Nach den „Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Chemie“ steht im Vordergrund eines modernen Chemieunterrichts heute der Erwerb von anwendbarem Wissen. Wissen, dass sich auch außerhalb des Klassenraums für Schüler bei ihrer späteren Berufsorientierung und zur Bewältigung ihres Alltags nutzen lässt. Die Konzeption von Chemie im Kontext zeigt, wie der Erwerb eines anschlussfähigen und strukturierten chemischen Wissens gelingen kann. Sie verbindet damit die Forderungen nach einem kontextbasierten und stärker schülerorientierten Lernen mit der Sicherung eines strukturierten Basiswissens. Lehrende und Lernende haben die Freiheit der Auswahl und der Strukturierung. Gleichzeitig können durch das Unterrichten von Chemie in Kontexten sowohl aktuelle Bildungsziele als auch die Ansprüche der neuen „Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Chemie“ umgesetzt werden.
In dieser Arbeit soll die Konzeption von Chemie im Kontext erklärt werden. Dabei soll ganz besonders auf die Grundprinzipien, Ziele und Leitlinien eingegangen werden. Neben dem theoretischen Aufbau des Unterrichtes soll die Gestaltung und die Methodik von Chemie im Kontext auch einem Beispiel konkretisiert werden. Hier werden zwei Unterrichtseinheiten vorgestellt; zum einen ein ausführlicher Unterrichtsentwurf zum Thema „Verbrennungen“, zum anderen eine Kurzdarstellung eines Lernzyklus` zum Thema „Treibstoffe in der Entwicklung.“ In der abschließenden kritischen Betrachtung dieser Konzeption wird vor allem der Frage nachgegangen, ob Chemie im Kontext ein innovatives Konzept für den Chemieunterricht darstellt. Unterschiedliche Meinungen von Autoren und Lehrern werden in diesem Abschnitt gegenüber gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neue Ansätze im naturwissenschaftlichen Unterricht – situiertes Lernen im Chemieunterricht
3. Das Konzept
3.1. Grundprinzipien
3.1.1. Was sind Kontexte?
3.1.2. Basiskonzepte nach Chemie im Kontext
3.2. Ziele und Leitlinien
3.3. Unterrichtsaufbau: Gestaltung und Methodik
4. Chemie im Kontext – eine kritische Betrachtung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erläutert die Konzeption „Chemie im Kontext“ und untersucht deren Anwendbarkeit für einen modernen, schülerorientierten Chemieunterricht, der theoretisches Fachwissen mit lebensweltlichen Fragestellungen verknüpft.
- Grundprinzipien und Ziele der Konzeption „Chemie im Kontext“
- Die Rolle von Kontexten und Basiskonzepten im Unterricht
- Methodische Gestaltung und Phasen des Unterrichtsaufbaus
- Kritische Analyse der Chancen und Risiken dieses Lehransatzes
- Förderung der Eigenständigkeit und Handlungskompetenz von Lernenden
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundprinzipien
Kontextorientierung: Für die Schülerinnen und Schüler stellen Kontexte, d. h. persönlich oder gesellschaftlich relevante Themen den zentralen Anreiz und Bezugspunkt für die Erarbeitung chemischer Fachinhalte dar. Durch den Bezug der einzelnen Kontexte zur ihrer Lebenswelt erfahren sie, dass es für sie und ihren Alltag eine Bedeutung hat, sich mit Chemie zu beschäftigen. Kontexte sind zum Beispiel „Mit dem Wasserstoffauto in die Zukunft“, „Säuren in der Speisekammer“ oder „Energy Drinks“.
Vernetzung zu Basiskonzepten: Gerade in einem kontextbezogenen Unterricht ist es wichtig, den Lernenden ein Ordnungsschema für den systematischen und kumulativen Aufbau von Wissen und Verständnis zu bieten. Ausgehend von den mittels der Kontexte erarbeiteten Fachinhalten werden daher wenige zentrale Basiskonzepte, die chemischem Wissen zugrunde liegen (zum Beispiel das Donator-Akzeptor-Konzept oder das Stoff-Teilchen-Konzept), entwickelt. Sie bilden die fachliche Basis, von der aus wiederum weitere Kontexte erschlossen werden können.
Methodenvielfalt: Der Unterricht nach Chemie im Kontext charakterisiert sich durch eine möglichst große Methodenvielfalt. Selbstgesteuertes Lernen erhält in verschiedenen Phasen eine stärkere Bedeutung. So verändern sich auch die traditionellen Lehrer-Schüler-Rollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Chemie als Bildungsbestandteil ein und stellt die Konzeption „Chemie im Kontext“ als Antwort auf moderne Anforderungen an den Unterricht vor.
2. Neue Ansätze im naturwissenschaftlichen Unterricht – situiertes Lernen im Chemieunterricht: Das Kapitel erläutert den lerntheoretischen Hintergrund und die Bedeutung des „Situated Learning“ für die soziale Einbettung von Wissen im Chemieunterricht.
3. Das Konzept: Hier wird der Aufbau des Konzepts detailliert dargestellt, wobei der Fokus auf den Grundprinzipien, der Definition von Kontexten sowie der Nutzung von Basiskonzepten liegt.
4. Chemie im Kontext – eine kritische Betrachtung: Dieses Kapitel setzt sich mit verschiedenen Auffassungen auseinander und diskutiert die Kritik an der vermeintlichen Oberflächlichkeit versus dem Gewinn durch lebensweltliche Orientierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ambitionen der Konzeption zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl Anschaulichkeit als auch systematische Fachvermittlung zu vereinen.
Schlüsselwörter
Chemie im Kontext, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Kontexte, Basiskonzepte, Situated Learning, Schülerorientierung, Fachwissen, Unterrichtsmethodik, Konstruktivismus, Handlungskompetenz, Bildungsstandard, Lernkultur, Transferwissen, Selbstgesteuertes Lernen, Dekontextualisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die pädagogische Konzeption „Chemie im Kontext“, die darauf abzielt, Chemieunterricht durch lebensweltliche Bezüge praxisnäher und interessanter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kontextuellen Erarbeitung chemischer Inhalte, dem Einsatz von Basiskonzepten als Strukturierungshilfen und der veränderten Rolle von Lehrern und Schülern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu erklären, wie Chemie im Kontext funktioniert und ob es gelingen kann, durch verschiedene Kontexte ein systematisches, anschlussfähiges Basiswissen aufzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die didaktische Konzepte sowie kritische Fachbeiträge analysiert und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Kontexte, Basiskonzepte) und eine kritische Diskussion über die Wirksamkeit und methodische Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Chemie im Kontext, Basiskonzepte, Kontexte, Schülerorientierung und fachsystematischer Aufbau.
Wie unterscheiden sich die vier Phasen des Unterrichtsaufbaus?
Der Unterricht gliedert sich in die Phasen der Begegnung, der Neugier und Planung, der Erarbeitung und Präsentation sowie der abschließenden Abstraktion und Vernetzung.
Was ist das Hauptargument der Kritiker des Konzepts?
Kritiker befürchten, dass durch die starke Orientierung an Alltagsphänomenen das Fachwissen unstrukturiert vermittelt wird und ein tiefgreifendes Verständnis komplexer abstrakter Zusammenhänge erschwert wird.
- Quote paper
- Angelina Schulz (Author), 2010, Chemie im Kontext - ein innovatives Konzept für den Chemieunterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165919