Gegenstand des vorliegenden Werkes ist die Analyse zwischenbetrieblicher Kooperationsbeziehungen im internationalen Linienluftverkehr. Dazu werden, aufbauend auf wissenschaftlich fundierten Grundlagen zur Kooperationstheorie, die historische Entwicklung und das rechtlich-institutionelle Umsystem im Luftverkehr dargestellt, um fortfolgend Kooperationsstrategien entsprechend einordnen und das mögliche Potential interorganisationaler Zusammenarbeit gebührend würdigen zu können. Im Anschluss erfolgt die Untersuchung des Ausmaßes und der Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise ab 2007 auf den Luftverkehr, die abschließend dazu dient, die Theorie kooperativer Arrangements durch ihre praktische Anwendung in Krisenzeiten zu legitimieren und ihr Substanz und Nachhaltigkeit zu bescheinigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziele, Herausforderungen und Aktualität der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2. Gegenstand der Arbeit
2.1 Luftverkehrsbranche
2.2 Fluggesellschaften
2.2.1 Geschäftsmodelle von Fluggesellschaften
2.2.2 Das Produkt im Linienluftverkehr und seine Besonderheiten
2.3 Weltwirtschaftskrise ab 2007
2.4 Themenabgrenzung
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Strategiebegriff und strategische Ausgangslage
3.2 Koordinationstheorie zur Einordnung von Kooperationen zwischen Markt und Hierarchie
3.2.1 Transaktionskostentheorie
3.2.2 Koordinationsformen
3.2.3 Hybride Koordination – Netzwerktypen
3.2.4 Kritik an der Transaktionskostentheorie
3.3 Klärung des Kooperationsbegriffes
3.3.1 Begriffsdefinition: Kooperation
3.3.2 Rivalen als Partner: Co-opetition
3.3.3 Bedeutung der Kooperationsstrategie im Zielsystem eines Unternehmens
3.4 Ursachen, Motive und Risiken von Kooperationen
3.4.1 Wirtschaftlicher Hintergrund zur Begründung von Kooperation (externe Faktoren)
3.4.2 Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zur Begründung von Kooperationen (interne Faktoren)
3.4.3 Risiken von Kooperationen
3.5 Kritische Würdigung (Theorie)
4. Interorganisationale Zusammenarbeit im Luftverkehr
4.1 Historischer Hintergrund
4.2 Rechtlich-institutionelles Regelsystem im internationalen Luftverkehr
4.2.1 Bilaterale Abkommen
4.2.2 Single European Market und Open Skies
4.3 Kooperationen auf Branchenebene
4.4 Kooperationen auf Unternehmensebene
4.4.1 Ziele strategischer Luftverkehrskooperationen
4.4.1.1 Absatzmarktgerichtete Ziele
4.4.1.2 Unternehmensgerichtete Ziele
4.4.2 Kosten, Grenzen und Risiken strategischer Luftverkehrskooperationen
4.4.2.1 Interne Kosten einer Kooperation
4.4.2.2 Externe Begrenzungsfaktoren einer Kooperation
4.4.2.3 Risiken einer Kooperation
4.4.3 Zusammenfassung des Kooperationspotentials
4.4.4 Maßnahmen zur Zielerreichung: Kooperationsabkommen
4.4.4.1 Inter-Airline Agreements
4.4.4.2 Strategische Allianzen
4.5 Kritische Würdigung (Praxis)
5. Fallbeispiel: Kooperationsabkommen auf Streckennetzebene
5.1 Erfolgsfaktor Streckennetz
5.2 Funktion des Kooperationspartners aus Streckennetzsicht
5.3 Inter-Airline Agreements auf Streckennetzebene
5.3.1 Interline Agreements
5.3.2 Special ProRate Agreements
5.3.3 Codeshare Agreements
5.3.4 Franchise Agreements
5.3.5 Central Network Management
5.4 Exkurs: Netzseitige Kooperation zwischen Substitutionsprodukten – Zug und Flug
6. Untersuchung der Entwicklung der Luftverkehrsbranche vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise
6.1 Zyklik und Krisenanfälligkeit der Luftverkehrsindustrie
6.2 Von der Weltwirtschafts- in die Luftverkehrskrise
6.2.1 Die Jahre vor 2007/2008
6.2.2 Verlauf und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Fluggesellschaften
6.2.3 Eine Branche steuert gegen: Operative Maßnahmen
6.2.4 Status Quo: Aufschwung in Sicht
6.3 Kooperationsstrategien im Linienluftverkehr vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise
7. Schlussfolgerungen
7.1 Zusammenfassendes Ergebnis und Thesen zur Kooperationspolitik
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Diplomarbeit ist die kritische Analyse zwischenbetrieblicher Kooperationsbeziehungen im internationalen Linienluftverkehr vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise ab 2007, um deren Eignung als Strategieoption und Quelle für Wettbewerbsvorteile in Krisenzeiten zu bewerten.
- Grundlagen der Kooperationstheorie im Luftverkehr
- Strukturen und Geschäftsmodelle von Fluggesellschaften
- Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ab 2007 auf die Luftfahrtbranche
- Strategische Kooperationsformen (Inter-Airline Agreements, Allianzen)
- Analyse von Kooperationspotenzialen auf Streckennetzebene
Auszug aus dem Buch
4.4.1.2 Unternehmensgerichtete Ziele
Unternehmensgerichtete Effizienzziele sind weitestgehend auf das Potential der Kosteneinsparung durch die Kooperation ausgelegt. Synergien sollen genutzt, vorhandene Ressourcen optimal ausgenutzt und Risiko gemeinsam minimiert werden um Rationalisierungseffekte herbeizuführen.
Die Optimierung kombinierter Streckennetze und des Flugzeugeinsatzes stellt eines der wichtigsten Rationalisierungspotentiale bei gleichzeitig signifikanter Ertragssteigerungsmöglichkeit dar. Sie findet Anwendung in speziellen Netzstrukturen, die durch synergetisches Zusammenfügen vorhandener Strecken entstehen. Durch den Austausch und die Kombination der einzelnen Routen wird ein höherwertiges Streckennetz gebildet, das als Knotenpunktsystem (mehrere Verkehrssammelpunkte) oder als Hub-and-Spoke-System ausgestaltet ist. Kooperationspartner können ergänzende Städteverbindungen einbringen und damit teilweise ganz neue Routingoptionen ermöglichen, die wiederum von der zusätzlichen Nutzung des Durchgangsverkehrs profitieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die zunehmende Bedeutung strategischer Kooperationen im internationalen Luftverkehr angesichts geänderter Rahmenbedingungen und Krisensituationen.
2. Gegenstand der Arbeit: Dieses Kapitel definiert die Luftverkehrsbranche sowie die Geschäftsmodelle von Fluggesellschaften und beschreibt die Entstehung und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ab 2007.
3. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel liefert die theoretische Basis zu Strategiebegriffen, der Koordinationstheorie sowie Definitionen und Motiven für interorganisationale Kooperationen.
4. Interorganisationale Zusammenarbeit im Luftverkehr: Es wird ein Überblick über die Historie sowie das rechtlich-institutionelle Umfeld der Airline-Kooperationen gegeben und die verschiedenen Kooperationsformen auf Branchen- und Unternehmensebene detailliert erörtert.
5. Fallbeispiel: Kooperationsabkommen auf Streckennetzebene: Dieses Kapitel verknüpft die Theorie mit der Praxis und analysiert spezifische Kooperationsabkommen, die zur Optimierung von Streckennetzen eingesetzt werden.
6. Untersuchung der Entwicklung der Luftverkehrsbranche vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise: Hier werden die Auswirkungen der Rezession auf die Branche analysiert und operative Gegenmaßnahmen der Airlines unter die Lupe genommen.
7. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in Thesen zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Airline-Kooperationen und Konsolidierungen.
Schlüsselwörter
Luftverkehr, Strategie, Kooperation, Weltwirtschaftskrise, Linienluftverkehr, Kooperationsstrategien, Netzwerk Carrier, Allianzen, Inter-Airline Agreements, Streckennetz, Synergieeffekte, Kosteneinsparung, Wettbewerbsvorteile, Risikoreduzierung, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit von zwischenbetrieblichen Kooperationsstrategien im internationalen Linienluftverkehr unter den erschwerten Bedingungen der Weltwirtschaftskrise ab 2007.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Kooperationstheorien, die Besonderheiten der Luftverkehrsbranche, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die praktischen Auswirkungen von Krisen auf die Kooperationspolitik internationaler Fluggesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die unternehmerische Zusammenarbeit von Fluggesellschaften kritisch zu beleuchten und zu klären, inwieweit Kooperationen als Instrument für Wettbewerbsvorteile oder als existenzsichernde Maßnahme in der Krise dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden wissenschaftliche Grundlagen zur Kooperationstheorie erarbeitet und auf die Praxis der Luftverkehrsbranche übertragen. Zudem erfolgt eine Analyse aktueller Marktentwicklungen und Fallbeispiele aus der Luftfahrt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung der Kooperationsformen im Luftverkehr, ein Fallbeispiel zur Streckennetzoptimierung sowie eine detaillierte Untersuchung der Branchentwicklung während der Rezession.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Luftverkehr, Strategie, Kooperation, Wirtschaftskrise, Allianz, Inter-Airline Agreements und Streckennetz.
Warum ist das Streckennetz ein kritischer Erfolgsfaktor?
Ein optimiertes Streckennetz ermöglicht eine effiziente Auslastung durch gebündelte Passagierströme an Hubs, was besonders in Krisenzeiten zur notwendigen Kostendeckung beiträgt.
Wie beeinflussen "Inter-Airline Agreements" die Wettbewerbsfähigkeit?
Sie dienen als Instrumente, um durch Codesharing, gemeinsame Kapazitätsnutzung oder gemeinsame Beschaffung Synergien zu heben und Wettbewerbsvorteile zu erzielen, die im Alleingang nicht realisierbar wären.
- Quote paper
- Dipl. Betriebswirt (FH) Sebastian Schimpf (Author), 2010, Kooperationsstrategien im Linienluftverkehr vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise ab 2007, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166898