[...]Auf den ersten Blick scheint die Chinesische Geschichte mit all ihren Dynastien und Königreichen sehr verwirrend. Dabei helfen diese bei genauerer Betrachtung bei der Datierung. Einen klaren Anfang der Chinesischen Geschichte zu finden ist schwer. Oft wird hierfür die mythische Xia – Dynastie genannt (2025 – 1818 v.Chr.), für die aber bis heute eindeutige archäologische Funde fehlen. Genauere Kenntnisse existieren allerdings über die nachfolgenden Dynastien der Shang (1766 – 1045 v. Chr.) und der Zhou (1045 – 249 v.Chr.).
Dabei sollte aber erwähnt werden, daß diese beiden Dynastien noch kein Kaiserreich im engeren Sinne bildeten, sondern eher ein Königtum mit sehr autonomen Adelsherren darstellten. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Die zyklische Geschichtsauffassung
2. Der Einfluss des Konfuzianismus auf die Hierarchie
3. Das sinozentrische Weltbild
4. Dynastische Entwicklung und Reichseinigung
4.1 Von der Xia- zur Zhou-Dynastie
4.2 Die Qin-Dynastie und der Beginn des Kaiserreichs
4.3 Die Han-Dynastie und die Teilungsphasen
4.4 Sui- und Tang-Dynastie sowie die Ausbreitung des Buddhismus
4.5 Die Song-Dynastie und die Jin-Dynastie
4.6 Die Yuan-Dynastie und der Mongolensturm
4.7 Die Ming-Dynastie und erste Kontakte mit Europa
5. Fremddynastien und die Qing-Zeit
6. Das Ende des Kaiserreiches und die moderne Ära
7. Definition von Territorium und Kernchina
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die komplexen historischen Strukturen Chinas verständlich zu machen, indem sie zentrale Konzepte wie die zyklische Geschichtsschreibung, den Konfuzianismus und den Sinozentrismus analysiert. Dabei wird untersucht, wie diese historischen Prägungen das moderne Selbstverständnis der Volksrepublik China und ihre territoriale Politik beeinflussen.
- Historische Periodisierung und dynastischer Wechsel
- Die Bedeutung der konfuzianischen Hierarchie für den Staatsapparat
- Das Konzept des Himmelsmandats und seine politische Relevanz
- Die Entwicklung des sinozentrischen Weltbildes
- Kontinuität und Wandel in der chinesischen Raumauffassung
Auszug aus dem Buch
Die zyklische Geschichtsauffassung
Die Chinesen hatten spätestens seit der Qin-Dynastie eine zyklische Geschichtsauffassung, welche einzelne Dynastien zählt, sowie die Zeit der Zersplitterung des Chinesischen Reiches. Übrigens eine Geschichtsauffassung die gar nicht so fremd ist ähnliches lässt sich über das Ägyptische Pharaonenreich erkennen.
Chinesische Geschichtsschreibung lässt sich nur mit der Kenntnis der Schriften des Kong Fu Zi (latinisiert Konfuzius) verstehen. Besonders im Buch der Riten ebenso wie in den Frühlings- und Herbstanalen ist die chinesische Gesellschaft in eine feste Hierarchie eingeteilt, an deren Spitze der Kaiser steht. Diese Klassiker sind umso wichtiger, da sie über 2000 Jahre als der grundlegende Bildungsstoff der Beamtenelite sowie des Kaisers selbst waren. Der gesamte Staatsapparat wurde nach diesen Werken aufgebaut – eine besonders Ausnahme stellt dabei die Gründungsdynastie der Qin dar.
In der Geschichtsauffassung der Chinesen herrscht ein starker Sinozentrismus vor. Ähnlich wie bei den Europäern, welche sich ebenfalls als den Mittelpunkt der Welt sahen, stellte im Alten China der Kaiserpalast den Mittelpunkt der bewohnten Welt dar, und je weiter man sich davon wegbewegte, desto unzivilisierter wurde die Welt gedeutet. Dabei ist das Zwiebelschalenmodell ein gutes Modell.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die zyklische Geschichtsauffassung: Einführung in die zeitliche Wahrnehmung Chinas und die Parallelen zu anderen Hochkulturen.
2. Der Einfluss des Konfuzianismus auf die Hierarchie: Analyse der Rolle konfuzianischer Schriften als normatives Fundament für die Beamtenelite und den kaiserlichen Hof.
3. Das sinozentrische Weltbild: Beschreibung des Weltbildes, das den Kaiserpalast als kulturelles und politisches Zentrum definiert.
4. Dynastische Entwicklung und Reichseinigung: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Dynastien und der immer wiederkehrenden Phasen von Einigung und Zersplitterung.
5. Fremddynastien und die Qing-Zeit: Untersuchung der Mandschu-Herrschaft und ihrer erfolgreichen Assimilation in das chinesische System.
6. Das Ende des Kaiserreiches und die moderne Ära: Erläuterung der Transformation vom Kaiserreich zur Republik und den Auswirkungen auf das moderne China.
7. Definition von Territorium und Kernchina: Klärung der historischen Herleitung von Gebietsansprüchen und dem Verständnis von abtrünnigen Provinzen.
Schlüsselwörter
Geschichte Chinas, Dynastien, Himmelsmandat, Konfuzianismus, Sinozentrismus, Reich der Mitte, Gentry, Kaiserreich, Zersplitterung, Reichseinigung, Mandschu, Warlords, Territoriale Integrität, Tributsystem, Volksrepublik China
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historischen Grundlagen Chinas und zeigt auf, wie diese die Entwicklung und das heutige Selbstverständnis des Landes prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die dynastische Geschichte, die Bedeutung konfuzianischer Werte für die Hierarchie und die Entwicklung des sinozentrischen Weltbildes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verbindung zwischen der historischen Geschichtsauffassung und der modernen territorialen Außenpolitik der Volksrepublik China nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz, der auf der Auswertung klassischer konfuzianischer Schriften und historischer Dynastienfolgen basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem Zyklus von Reichseinigung und Zersplitterung sowie der Rolle einzelner Dynastien von der Xia-Zeit bis zur modernen Ära.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Schlüsselbegriffe sind das Himmelsmandat, der Sinozentrismus, das Reich der Mitte und die kontinuierliche Assimilationskraft der chinesischen Kultur.
Was bedeutet das "Himmelsmandat" für eine Dynastie?
Es ist die Legitimation für die Herrschaft über das chinesische Reich, die entzogen werden kann, wenn eine Dynastie in die Krise gerät oder ihre moralische Pflicht vernachlässigt.
Wie definiert die Arbeit das heutige Territorium Chinas?
Sie beschreibt es als eine historische Rekonstruktion: Alle Gebiete, die in den vergangenen 5000 Jahren jemals von Chinesen beherrscht wurden, werden als integraler Bestandteil des Reiches betrachtet.
Warum wird Europa im historischen chinesischen Kontext als "Barbaren" bezeichnet?
Dies leitet sich aus dem sinozentrischen Weltbild ab, in dem alles, was sich weit vom Zentrum (dem Kaiserpalast) entfernt befindet, als kulturell unterlegen oder unzivilisiert galt.
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- Marcus Aurel (Author), 2011, Geschichte Chinas, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166782