Die Taufe gilt als wichtigstes Sakrament der Kirche, da sie die Eingliederung in die Gemeinschaft der Glaubenden darstellt. Erst durch sie wird aus dem Glaubenden ein Christ. Eine lange Zeit blieb der Ritus der Taufe in seiner Praxis unverändert. Die Veränderungen in der Gesellschaft, der Beziehung zur Kirche, dem Gemeindeleben und dem Glauben haben dazu beigetragen, dass eine intensive Auseinandersetzung mit der Feier der Taufe stattgefunden hat. Die entstandene Distanz zur Kirche und der Bedeutungsverlust des Sakraments der Taufe sollen durch die Neuordnung aufgehalten und kompensiert werden, um sie nicht als bloße Feier der Namensgebung gelten zu lassen. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Anstoß, der sich daraus für die Feier der Kindertaufe ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biblische Tradition
3. Historische Entwicklung
4. Gründe für das neue Rituale Romanum
4.1 Die aufkommende Diskussion nach dem II. Vatikanum
4.2 Gesellschaftliche Aspekte
5. Das neue Rituale Romanum
5.1 Veränderungen
5.2 Die Feier der Kindertaufe in zwei Stufen
5.3 Die Bedeutung des Patenamtes
5.4 Exkurs: Das Erwachsenenkatechumenat als Vorlage für das neue Rituale Romanum
5.5 Ausblick
7. Fazit
8. Quellenverzeichnis
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und inhaltlichen Neuerungen des „Rituale Romanum“ von 2008 im Kontext der Kindertaufe. Ziel ist es, die pastorale Notwendigkeit einer differenzierten Initiation von Kindern aufzuzeigen, die auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Distanz zur Kirche reagiert.
- Historische und biblische Fundierung des Taufsakraments
- Analyse gesellschaftlicher Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Taufpraxis
- Die Bedeutung der Eltern- und Patenrolle bei der Glaubensvermittlung
- Das Modell der zweistufigen Kindertaufe als katechetische Chance
- Der mystagogische Ansatz als Weg zur Glaubensvertiefung
Auszug aus dem Buch
5.2 Die Feier der Kindertaufe in zwei Stufen
Zu Zeiten der Volkskirche, war die Taufe von neugeborenen Kindern eine selbstverständliche Feier. Mit dem Verlust dieser und den gesellschaftlichen Veränderungen, die dem Verlust vorweg gingen und die daraus resultierten, gingen auch die mit der Taufe einhergehenden Inhalte und Verpflichtungen verloren. Es wurde deutlich, dass eine gewisse Vorbereitung der Eltern vor der Tauffeier notwendig geworden ist, damit eine Vermittlung der Inhalte und der Verpflichtungen gewährleistet ist.
Die wichtigste Neuerung bei der Feier der Kindertaufe ist die Feier in 2 Stufen. „Dieser Anhang verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es sich hier um die wichtigste Innovation des neuen Buches handelt.“ Die Stufen der Feier unterteilen sich in die „Feier der Eröffnung des Weges zur Taufe“ und der „Feier der Taufe“. Die erste Feier, die Feier der Eröffnung des Weges zur Taufe, kann jedoch erst dann stattfinden, wenn Eltern aus Überzeugung um die Taufe ihres Kindes gebeten haben und eine Feier in zwei Stufen erbitten. Diese Feier ist nicht verpflichtend oder der Regelfall bei der Feier der Taufe, sie ist nur eine Option, die für die Tauffeier bzw. die Vorbereitung der Feier gewählt werden kann, falls sie selbst den Weg der Glaubensvertiefung und der Vorbereitung für die Erziehung des Kindes beschreiten möchten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Taufe als wichtigstes Sakrament ein und stellt die Problematik des Bedeutungsverlusts sowie die Notwendigkeit einer Neuordnung des Taufrituals vor.
2. Biblische Tradition: Das Kapitel beleuchtet die biblischen Ursprünge der Taufe, insbesondere die Taufe Jesu durch Johannes und die damit verbundene eschatologische und christologische Bedeutung.
3. Historische Entwicklung: Hier wird der Wandel des Taufverständnisses von der Alten Kirche über das Katechumenat bis hin zum Ritus der Kindertaufe historisch nachgezeichnet.
4. Gründe für das neue Rituale Romanum: Das Kapitel analysiert die pastoralen Probleme und gesellschaftlichen Veränderungen, die eine Überarbeitung des bestehenden Ritus erforderlich machten.
5. Das neue Rituale Romanum: Es werden die konkreten Neuerungen des Rituale Romanum erläutert, insbesondere die Strukturveränderungen, das Modell der zweistufigen Kindertaufe und die Rolle der Paten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Neuerungen sowie die Notwendigkeit einer konsequenten Umsetzung in der pastoralen Praxis.
8. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten liturgischen Bücher und offiziellen Dokumente.
9. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der wissenschaftlichen Fachliteratur, die für die Analyse der Taufpastoral herangezogen wurde.
Schlüsselwörter
Kindertaufe, Rituale Romanum, Glaubensvermittlung, Initiation, Taufpastoral, Katechumenat, Sakrament, Volkskirche, Elternkatechese, Mystagogie, Glaubensvertiefung, Taufvorbereitung, Patenamt, christliche Erziehung, Liturgie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die im Jahr 2008 eingeführte Neuordnung des Taufrituals für Kinder vor dem Hintergrund der sich verändernden gesellschaftlichen und kirchlichen Bedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Taufe, die Krise der Volkskirche, die veränderte Rolle der Eltern und Paten sowie die Einführung der zweistufigen Kindertaufe als katechetisches Instrument.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die pastorale Relevanz des neuen Taufrituals zu begründen und aufzuzeigen, wie durch eine intensive Vorbereitung und den mystagogischen Ansatz das Taufbewusstsein gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theologisch-liturgiewissenschaftlichen Analyse von Primärquellen, insbesondere liturgischen Büchern, und ergänzt diese durch eine soziologische Perspektive auf die heutige Kirchensituation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Gründen für die Überarbeitung des Ritus, stellt die strukturellen Neuerungen vor und untersucht intensiv die Möglichkeiten der Taufvorbereitung für Eltern und die Rolle des Patenamtes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kindertaufe, Taufpastoral, Glaubensvermittlung, Katechumenat, Sakrament und die Neuordnung durch das Rituale Romanum.
Warum ist das Modell der zweistufigen Kindertaufe besonders wichtig?
Es ermöglicht eine längere Vorbereitungszeit und eine bewusste Auseinandersetzung der Eltern mit ihrem Glauben, wodurch die Taufe aus der bloßen Tradition heraus zu einer bewussten Feier des Glaubens wird.
Welche Rolle spielen die Eltern bei der neuen Taufvorbereitung?
Die Eltern werden als primäre Glaubensvermittler in die Pflicht genommen; die neue Vorbereitung dient dazu, sie selbst in ihrem Glauben zu bestärken und sie zu befähigen, ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen.
Was kritisiert der Autor an der Umsetzung der Neuerungen?
Der Autor bemängelt, dass die zweistufige Feierform optional bleibt und somit in vielen Dekanaten nicht zur Anwendung kommt, was den intendierten Zweck einer tieferen Glaubensauseinandersetzung teilweise wieder abschwächt.
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- Marcel Butkus (Author), 2010, Das Taufrituale von 2008. Ein Anstoß zu einer differenzierten Initiation von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165782