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Manet - ein Voyeur?

Typologieentwurf der Frauendarstellungen in Édouard Manets Werk

Titel: Manet - ein Voyeur?

Hausarbeit , 2010 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexandra Wolf (Autor:in)

Kunst - Malerei

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Manet interessieren die flüchtigen, undefinierten Geschlechterbeziehungen, die sich vor dem Hintergrund dieser modernen Freizeit- und Stadtkultur ergeben. […] Mit [diesen] subtilen, nicht sofort erkennbaren Hinweisen modifiziert Manet das konventionelle Bild von Gemeinsamkeit und akzentuiert stattdessen die Zufälligkeit und geringe soziale Verankerung der Begegnung.“

Das moderne soziale Gefüge von dem hier die Rede ist meint das Paris der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die „Hausmannisierung“ der französischen Hauptstadt bedingt eine drastische Veränderung des Stadtbilds. Boulevards durchziehen nun das Zentrum, flankiert von bunten Schaufenstern laden sie zum Flanieren ein. Das rege Treiben auf den Straßen, in Cafés und anderen Etablissements gibt erstmals die Möglichkeit, im Schutz der Masse unbeobachtet den Blick schweifen zu lassen. Edouard Manet widmet seine Malerei zum großen Teil den neuen Routinen der Menschen und den Beziehungen zwischen ihnen, wie sie die Großstadt in der Folge ihrer Umordnung hervorbringt. Durch im Alltag beobachtete Szenen auf Booten, in Parks und Gärten, aber auch in Bars, Tanzlokalen und Boudoirs liefern Manets Bilder Indizien zur Entschlüsselung der sozialen Veränderungen im Paris seiner Zeit. Besonders aufschlussreich ist hierbei die Betrachtung der Frauendarstellungen seines Œuvres im Hinblick auf ihre repräsentative Funktion einer geschlechterspezifischen Typologie. Damit kann zunächst eine Unterscheidung zwischen bourgeoiser Dame und Arbeiterin gemeint sein und die Sphären in denen sie agieren. Allerdings erweist sich dieses Modell bei der Auseinandersetzung mit den abgebildeten Frauen als nicht differenziert genug. Ziel dieser Arbeit ist es daher durch die Untersuchung Manets Frauendarstellungen, Kategorien festzulegen anhand derer eine solche Typologie entworfen werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Methode

3 Typologieentwurf

3.1 Einpersonbilder

3.1.1 Pastelle

3.1.2 Öl

3.2 Mehrpersonenbilder

3.2.1 Arbeiterinnen

3.2.2 Bourgeoise Dame

3.3 Berthe Morisot

4 Zusammenfassung

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frauendarstellungen im Werk von Edouard Manet, um durch eine systematische Typologisierung die zugrunde liegenden Kategorien und Gestaltungsprinzipien zu entschlüsseln. Ziel ist es, über eine bloße klassenspezifische Einteilung hinauszugehen und die Rolle der Frau sowie das Spiel mit Blickbeziehungen im Kontext des modernen Paris kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse von Manets Kompositions- und Gestaltungsprinzipien
  • Differenzierung zwischen Einperson- und Mehrpersonenbildern
  • Untersuchung von sozialen Codes und geschlechterspezifischer Repräsentation
  • Kritische Auseinandersetzung mit feministischen kunsthistorischen Ansätzen
  • Betrachtung der Bedeutung von Raum, Blickbeziehung und Accessoires

Auszug aus dem Buch

3.2 Mehrpersonenbilder

Manets Großstadtszenen wurden oftmals zusammengefasst als realistische Abbildungen der französischen, bürgerlichen Freizeitgesellschaft interpretiert. Doch geht es in den Mehrpersonenbildern darüber hinaus um Personenkonstellationen, die Komposition und die Blickbeziehungen untereinander.

Zieht man bspw. Le Chemin de fer zur genaueren Betrachtung heran könnte nichts ferner liegen, als an Vergnügen und Ausschweifung zu denken. Die beiden abgebildeten Figuren kommunizieren nicht miteinander, sie sind eingezwängt zwischen den Gitterstäben und der unteren Bildgrenze. Auf der anderen Seite des Eisenzauns liegt das moderne Paris. Doch zu sehen ist es nicht, da der Qualm der Eisenbahn die Sicht verdeckt. Mädchen und Frau sind im Garten eingeschlossen und somit vom Treiben der modernen Welt abgeschnitten. Die Frau sitzt, mit dem Rücken zur Eisenbahn, die hinter ihr entlang fährt, auf einem Mäuerchen. Es ist, als ob sie in diesem Moment durch die Anwesenheit des Betrachters von ihrer Lektüre abgelenkt wird. Sie blickt auf und hat die Finger noch zwischen den Seiten. Manet erzwingt die Begegnung zwischen der Frau und dem Betrachter. Nicht eine Beifigur initiiert die Blickführung und verweist auf das Geschehen, sondern die Hauptfigur lädt ein sich dem Bild zu öffnen. Dadurch wird die Beziehung zum Bild zwar intensiviert, jedoch gibt die Frau bedingt durch ihre starre Mimik keinen Hinweis auf ihren Gefühlszustand. Die Frau sitzt mehr oder weniger aufrecht und frontal zum Betrachter und ist dessen Blick ausgeliefert. Sie erwidert diesen und hat dabei nichts Flüchtiges und Scheues an sich. Dieses ertappt werden und der undeutbare Ausdruck der Frau löst ein Unbehagen beim Betrachter aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das soziale Gefüge des Paris im 19. Jahrhundert ein und formuliert das Ziel, Manets Frauendarstellungen anhand einer neu zu entwickelnden Typologie zu untersuchen.

2 Die Methode: Das Kapitel erläutert den feministisch geleiteten Analyseansatz unter Einbeziehung der Gender Studies und setzt sich kritisch mit bestehender Literatur, insbesondere Griselda Pollock, auseinander.

3 Typologieentwurf: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem Manets Werke nach Genre, Technik und Personenkonstellationen systematisch in verschiedene Kategorien eingeteilt und analysiert werden.

3.1 Einpersonbilder: Es werden einzelne Frauenfiguren untersucht, wobei eine grundlegende Trennung zwischen den samtigen, oft anonymen Pastellen und den ausformulierteren Ölbildern vorgenommen wird.

3.1.1 Pastelle: Der Fokus liegt auf der samtigen Erscheinung und der räumlichen Uneindeutigkeit der porträtierten Frauen, die oft intim und distanziert zugleich wirken.

3.1.2 Öl: Diese Arbeiten werden als eine Form verhandelt, in der die Umgebung – etwa ein Garten – die Sphäre der dargestellten Frau deutlicher mitkonstituiert.

3.2 Mehrpersonenbilder: Hier rücken soziale Konstellationen, moderne Settings und komplexe Blickbeziehungen zwischen den Figuren sowie zum Betrachter in den Mittelpunkt der Untersuchung.

3.2.1 Arbeiterinnen: Das Kapitel analysiert Werke, in denen Frauen der arbeitenden Schicht dargestellt sind und deren Blick oft eine direkte Begegnung mit dem Betrachter erzwingt.

3.2.2 Bourgeoise Dame: Die Untersuchung konzentriert sich auf bürgerliche Frauen in privaten oder halböffentlichen Räumen und deren teils steife, in Gedanken versunkene Pose.

3.3 Berthe Morisot: Dieses Kapitel widmet sich einer Sonderkategorie, da die Porträts von Morisot aufgrund ihrer legeren Haltung und der erkennbaren persönlichen Intimität eine Ausnahme bilden.

4 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Typologisierung werden hier kompakt rekapituliert und die zentralen Unterschiede zwischen den Klassen und Darstellungsweisen hervorgehoben.

5 Resümee: Das Resümee zieht ein abschließendes Fazit, in dem Manets Bilder als eine Form der Wahrnehmungskritik und als Spiel mit der Konstruktion von Weiblichkeit interpretiert werden.

Schlüsselwörter

Edouard Manet, Frauendarstellung, Typologie, feministische Kunstgeschichte, Blickbeziehung, Paris, 19. Jahrhundert, Gender Studies, Bourgeoisie, Arbeiterklasse, Berthe Morisot, Wahrnehmungskritik, moderne Malerei, Repräsentation, Inszenierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauen in den Gemälden von Edouard Manet aus dem 19. Jahrhundert, um eine systematische Typologie zu erstellen und die künstlerische Intention zu reflektieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Weiblichkeit, die Rolle des Künstlers als Beobachter, die Bedeutung von Blickbeziehungen und die Einordnung der Frauen in verschiedene soziale Sphären.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, durch die Untersuchung von Manets Frauendarstellungen Kategorien zu definieren, die eine differenzierte Typologie ermöglichen, welche über die klassische Dichotomie von Arbeiterin und bürgerlicher Dame hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein feministisch geleiteter kunsthistorischer Ansatz gewählt, der durch eine formale und sozialgeschichtliche Bildanalyse ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert das Werk nach Einperson- und Mehrpersonenbildern, analysiert spezifische Techniken wie Pastell und Öl sowie die Darstellung von Arbeiterinnen, bürgerlichen Damen und der Malerin Berthe Morisot.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Manet, Typologie, Blickbeziehung, feministische Kunstgeschichte, soziale Sphären und Wahrnehmungskritik.

Warum nimmt Berthe Morisot eine Sonderstellung in der Analyse ein?

Die Porträts von Berthe Morisot weichen in ihrer Ausdrucksweise, ihrer legeren Haltung und der erkennbaren persönlichen Intimität zwischen Modell und Künstler von den anderen untersuchten Werken ab.

Inwiefern spielt der "Blick" eine Rolle bei der Interpretation der Bilder?

Der Blick fungiert als zentrales Handlungselement; er kann den Betrachter einladen, auf ihn beunruhigend wirken, Distanz schaffen oder als Ausdrucksmittel für die bewusste Inszenierung des Modells dienen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Manet - ein Voyeur?
Untertitel
Typologieentwurf der Frauendarstellungen in Édouard Manets Werk
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Kunstwissenschaft)
Veranstaltung
Kunstwissenschaftliche Methodik
Note
1,3
Autor
Alexandra Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V165913
ISBN (eBook)
9783640817191
ISBN (Buch)
9783640820634
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manet Gender Typologie Morisot Systematik Methodik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Wolf (Autor:in), 2010, Manet - ein Voyeur?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165913
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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