Die Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball Bund berechtigt den jeweiligen Fußballverein zur Teilnahme an der Fußball-Bundesliga. Sie stellt daher eine Spielerlaubnis dar. Die Lizenzerteilung ist hauptsächlich an die wirtschaftliche Gesundheit der Vereine gebunden. Dabei ist es von grundlegender Bedeutung, dass der jeweilige Verein die abgelaufene Spielzeit und auch die kommende Spielzeit der 1. oder 2. Fußball-Bundesliga aus betriebswirtschaftlicher Sicht durchhalten kann. Dies bedeutet, dass eine insolvenzrechtliche Gefährdung des entsprechenden Vereins nicht vorliegt oder innerhalb der folgenden Spielzeit nicht zu erwarten ist.
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Die Lizenzspieler stellen für die Vereine der Fußball-Bundesliga die wichtigste Existenzgrundlage dar, da von ihnen sowohl der sportliche als auch der wirtschaftliche Erfolg abhängt. Daher ist es für die Vereine zwingend notwendig ihre Existenzgrundlage auch als Vermögen in der Bilanz auszuweisen. Ist diese Darstellung von Humankapital handelsrechtlich überhaupt zulässig?
Die Bilanzierung von Lizenzspielern ist maßgeblich davon abhängig, ob es möglich ist, die grundlegenden Tatbestandsmerkmale eines Vermögensgegenstandes in den Eigenschaften der Lizenzspieler wieder zu finden. Dabei ist die abstrakte Aktivierungsfähigkeit eines Lizenzspielers zu prüfen.
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Bekannterweise werden bei den Verpflichtungen von Lizenzspielern Handgelder an die Spieler bzw. die Spielervermittler bzw. –berater gezahlt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Begriffsabgrenzung
1.2. Problemstellung
2. RAHMENBEDINGUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNG VON VEREINEN DER FUßBALL-BUNDESLIGA
2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen
2.1.1. Gesellschaftsformen in der Fußball-Bundesliga
2.1.2. Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball Bund
2.1.3. Bilanzierungsvorschriften nach HGB
2.1.3.1. Bilanzierung von Aktivpositionen
2.1.3.2. Bilanzierung von Passivpositionen
2.2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2.1. Einnahmequellen der Vereine
2.2.2. Das Bossmann-Urteil und seine Folgen
3. ANALYSE ZU DEN PROBLEMEN DER RECHNUNGSLEGUNG VON VEREINEN DER FUßBALL-BUNDESLIGA
3.1. Besonderheiten aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen
3.1.1. Gesellschaftsform
3.1.2. Wirtschaftsjahr
3.2. Bilanzierung von Aktivpositionen
3.2.1. Lizenzspieler
3.2.2. Anzahlungen auf zukünftige Lizenzspieler
3.2.3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
3.2.3.1. „Handgelder“ für Verträge mit neuen Lizenzspielern
3.2.3.2. Versicherungen für Lizenzspieler über die gesamte Vertragslaufzeit
3.3. Bilanzierung von Passivpositionen
3.3.1. Personalbezogene Rückstellungen
3.3.2. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
3.3.3. Passive Rechnungsabgrenzungsposten
3.3.3.1. Erlöse aus internationalen Wettbewerben
3.3.3.2. Dauerkarten
3.3.3.3. Erlöse aus Sponsoringverträgen
3.3.3.4. Erlöse aus der Vermarktung des Stadions
3.4. Praktische Beispiele
3.5. Kritische Würdigung
4. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Schwierigkeiten und Besonderheiten in der Rechnungslegung von Vereinen der Fußball-Bundesliga. Das primäre Ziel ist es, die charakteristischen Bilanzierungsprobleme im Bereich der Lizenzspielerabteilung zu analysieren, die handelsrechtlichen Bewertungswahlrechte und -pflichten kritisch zu würdigen und daraus fundierte Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Gesellschaftsformen von Profifußballvereinen
- Bilanzierung und Bewertung von Lizenzspielern als immaterieller Vermögensgegenstand
- Besonderheiten bei Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten im Sportbereich
- Einfluss des sportlichen Erfolgs auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
- Kritische Analyse zur aktuellen Rechnungslegungspraxis nach HGB
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Lizenzspieler
Die Lizenzspieler stellen für die Vereine der Fußball-Bundesliga die wichtigste Existenzgrundlage dar, da von ihnen sowohl der sportliche als auch der wirtschaftliche Erfolg abhängt. Daher ist es für die Vereine zwingend notwendig ihre Existenzgrundlage auch als Vermögen in der Bilanz auszuweisen. Ist diese Darstellung von Humankapital handelsrechtlich überhaupt zulässig?
Die Bilanzierung von Lizenzspielern ist maßgeblich davon abhängig, ob es möglich ist, die grundlegenden Tatbestandsmerkmale eines Vermögensgegenstandes in den Eigenschaften der Lizenzspieler wieder zu finden. Dabei ist die abstrakte Aktivierungsfähigkeit eines Lizenzspielers zu prüfen.
Die Prüfung des Nutzens des Lizenzspielers für den Verein ist wirtschaftlich begründbar und nachvollziehbar. Ebenso kann der Lizenzspieler einzeln bewertet werden anhand der gezahlten Transferentschädigung. Wohingegen die einzelne Verkehrsfähigkeit bzw. Einzelvollstreckbarkeit nur anhand der Spielerlaubnis für den Lizenzspieler zu begründen ist. Aufgrund des § 26a Nr. 3 des LSpSt erlischt die einzelne Spielerlaubnis des Lizenzspielers mit Ende des Arbeitsvertrages beim Verein. Hieraus resultiert zwangsläufig, dass der Verein in der Zeit des Arbeitsvertrages im wirtschaftlichen Sinn frei über den Lizenzspieler verfügen kann. Daher wird darauf abgestellt, dass der jeweilige Verein bei einem Transfer eines Lizenzspielers die eigentliche Spielerlaubnis für den Lizenzspieler erhalten will.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung definiert die Grundbegriffe der Rechnungslegung und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Probleme in der Lizenzspielerabteilung der Bundesligavereine fokussiert.
2. RAHMENBEDINGUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNG VON VEREINEN DER FUßBALL-BUNDESLIGA: Das Kapitel behandelt die rechtlichen Strukturen wie Gesellschaftsformen und DFB-Lizenzierung sowie die wirtschaftlichen Faktoren, insbesondere das Bossmann-Urteil.
3. ANALYSE ZU DEN PROBLEMEN DER RECHNUNGSLEGUNG VON VEREINEN DER FUßBALL-BUNDESLIGA: Der Hauptteil analysiert detailliert die Bilanzierung von Aktiv- und Passivpositionen unter Berücksichtigung spezifischer Sport-Erlöse und -Ausgaben.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit bewertet die aktuelle HGB-Rechnungslegung als zunehmend unzureichend und plädiert für eine Umstellung auf internationale Standards (IFRS) sowie eine Reform der Beteiligungsmodelle.
Schlüsselwörter
Rechnungslegung, Fußball-Bundesliga, Lizenzspieler, Bilanzierung, HGB, Spielerlaubnis, Transferentschädigung, Rechnungsabgrenzung, Rückstellungen, Bossmann-Urteil, Sportökonomie, Jahresabschluss, Wirtschaftlichkeit, IFRS, Vereinsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Herausforderungen und Problemen bei der Erstellung von Jahresabschlüssen für Vereine der Fußball-Bundesliga.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gesellschaftsformen, die bilanzielle Behandlung von Lizenzspielern, die Bewertung von Spielerlaubnissen sowie komplexe Fragestellungen rund um Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Ziel ist es, die handelsrechtlichen Bilanzierungsvorgaben kritisch zu prüfen, Schwachstellen bei der Abbildung von Profifußballvereinen aufzuzeigen und Ansätze für eine internationalere Ausrichtung der Rechnungslegung zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse der geltenden HGB-Bilanzierungsvorschriften und vergleicht diese mit der spezifischen betriebswirtschaftlichen Praxis im Profifußball, unterstützt durch praktische Beispiele aus Geschäftsberichten.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Aktivierung von Spielern (Anschaffungskosten, Spielerlaubnisse) und die korrekte Bildung von Passiva für Einnahmen aus Sponsoring, Dauerkarten oder internationalen Wettbewerben.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Rechnungslegung, Fußball-Bundesliga, Bilanzierung, Lizenzspieler, Transferentschädigung und sportlicher Erfolg.
Welche Rolle spielt das "Bossmann-Urteil" für die Bilanzierung?
Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen für die Restwertbetrachtung von Spielern, da durch den Wegfall von Transferentschädigungen nach Vertragsende der Restwert am Ende der Nutzungsdauer für die Abschreibung meist auf Null gesetzt wird.
Warum wird im Fazit eine Umstellung auf IFRS empfohlen?
Der Autor argumentiert, dass IFRS durch die Abbildung tatsächlicher Verkehrswerte zu einer deutlich höheren Transparenz führt, was dem DFB die Beurteilung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und Liquidität der Vereine massiv erleichtern würde.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann (FH) Robert Köppe (Author), 2008, Zu den besonderen Problemen der Rechnungslegung bei Vereinen der Fußball-Bundesliga, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/166193