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Die Demokratisierung des Helden

Ein Kurswechsel in der Herologie?

Title: Die Demokratisierung des Helden

Bachelor Thesis , 2010 , 50 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Laura Forouher (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Im Juli 2010 besuchte ich eine Sonderausstellung im LWL-Industriemuseum Heinrichshütte in Hattingen, die den Titel "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen." trug. Die Ausstellung vermittelte auf anschauliche und informative Weise den Wandel des Heldentums im Laufe der Jahrhunderte und weckte mein Interesse an diesem Thema. Die Exponate, von antiken griechischen Vasen über Kriegspropaganda bis hin zu Superheldencomics, verifizierten die Existenz von Helden seit Menschengedenken. Dabei erschien mir das Heldentum auf den ersten Blick als eine Konstante, die sich im Laufe der Jahrhunderte nur kaum verändert hatte. Im weiteren Verlauf der Ausstellung sollte ich jedoch Gegenteiliges erfahren, möchte aber an dieser Stelle der folgenden Studie nicht vorgreifen.
In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Heldentum. Dabei möchte ich den Blick vor allem auch auf die empirische Sichtweise, der Herologie richten. Die Herologie erforscht als Wissenschaft das Heldentum und soll einen Teil dieser Studie einnehmen. Im ersten Teil der Arbeit möchte ich mich mit Hilfe von verschiedenen Definitionsversuchen dem Begriff des Helden nähern. Im weiteren Verlauf werde ich den bisherigen Forschungsstand der Herologie in Augenschein nehmen und bestimmte Interessenschwerpunkte besonders hervorheben. Im Hauptteil werde ich einen historischen Überblick über die Geschichte und Entwicklung des Heldenbildes vornehmen, angefangen bei der Antike, über das Mittelalter, bis hin zum Helden des modernen Nationalstaates sowie abschließend auf den Medienhelden eingehen. Es ist mir besonders wichtig, bei der Entwicklung des Helden auf etwaige Brüche und Veränderungen hinzuweisen und diese herauszuarbeiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der von Ute Frevert geprägten Bezeichnung der "Demokratisierung des Heldentums". Im Verlauf der Arbeit möchte ich versuchen herauszufinden, in welchem Ausmaß diese Veränderung sich auf die Forschungen im Bereich der Herologie ausgewirkt haben könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Was macht einen Helden aus? Ein Annäherungsversuch

2. Forschungsstand

3. Heldengenese von der Antike bis in die Moderne

3.1 Helden der Antike

3.2 Der mittelalterliche Helden

3.3 Der deutsche Nationalheld

4. Der überhöhte Kriegsheld und die Demontage des Heldentum.s

4.1 Die Helden eines industrialisierten Krieges

4.2 Der Opfertod als Heldentod

4.3 Die Heldenmüdigkeit der Nachkriegszeit

5. Die Helden des Medienzeitalters

5.1 Comichelden

5.2 Hollywood als Heldenfabrik

5.3 Idole – die neuen Helden?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel des Heldentums und die damit verbundene Veränderung in der wissenschaftlichen Herologie. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich die von Ute Frevert konstatierte "Demokratisierung des Heldentums" auf die Wahrnehmung des Heldenbildes und die Forschung auswirkt und ob die klassische Herologie durch moderne, medial geprägte Formen abgelöst wurde.

  • Historische Entwicklung des Heldenbildes von der Antike bis zur Moderne
  • Die Demokratisierung des Heldentums und ihr Einfluss auf die Gesellschaft
  • Kritische Analyse von Heldentypologien und dem Monomythos-Konzept
  • Wandel des Heldentums durch Medien, Hollywood und modernen Starkult
  • Die Differenzierung zwischen klassischem Helden und dem modernen Idol

Auszug aus dem Buch

Die Helden des Medienzeitalters

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es schließlich, nach jahrtausendelanger (und in manchen Epochen ausschließlicher) Heroisierung von Kriegern und Soldaten, zu einem Kurswechsel in der Heldenverehrung. Der überhöhte Heroenkult des NS-Regimes sowie die nach und nach ans Tageslicht tretenden Gräueltaten der vermeintlichen Helden veränderten das Heldenideal beinahe vollständig. Zu sehr verband man alles Heldenhafte mit Gewalt, Leiden, Opfer und Tod. So kam es, dass der ursprüngliche Heroenkult weitestgehend auf gesellschaftliche Ablehnung stieß und der Held in seiner klassischen Form höchstens noch in ironisierter Form Anklang fand.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die durch eine Museumsausstellung angeregt wurde, sich wissenschaftlich mit dem Wandel des Heldenbegriffs zu befassen.

1. Was macht einen Helden aus? Ein Annäherungsversuch: Dieses Kapitel nähert sich dem Heldenbegriff etymologisch und definiert ihn durch den Akt der sozialen Zuschreibung und die Grenzüberschreitung.

2. Forschungsstand: Hier werden die wichtigsten herologischen Theorien und Heldentypologien, von Carlyle bis Campbell und Raglan, kritisch diskutiert und bewertet.

3. Heldengenese von der Antike bis in die Moderne: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick, der die antiken Wurzeln, das mittelalterliche Ritter- und Heiligenideal sowie die Entstehung des deutschen Nationalhelden beleuchtet.

4. Der überhöhte Kriegsheld und die Demontage des Heldentum.s: Der Fokus liegt auf der Instrumentalisierung des Helden im industrialisierten Krieg, dem Opfertod als höchstem Ideal und dem anschließenden Bedeutungswandel nach dem Zweiten Weltkrieg.

5. Die Helden des Medienzeitalters: Hier wird der Übergang von klassischen Helden hin zu medialen Konstrukten wie Comichelden, Filmfiguren und modernen Idolen/Stars analysiert.

6. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert den Kurswechsel der Herologie und stellt fest, dass die klassische Suche nach einem universalen Heldenmythos zugunsten einer Analyse aktueller kollektiver Mythen und der Medienwirkung gewichen ist.

Schlüsselwörter

Heldentum, Herologie, Demokratisierung des Helden, Heldenreise, Monomythos, Kriegsheld, Medienzeitalter, Ideale, Identifikation, Kollektivmythen, Idol, Heldenbild, Nationalheld, Popkultur, Heldenverehrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Heldenbilder im historischen Kontext und wie sich das Verständnis von Heldentum von der Antike bis zum heutigen Medienzeitalter verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die historische Genese des Helden, die Rolle des Kriegers, die Bedeutung von Mythen und die Verschiebung hin zu modernen Idolen in den Medien.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, wie sich die Demokratisierung des Heldentums auf das Heldenbild auswirkt und welcher Kurswechsel in der wissenschaftlichen Herologie dadurch erforderlich wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kultur- und sozialanthropologische Perspektive, kombiniert mit einer historischen Analyse und dem Vergleich existierender herologischer Forschungskonzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Heldengeschichte, eine Untersuchung der Heldenüberhöhung in Kriegszeiten sowie die Analyse des Wandels zu Medienhelden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Heldentum, Demokratisierung des Helden, Herologie, Monomythos, Medienwirkung und die Unterscheidung zwischen Held und Idol.

Warum spielt das Nibelungenlied eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Das Nibelungenlied dient als zentrales Beispiel für die Konstruktion eines deutschen Nationalheldentums, das zur Stärkung nationaler Identität im 19. Jahrhundert politisch instrumentalisiert wurde.

Was unterscheidet laut der Autorin ein Idol von einem klassischen Helden?

Der klassische Held wird durch seine Selbsttranszendierung und außergewöhnliche Tat definiert, während das moderne Idol im Medienzeitalter primär durch Selbstinszenierung und Popularität glänzt.

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Details

Title
Die Demokratisierung des Helden
Subtitle
Ein Kurswechsel in der Herologie?
College
University of Münster  (Institut für europäische Ethnologie / Institut für Volkskunde)
Grade
1,1
Author
Laura Forouher (Author)
Publication Year
2010
Pages
50
Catalog Number
V166749
ISBN (eBook)
9783640828524
ISBN (Book)
9783640828937
Language
German
Tags
Held Helden Herologie Comichelden Geschichte Heldenverehrung Rittertum Campbell Ute Frevert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Forouher (Author), 2010, Die Demokratisierung des Helden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166749
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