Grenouille wächst in einer herzlosen Umgebung zu einer extrem unharmonischen, herzlosen Kreatur heran. Er ist völlig emotionslos, verlangt nichts von seiner Umgebung und bietet ihr das Gleiche. Wie ein besessener Wissenschaftler verfolgt er unerbittlich sein Ziel. Und er geht dabei wörtlich über die Leichen. Auf dem Weg zu dem Ziel, die Menschen zu betören und zu beherrschen, ist ihm jedes Mittel recht. Der primitivste der Sinne, der Geruchssinn, über den die ganze Welterfahrung Grenouilles vermittelt wird, wird dank seiner Unausweichlichkeit zum Manipulationsinstrument Grenouilles und zum Mittel seiner Größenphantasien. Er versucht seine Substanzlosigkeit zu kompensieren, aber im Schlussergebnis scheitert er an sich selbst. Resigniert und enttäuscht sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und benutzt den Duft und die Menschen dazu, sich selbst umzubringen.
Inhaltsverzeichnis
Vorstellung des Romans
Inhaltsskizze
Verkaufserfolg
Die Roller des Erzählers
Struktur und Sprache
Genie versus Wahnsinn
Scheitern und Selbstzerstörung
Das Parfum – Ein Roman der Postmoderne
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Gründe für die anhaltende Faszination von Patrick Süskinds Roman "Das Parfum". Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der zentralen erzählerischen Mittel, der Charakterisierung des Protagonisten Jean-Baptiste Grenouille im Spannungsfeld zwischen genialer Begabung und psychischer Störung sowie der Einordnung des Werkes in den Kontext der Postmoderne.
- Die Funktion und Wirkung des auktorialen Erzählers
- Die rhetorische Gestaltung und olfaktorische Symbolik im Roman
- Die psychologische Dimension der Figur Grenouille: Genie und Wahnsinn
- Die literarische Einordnung als postmodernes Werk und intertextuelle Bezüge
Auszug aus dem Buch
Genie versus Wahnsinn
Der Pfad zwischen Genie und Wahnsinn ist ziemlich schmal. „Das Parfum“ erzählt von dem Wandel eines begabten Außenseiters. Grenouille ist von Geburt an mit einem genialen Geruchssinn ausgestattet. Dieser überdurchschnittlich entwickelte Sinn übersteigt die realen Möglichkeiten und sichert seinem Besitzer eine Überlegenheit gegenüber seiner Umwelt. Seine Genialität ermöglicht ihm seine Träume zu erfüllen – der beste Parfumeur der Welt und der Herrscher über die Menschen zu werden. Sie wird an mehreren Stellen während des Romangeschehens zum Ausdruck gebracht. Der Protagonist kann sich durch seine Nase im Dunklen zurechtfinden. Er täuscht die Menschen durch seine Parfums, mit deren Hilfe er sich verschiedene Duftmasken schafft. So kann er beispielsweise die Morde unbemerkt durchführen.
Die Genialität lässt sich als höchste schöpferische Begabung, als Vollkommenheit auf einem bestimmten Gebiet definieren. Dabei wird Niedagewesenes, Originales geschaffen. Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen Genie und Begabung. Grenouille entwickelt den Ehrgeiz, „der beste Parfumeur aller Zeiten“ (Parfum, 58) zu werden. Die Identitätskrise, die nach der Erkenntnis der eigenen Geruchlosigkeit folgt, steigert seinen Ehrgeiz noch mehr. Die Geruchlosigkeit gilt als Zeichen seiner Unmenschlichkeit und ist mit Minderwertigkeitskomplexen verbunden. Grenouille selbst treibt es, um seine Wertlosigkeit und Minderwertigkeit zu kompensieren, ein absolutes Parfum zu kreieren, das ihm die Macht über die Menschen und ihre Liebe verschafft. Dafür braucht er Menschendüfte, die er ohne Rücksicht auf die Opfer besitzen muss.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorstellung des Romans: Dieses Kapitel analysiert das Umschlagmotiv der Erstausgabe und stellt Bezüge zwischen dem Gemälde von Antoine Watteau und den Themen der Aufklärung im Roman her.
Inhaltsskizze: Hier wird der Lebensweg von Jean-Baptiste Grenouille von seiner Geburt bis zu seinem Ende nachgezeichnet, wobei seine olfaktorische Begabung und seine Suche nach Macht im Zentrum stehen.
Verkaufserfolg: Dieser Abschnitt beleuchtet die positive Aufnahme des Werkes durch Publikum und Kritiker sowie die Bedeutung des Romans als Bestseller.
Die Roller des Erzählers: Die Analyse konzentriert sich auf die auktoriale Erzählweise, die den Leser durch das 18. Jahrhundert führt und Distanz zur Hauptfigur wahrt.
Struktur und Sprache: Das Kapitel untersucht die rhetorische Vielfalt und die sprachliche Gestaltung des Romans, die eine historische Atmosphäre schafft und olfaktorische Eindrücke vermittelt.
Genie versus Wahnsinn: Hier wird die psychologische Entwicklung Grenouilles thematisiert, wobei die Ambivalenz zwischen seiner genialen Begabung und seinem destruktiven Verhalten diskutiert wird.
Scheitern und Selbstzerstörung: Dieses Kapitel beleuchtet den Untergang des Protagonisten, der trotz seiner Macht über die Menschen an seiner sozialen Isolation scheitert.
Das Parfum – Ein Roman der Postmoderne: Die Arbeit ordnet den Roman hier in den Kontext der Postmoderne ein, indem sie intertextuelle Verweise und die Vermischung verschiedener Gattungen betrachtet.
Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des Romans für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen hervor.
Schlüsselwörter
Patrick Süskind, Das Parfum, Jean-Baptiste Grenouille, Genie, Wahnsinn, Postmoderne, Intertextualität, Auktorialer Erzähler, Olfaktorik, 18. Jahrhundert, Literaturkritik, Identitätskrise, Kriminalroman, Künstlerroman, Massenverführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" hinsichtlich seiner Faszinationskraft, erzählerischer Techniken und der psychologischen Hintergründe der Hauptfigur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Rolle des auktorialen Erzählers, die Verknüpfung von Genie und Wahnsinn sowie die Einordnung des Romans als postmoderne Literatur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: "Was macht die Faszination des Romans 'Das Parfum' von Patrick Süskind aus?"
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung von Sekundärliteratur zur Erzähltheorie, Psychoanalyse und Intertextualität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung, Analysen zum Erzählerstil, zur Sprache, zur Psychologie des Protagonisten sowie zur literaturgeschichtlichen Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Postmoderne, Olfaktorik, Intertextualität, Genie-Begriff und die Figur Jean-Baptiste Grenouille.
Warum spielt die Geruchlosigkeit des Protagonisten eine so entscheidende Rolle?
Sie gilt im Roman als Zeichen für Grenouilles Unmenschlichkeit und fehlende Identität, was ihn dazu antreibt, ein absolutes Parfum zu kreieren, um Macht und Anerkennung zu erzwingen.
Inwiefern weist der Roman Züge der Postmoderne auf?
Der Roman arbeitet intensiv mit intertextuellen Verweisen, spielt mit verschiedenen Gattungstraditionen und verzichtet auf eine eindeutige moralische Wertung.
- Arbeit zitieren
- Kristine Langenstein (Autor:in), 2008, Was macht die Faszination des Romans „Das Parfum“ von Patrick Süskind aus?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166316