Werkstattunterricht besteht in einem von der Lehrerin geplanten offenem Arrangement von Lernsituationen mit multisensorischen und handlungsorientierten Arbeitsmaterialien. Diese werden den Schülerinnen zur individuellen und selbstständigen Bearbeitung angeboten (vgl. www.ph.-heidelberg.de 2003). Die Gesamtthematik wird in Teilbereiche zerlegt und die Schülerinnen werden zum eigenverantwortlichen Lernen herausgefordert. Aufträge und Materialien sind kreativ und abwechslungsreich strukturiert und sollen möglichst viele Sinne ansprechen. Das Arbeitstempo und die Verweildauer an den Stationen bestimmen die Schülerinnen selbst. Nach B. Andreas et. al (Flensburger Methodenwerkstatt) ist diese Methode besonders geeignet, um komplexe Themen zu bearbeiten. Hier wird die Idee deutlich, dass solche Themenschwerpunkte (wie Entwicklungspsychologie) nach einer Methode verlangen, die den Kriterien
Handlungsorientierung,
selbstorganisiertes, selbstkontrolliertes Lernen,
Förderung der Teamfähigkeit und kooperativen Kompetenzen,
lerndifferenzierte Angebote (z.B. Akzeptanz des individuellen Lerntempos und Lerntypus),
Aufbau eines Netzwerkes zu den unterschiedlichsten Gebieten (erst ein Gesamtüberblick, dann Details hinzufügen)
versucht gerecht zu werden. Diese gesuchte Methode kann die Lernwerkstatt sein. Neben den oben genannten Kriterien ist die Hauptintention der Lernwerkstatt, dass ein Sachverhalt auf unterschiedlichen Ebenen angeboten wird und dadurch neue Denkmuster und Assoziationen (vgl. Bauer 1997) gefördert werden können. Die „Förderung der Gesamtpersönlichkeit durch kognitives, soziales und kreatives Lernen“ (www.papenschule-hameln@-t-online.de 2003) steht im Mittelpunkt. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass die Aufmerksamkeit durch motivierende Aufgaben geweckt wird (Neugierde anregen) und der Wechsel der Sozialformen sowohl dem Menschen als Einzel- als auch als Sozialwesen, oder wie Weber es ausdrückt, dem Menschen als Individualist auf der einen Seite und dem Menschen mit seinem Wunsch des Aufbaus seiner Sozialkompetenz auf der anderen Seite gerecht wird. Es besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Unterrichtsphasen wie Verarbeitung, Vernetzung oder Sicherung in unterschiedliche Sozialformen einzubauen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Idee, Definition und Ziele der Lernwerkstatt für das Berufskolleg
1 Darstellung der Lehrerinnen-Kompetenzen
III Detailplanung des Konzepts
1 Analyse der Lerngruppe und Anbindung an die Richtlinien
2 Ziele der Unterrichtseinheit und der Lernwerkstatt
3 Verlaufsplanung der Lernwerkstatt
3.1 Auswahl der darzustellenden Stunden
3.1.1 Die Vorbereitungsstunde
3.1.2 Die Einführungsstunde
3.1.3 Die einzelnen Lernstationen
3.1.4 Fortführung der Themenarbeit
3.1.5 Die Abschlussstunden
IV Kritische Reflexion wesentlicher Aspekte der Durchführung und Zielsetzung
1 Reflexion und Darstellung der hier erbrachten Lehrerinnenkompetenzen: Unterrichten, Innovieren, Evaluieren
2 Der grüne Punkt - Perspektiven zum häufigeren Einsatz der Lernwerkstatt im Schulalltag
V Schlußbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung der Lernwerkstatt als Unterrichtsmethode am Berufskolleg, um komplexe Themenbereiche handlungsorientiert zu vermitteln und das selbstorganisierte Lernen der Schülerinnen zu fördern. Ziel ist es, ein konkretes Unterrichtsmodell zur Einführung in die Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters zu planen, durchzuführen und kritisch zu evaluieren.
- Implementierung der Lernwerkstatt als Alternative zum Frontalunterricht.
- Förderung von Eigeninitiative und selbstorganisiertem Lernen (SOL).
- Berücksichtigung unterschiedlicher Lerntypen und Leistungsniveaus.
- Anbindung an die curricularen Anforderungen der Allgemeinen Hochschulreife.
- Erweiterung der Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz der Lernenden.
Auszug aus dem Buch
Die Lernwerkstatt im Berufskolleg
Werkstattunterricht besteht in einem von der Lehrerin geplanten offenem Arrangement von Lernsituationen mit multisensorischen und handlungsorientierten Arbeitsmaterialien. Diese werden den Schülerinnen zur individuellen und selbstständigen Bearbeitung angeboten (vgl. www.ph.-heidelberg.de 2003). Die Gesamtthematik wird in Teilbereiche zerlegt und die Schülerinnen werden zum eigenverantwortlichen Lernen herausgefordert. Aufträge und Materialien sind kreativ und abwechslungsreich strukturiert und sollen möglichst viele Sinne ansprechen. Das Arbeitstempo und die Verweildauer an den Stationen bestimmen die Schülerinnen selbst.
Nach B. Andreas et. al (Flensburger Methodenwerkstatt) ist diese Methode besonders geeignet, um komplexe Themen zu bearbeiten. Solche Themengebiete umfassen einen Großteil des Curriculums des AHR Bildungsganges, vor allem im Fach Erziehungswissenschaft. Hier wird die Idee deutlich, dass solche Themenschwerpunkte (wie Entwicklungspsychologie) nach einer Methode verlangen, die den Kriterien Handlungsorientierung, selbstorganisiertes, selbstkontrolliertes Lernen, Förderung der Teamfähigkeit und kooperativen Kompetenzen, lerndifferenzierte Angebote (z.B. Akzeptanz des individuellen Lerntempos und Lerntypus), Aufbau eines Netzwerkes zu den unterschiedlichsten Gebieten (erst ein Gesamtüberblick, dann Details hinzufügen) versucht gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, alternative Lernformen wie die Lernwerkstatt zu erproben, um dem zeitlichen Druck und der Frontalbeschallung des Regelunterrichts entgegenzuwirken.
II Idee, Definition und Ziele der Lernwerkstatt für das Berufskolleg: Dieses Kapitel definiert die Methode des Werkstattunterrichts, grenzt sie von verwandten Ansätzen ab und beschreibt die pädagogischen sowie lehrerbezogenen Zielsetzungen.
III Detailplanung des Konzepts: Der Abschnitt widmet sich der konkreten Umsetzung: von der Bedingungsanalyse der Lerngruppe über die Zieldefinition bis hin zur detaillierten Verlaufsplanung der einzelnen Stationen und Abschlussstunden.
IV Kritische Reflexion wesentlicher Aspekte der Durchführung und Zielsetzung: Hier reflektiert die Autorin den Lernzuwachs, das Klassenklima sowie die Wirksamkeit der gewählten Methode im Vergleich zum Regelunterricht und leitet Perspektiven für den zukünftigen Einsatz ab.
V Schlußbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen zusammen, dass die Lernwerkstatt trotz organisatorischer Herausforderungen eine effektive Methode zur Förderung der Mündigkeit und Selbstbestimmung darstellt.
Schlüsselwörter
Lernwerkstatt, Berufskolleg, Entwicklungspsychologie, selbstorganisiertes Lernen, Handlungsorientierung, Methodenvariabilität, Unterrichtsplanung, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Stationenlernen, Erwachsenenalter, Lehrerinnenkompetenz, Evaluation, Schülerorientierung, Lerntypen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit dokumentiert die Planung, Durchführung und kritische Evaluation einer Lernwerkstatt zum Thema "Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters" in einer Klasse des Berufskollegs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Förderung von Eigenverantwortung, die Anwendung handlungsorientierter Unterrichtsmethoden und die kritische Auseinandersetzung mit der Lehrerrolle im Rahmen eines offenen Unterrichtsarrangements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erprobung und Reflexion der Lernwerkstatt-Methode, um Schülern durch lerntypengerechte und kooperative Arbeitsweisen zu einem tieferen Verständnis komplexer erziehungswissenschaftlicher Inhalte zu verhelfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Evaluation verwendet?
Die Evaluation basiert auf einer Kombination aus Fragebögen zur Bedingungsanalyse und Selbsteinschätzung, dokumentierten Arbeitsergebnissen der Schüler (Werkstatt-Bücher) sowie der reflektierenden Beobachtung durch die Lehrkraft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Planung der Lernstationen sowie eine differenzierte Reflexion der erbrachten Lehrerinnenkompetenzen und des Lernfortschritts der Schüler.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie selbstorganisiertes Lernen, Handlungsorientierung, Methodenvielfalt, Lernwerkstatt und die Förderung von Schlüsselkompetenzen am Berufskolleg.
Warum empfand die Autorin die Vorbereitung der Lernwerkstatt als so intensiv?
Da keine vorgefertigten Materialien für dieses spezifische Thema existierten, mussten alle Arbeitsaufträge und Lernmaterialien selbst erstellt werden, um den verschiedenen Anforderungen und Lerntypen gerecht zu werden.
Wie reagierte die Klasse anfänglich auf die geplante Lernwerkstatt?
Überraschenderweise zeigte eine Bedingungsanalyse vorab eine deutliche Ablehnung seitens der Schüler, die den traditionellen Frontalunterricht aus Sicherheitsgründen bevorzugten.
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- Oberstudienrätin Ines Leyens (Author), 2003, Lernwerkstatt im Berufskolleg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165821