweise als Wahlbetrug ein, da sie ihn als Handel mit Wählerstimmen gegen eine Gegenleistung interpretierten.
Wie bewertet die Autorin den Erfolg des Vote-Swapping rückblickend?
Rückblickend wird das Unternehmen als gescheitert angesehen, da es keinen wesentlichen Einfluss auf den Wahlausgang hatte und die politischen Ziele nicht erreicht wurden.
Welche Rolle spielten die "Swing States" bei diesem Phänomen?
Swing States waren das Ziel der Tauschaktionen, da hier die Mobilisierung von zusätzlichen Stimmen für einen Kandidaten entscheidend für den knappen Wahlausgang sein konnte.
- Quote paper
- B.A. Liane Giese (Author), 2004, "Vote-Swapping" - eine Möglichkeit, taktisch zu wählen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166965