Das Lernziel der dargelegten Unterrichtssequenz bezieht sich auf das Kennen lernen ästhetischer Aspekte unserer Sprache. Reime und Gedichte stellen in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Bestandteil dieses ästhetischen Erlebens dar.
Vor allem, der in der Sachanalyse dargelegte, Endreim und die Anwendung von Minimalpaaren als Reimwörter stehen in der Unterrichtssequenz im Mittelpunkt.
Die SchülerInnen sollen so den lautmalerischen Charakter von Reimwörtern und Reimen kennen lernen. Sie finden eigene Reimwörter bzw. können Reimwörter zuordnen und schaffen so eine Verbindung zwischen der phonetischen und schriftlichen Seite von Sprache und setzen sich intensiv mit der klanglichen Eigenschaft von Reimen auseinander.
Im affektiven Bereich üben die SchülerInnen das eigenständige Arbeiten an der Lerntheke und kontrollieren ihre Aufgaben in Eigenarbeit. Sie versuchen ihr Können selbstständig einzuschätzen, indem sie Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bearbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Analyse der Sache und des Inhalts
2 Analyse fachdidaktischer Aspekte
2.1 Fachdidaktische Aufbereitung der Sachanalyse
2.2 Bedeutsamkeit des Themas
3 Bezug zum Bildungsplan
4 Einordnung der Unterrichtssequenz in die Unterrichtseinheit
5 Kompetenzen- Kriterien- Kompetenzorientiertes Lernziel- Indikatoren
6 Lernszenario mit methodischer Analyse
7 Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, im Rahmen einer Unterrichtssequenz für die Grundschule die sprachliche Kompetenz der Schülerinnen und Schüler durch die gezielte Auseinandersetzung mit dem ästhetischen Aspekt von Reimen zu fördern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie durch das Kennenlernen und die Anwendung von Reimen und Reimwörtern ein Bewusstsein für die klangliche Struktur und Kreativität unserer Sprache geschaffen werden kann.
- Vermittlung ästhetischer Sprachaspekte durch Reime
- Einsatz von Minimalpaaren und Endreimen
- Förderung der Sprachbewusstheit und Kreativität
- Einsatz offener Unterrichtsmethoden (Lerntheke)
- Methodische Gestaltung eines schülerzentrierten Lernszenarios
Auszug aus dem Buch
1 Analyse der Sache und des Inhalts
Der Ursprung des Wortes Reim kommt aus dem germanischen rim; dort bedeutete es Reihe oder Zahl. Über das französische rime gelang es schließlich in den deutschen Sprachraum.
Der Reim erfüllt heute vor allem die Funktion des ästhetischen Genusses, er schmeichelt dem Ohr und gereimte Zeilen bleiben besser im Gedächtnis.
Die folgenden Unterpunkte teilen die Reime nach verschiedenen sprachlichen Aspekten ein:
• Silbenzahl
Reime können „stumpf“ (einsilbig), „klingend“ (zweisilbig) oder „reich“(dreisilbig) sein. Im Rahmen der Unterrichtsequenz wird vor allem der stumpfe Reim behandelt. Hierbei enden zwei Zeilen auf einer betonten Silbe.
• Stellung im Vers
Hierbei werden die Reime eingeteilt in Endreim, Anfangsreim, Binnenreim, Schlagreim, Echoreim, Mittelreim, Mittenreim, übergehender Reim, Inreim, überschlagender Reim, Zäsurreim und Pausenreim.
Die Reime, die in dieser Unterrichtssequenz behandelt werden sollen, sind ausschließlich Endreime, da diese Struktur am geläufigsten und für die Kinder am einfachsten herzustellen ist. Beim Endreim stehen die sich reimenden Wörter am Versende.
• Phonologische Struktur
Im phonologischen Sinn ist der Reim eine Verbindung von Wörtern mit ähnlichem Klang. Eine genauere Definition stellt den Reim als „Gleichklang des betonten Vokals und der ihm folgenden Laute bei unterschiedlichem Anlaut“ dar. Einfache Reimwörter sind oftmals Minimalpaare und unterscheiden sich somit in genau einem Laut.
Bei der phonologischen Struktur der Reime wird am häufigsten unterschieden zwischen dem „reinen Reim“, „unreinem Reim“ und der „Assonanz“. Im Laufe der Unterrichtssequenz werden sich die SchülerInnen hauptsächlich mit dem „reinen Reim“ beschäftigen. Hierbei stimmt die hörbare Lautfolge der Reimsilben genau überein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Analyse der Sache und des Inhalts: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft und die sprachwissenschaftliche Klassifizierung von Reimen, insbesondere im Hinblick auf den für den Unterricht gewählten Endreim.
2 Analyse fachdidaktischer Aspekte: Hier wird der Fokus auf das Lernziel gelegt, den Schülern durch Reime ein ästhetisches Sprachverständnis zu vermitteln und sie zur selbstständigen Arbeit zu motivieren.
3 Bezug zum Bildungsplan: Dieses Kapitel verknüpft das Unterrichtsthema mit den Anforderungen des Bildungsplans 2004, wobei der ganzheitliche Ansatz der Kompetenzbereiche Sprechen, Lesen und Sprachbewusstsein hervorgehoben wird.
4 Einordnung der Unterrichtssequenz in die Unterrichtseinheit: Hier erfolgt eine strukturelle Übersicht der Unterrichtseinheit zum Thema Herbst, in die die vorliegende Sequenz eingebettet ist.
5 Kompetenzen- Kriterien- Kompetenzorientiertes Lernziel- Indikatoren: In diesem Abschnitt werden die angestrebten Lernziele, messbare Kriterien und konkrete Indikatoren für die Kompetenzentwicklung der Schüler detailliert dargestellt.
6 Lernszenario mit methodischer Analyse: Dieses Kapitel beschreibt den geplanten Unterrichtsverlauf sowie die methodischen Überlegungen zur Einstiegs-, Haupt- und Abschlussphase.
7 Verlaufsplanung: Diese Übersicht stellt die zeitliche Abfolge der Unterrichtssequenz sowie die eingesetzten Medien und Organisationsformen tabellarisch dar.
Schlüsselwörter
Reime, Endreim, Grundschule, Deutschunterricht, Sprachbewusstsein, ästhetische Sprachaspekte, Minimalpaare, Unterrichtsentwurf, Lerntheke, Lautlehre, Herbst, Silben, phonologische Struktur, Kompetenzorientierung, Schriftspracherwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Planung einer Deutschstunde in einer zweiten Grundschulklasse, in der die Schülerinnen und Schüler durch das Thema "Reimen zum Herbst" ein Verständnis für ästhetische Aspekte der Sprache entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die fachwissenschaftliche Analyse des Reims, die fachdidaktische Begründung für den Einsatz im Grundschulunterricht sowie die konkrete methodische Umsetzung durch offene Lernformen.
Welches primäre Ziel verfolgt die geplante Unterrichtssequenz?
Das Hauptziel ist das Kennenlernen und die Anwendung von Reimen als ästhetisches Mittel der Sprache, um das sprachliche Bewusstsein und die Schreibkompetenz zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Planung zugrunde?
Der Unterricht basiert auf einem schülerzentrierten Ansatz, bei dem die Schüler durch Differenzierung an einer Lerntheke eigenverantwortlich an verschiedenen Schwierigkeitsgraden zum Thema Reimen arbeiten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, eine fachdidaktische Reflexion, die Einordnung in den Bildungsplan sowie eine detaillierte Verlaufsplanung für die Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Konzept?
Wichtige Begriffe sind Sprachbewusstsein, Endreim, Minimalpaare, Lerntheke und die ästhetische Erziehung im Deutschunterricht.
Warum wird im Unterricht speziell der "stumpfe Reim" behandelt?
Der stumpfe Reim ist besonders eingängig, da er auf einer betonten Silbe endet, was für Kinder in der zweiten Klasse die einfachste und motivierendste Form des Reimprozesses darstellt.
Welche Funktion erfüllt das Mind-Map in dieser Unterrichtsstunde?
Das während der Einstiegsphase gemeinsam erstellte Mind-Map dient als strukturierte Hilfestellung, auf die die Schülerinnen und Schüler bei der späteren Bearbeitung des Akrostichons an der Lerntheke zurückgreifen können.
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- Anonym (Author), 2010, Reimen zum Herbst: Reime und Reimwörter als ästhetisches Mittel der Sprache erleben und anwenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166264