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Faszination Star. Das Phänomen der Lena Meyer-Landrut.

Titel: Faszination Star. Das Phänomen der Lena Meyer-Landrut.

Bachelorarbeit , 2010 , 51 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Jana Elzner (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Die folgende Arbeit stellt sich der Aufgabe, die sozialen Beweggründe, die sich hinter der Faszination verbergen - die wir unseren Stars entgegenbringen - in ihrem einführenden Theorieteil zu nähern und sie innerhalb ihres empirischen Teils qualitativ zu erforschen. Es darf nicht falsch verstanden werden, dass es sich hierbei um eine Analyse von Faszination in ihrem eigentlichen Sinne handelt. Denn Faszination ist immer mit dem eigenen subjektiven Empfinden verbunden, so einzigartig wie jedes Individuum selbst und somit wissenschaftlich wohl unauflöslich. Es soll hierbei eher herausgefunden werden, welche Motive uns Menschen dazu bewegen, einer Anziehungskraft zu unterliegen, die bestimmte Medienstars auf uns ausüben. Die Idee, die zum Thema dieser Arbeit geführt hat, war die kollektive Begeisterung und der „Medienhype“ um eine zuvor unbekannte Lena Meyer-Landrut (Lena), Gewinnerin der Castingshow „Unser Star für Oslo“ (www.unser-star-fuer-oslo.de) und spätere Siegerin des 55. Eurovision Song Contest in Oslo. [...] Doch trotz seines hohen gesellschaftlichen Einflusses ist das Star-Phänomen ein weitgehend ungelöstes und vernachlässigtes Forschungsfeld innerhalb der Wissenschaften (vgl. Faulstich 1997, S. 7). Der Grund für diese Diskrepanz ist vor allem die Komplexität des „Medienstars“ und seine vielfältigen Erscheinungsformen innerhalb der Populärkultur. Aufgrund seiner Geschichte, der Entwicklung unserer Medienkultur und der Entstehung pluralistischer Gesellschaften, kann man das Star-Phänomen keiner generellen wissenschaftlichen Disziplin zuordnen. Um seine gesellschaftliche Wirkung und die Komplexität des Stars zu verstehen, wird die Arbeit interdisziplinär ansetzen. Hierbei wird sie neben einem soziologischen und medienwissenschaftlichen Blickwinkel, zur Erläuterung, Ansätze der Sozialpsychologie, der Psychologie und der Cultural Studies mit einfließen lassen. Einleitend geht die Arbeit auf die Entwicklung und Ursprünge der Medienkultur und Populärkultur ein. Im weiteren Verlauf wird sie ihren Fokus auf die Geschichte des Stars, den Star selbst und der Beziehung zwischen dem Star und seinen Nutzern richten. Innerhalb des empirischen Teils der Arbeit sollen dann anhand einer Qualitativen Inhaltsanalyse am Star-Phänomen der Lena Meyer-Landrut, soziale Beweggründe und Motive erforscht werden, die uns Aufschluss darüber geben sollen, welche sozialen Funktionen der Star übernimmt und warum wir seiner Anziehungskraft unterliegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kultur – Medien - Medienkultur

2.1. Populärkultur: Historie und Gesellschaft

2.2. Sozialer Wandel und Medienkultur

3. Der Star

3.1 Seine Wegbereiter und ihre soziale Funktion

3.2. Starbegriff

3.2.1. Das Idol

3.2.2. Das Vorbild

3.3. „Star-Sein“

4. Der Star als „soziales Konstrukt“

4.1. „Star-Image“

4.2. „Star-Mensch“ und „Star-Rolle“

5. Die Parasoziale Beziehung zwischen Star und Nutzer

5.1. Einführende Begriffsbestimmungen

5.2. Parasoziale Beziehungen

5.3. Nähe-Distanz und Projektion

5.4. Identität und Identifikation

6. Empirie Teil: Eine Qualitative Inhaltsanalyse

6.1. Vorgehensweise der Online-Datenerhebung

6.2 Forschungsmethode

6.3. Durchführung der Qualitativen Inhaltsanalyse

6.4. Starportrait: Lena Meyer-Landrut

7. Fallanalyse am Star-Phänomen der Lena Meyer-Landrut

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialen Beweggründe für die Faszination, die Medienpersonen auf ihre Fans ausüben, wobei das Phänomen der Lena Meyer-Landrut als Fallbeispiel dient. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Stars in einer modernen, individualisierten Gesellschaft als Projektionsflächen für persönliche Sehnsüchte, als Vorbilder und als Ersatz für reale soziale Beziehungen fungieren.

  • Wechselwirkungen zwischen Kultur, Medien und der Entstehung von Stardom.
  • Theoretische Fundierung des Star-Begriffs und parasozialer Beziehungen.
  • Qualitative Analyse der Fan-Identifikation und Identitätskonstruktion.
  • Untersuchung der Kompensationsfunktion von Stars bei alltäglichen Frustrationen.
  • Stellenwert von Authentizität und charismatischer Ausstrahlung für die Star-Rezeption.

Auszug aus dem Buch

3.1. Seine Wegbereiter und ihre soziale Funktion

Bevor sich die Arbeit einer Begriffsklärung des „Stars“ nähert, soll sie sich im Folgenden ihren Vorläufern und Wegbereitern widmen. Um die soziale Funktion des modernen Medienstars zu erkennen und seinen relationalen Charakter zu verstehen, orientiert sich die Arbeit an dieser Stelle nicht an der Gegenwartsgesellschaft, sondern geht zurück in die Menschheitsgeschichte und zu den Anfängen der Stargeschichte.

Zu den Merkmalen menschlicher Gruppierungen gehört seit jeher, dass sich in ihnen Menschen mit einem besonderen Ansehen bilden. Menschen „[…] die neben dem Dunkeln der Anderen, […]“ (Ludes, S. 88) hervorleuchten. Rekonstruiert man die Phasen der Menschheitsentwicklung und betrachtet man die überlieferten Mythen, so lässt sich vermuten, dass schon seit mehreren Jahrtausenden Personen mit außergewöhnlicher physischer Stärke oder einer außeralltäglichen Schönheit als besonders herausragend angesehen und bewundert wurden.

Immer waren es Menschen, die das Durchschnittliche, die dominante Regelmäßigkeit der Gruppe durchbrachen. So waren es in der griechischen Mythologie Halbgötter und -göttinnen, die von ihren Bewunderern idealisiert und verehrt wurden. In anderen Epochen und Kulturen waren es die Helden und Heldinnen, denen eine besondere Funktion zugesprochen wurde oder die charismatischen Führer, die ein Ideal für ihre Anhänger verkörperten. Für den Soziologen und Medienwissenschaftler Peter Ludes etablierte sich das Prinzip des Stars lange Zeit vor der Begrifflichkeit des Stars als Kulturphänomen des 20. Jahrhunderts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Star-Phänomen als vernachlässigtes Forschungsfeld vor und definiert das Ziel, die sozialen Motive hinter der Faszination für Medienpersonen qualitativ zu untersuchen.

2. Kultur – Medien - Medienkultur: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wandel, Massenmedien und der Entstehung einer Kultur, die zunehmend durch individuelle Orientierungsbedürfnisse geprägt ist.

3. Der Star: Es wird die historische Entwicklung des Star-Begriffs sowie die Unterscheidung zwischen Idolen und Vorbildern dargelegt, um das "Star-Sein" als relationales System zu begreifen.

4. Der Star als „soziales Konstrukt“: Das Kapitel analysiert die innere Struktur von Star-Images und das Wechselspiel zwischen beruflicher Rolle und medial vermittelter privater Identität.

5. Die Parasoziale Beziehung zwischen Star und Nutzer: Hier wird das Konzept der parasozialen Interaktion als medieninduzierte, einseitige, aber psychologisch wirksame Beziehung definiert.

6. Empirie Teil: Eine Qualitative Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise der Online-Datenerhebung im Lena-Fan-Forum und legt die qualitativen Auswertungsschritte offen.

7. Fallanalyse am Star-Phänomen der Lena Meyer-Landrut: Die Fallanalyse präsentiert die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich der Identifikationsmuster, Projektionen und sozialen Funktionen des Stars Lena.

8. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Stars als Orientierungshilfen und Kompensationsmittel in einer komplexen Gesellschaft eine zentrale Funktion für die Identitätsentwicklung ihrer Fans einnehmen.

Schlüsselwörter

Starphänomen, Lena Meyer-Landrut, parasoziale Beziehung, Fan-Forschung, Identifikation, Projektion, Populärkultur, Medialisierung, soziale Funktion, Vorbildfunktion, Identitätskonstruktion, Qualitative Inhaltsanalyse, Medienwirkung, Star-Image, Kompensation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sozialen Hintergründe und Motive, warum Menschen eine besondere Bindung zu Medienstars aufbauen und welche Funktionen diese Stars in ihrem Leben übernehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Medientheorie der Populärkultur, die Konstruktion von Star-Images, das Konzept der parasozialen Beziehungen sowie die psychologische Bedeutung von Identifikation und Projektion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Faszination für Medienstars zu ergründen und aufzuzeigen, wie Fans in einer modernen, individualisierten Gesellschaft durch die parasoziale Beziehung zu einem Star Orientierung finden und eigene Defizite kompensieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin führt eine qualitative Inhaltsanalyse durch, basierend auf einer Online-Umfrage unter Fans in einem Fan-Forum zur Person Lena Meyer-Landrut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen theoretischen Teil zur Soziologie und Medienpsychologie des Stars sowie einen empirischen Teil, in dem die Daten der Fan-Umfrage kategorisiert und analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie parasoziale Beziehung, Star-Image, Identifikation, Vorbildfunktion und Kompensation bestimmt.

Welche Rolle spielt die "Distanz" im Verhältnis zwischen Fan und Star?

Laut der Arbeit ist die Distanz essenziell, um die Illusion der parasozialen Beziehung aufrechtzuerhalten und das Idealbild des Stars vor der enttäuschenden Realität des "echten" Menschen zu schützen.

Wie bewerten die Fans die Künstlerin Lena Meyer-Landrut?

Die Fans beschreiben Lena durchweg positiv, heben ihre Authentizität, ihr natürliches Wesen und ihre charismatische Ausstrahlung hervor, was ihre Identifikation und Vorbildfunktion für die Befragten stärkt.

Dient der Star lediglich der Unterhaltung?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Star weit über die Unterhaltung hinaus als Identifikationssymbol und als hilfreiche Projektionsfläche für die eigene Persönlichkeitsentwicklung der Fans dient.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Faszination Star. Das Phänomen der Lena Meyer-Landrut.
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Medienwissenschaften; Soziologie; Sozialpsychologie
Note
1,5
Autor
Jana Elzner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
51
Katalognummer
V166948
ISBN (Buch)
9783640832132
ISBN (eBook)
9783640832613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aktuelle empirische Forschungsarbeit Lena Meyer-Landrut Parasoziale Beziehung Fantum Medien Soziologie Sozialpsychologie Faszination Star Medienstar Eurovision Song Contest Grand Prix Eurovision Fanverhalten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Elzner (Autor:in), 2010, Faszination Star. Das Phänomen der Lena Meyer-Landrut., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166948
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Leseprobe aus  51  Seiten
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