Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Figur Medea in den Werken von Grillparzer und Wolf

Das ‚Barbarische’ als Aspekt der Fremdheit

Titel: Die Figur Medea in den Werken von Grillparzer und Wolf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Rebecca Schwarz (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“1. Dies waren Karl Valentins Worte im Jahr 1940. Doch was sagt das Adjektiv ‚fremd’ eigentlich über einen Menschen aus? Zuerst einmal kommt ein Fremder geographisch gesehen aus einer anderen Region, einem anderen Staat oder Wohnraum, weshalb sich die kulturellen Prägungen grundlegend voneinander unterscheiden. Der Fremde ist somit ein Ausländer, der nicht an die Sitten und Bräuche des anderen Landes, in dem er sich befindet, gewöhnt ist.
Die folgende Arbeit setzt sich mit dem Bild des Fremden und dem damit einhergehenden Charakteristikum des Barbarischen auseinander. Im Mittelpunkt steht hierbei die Figur Medeas als Fremde in Korinth in den Werken von Franz Grillparzer und Christa Wolf. Ist es für die Kolcherin überhaupt möglich, sich in das festgesetzte Bild der Griechen zu integrieren? Oder ist sie von Beginn an untrennbar mit dem negativen Bild einer Barbarin verknüpft und ihr Schicksal damit unausweichlich?
Wolf geht jedoch im Gegensatz zu Grillparzer noch einen Schritt weiter. Sie macht das Vorgehen Medeas nicht nur für das Publikum verständlich, sondern inszeniert die Griechen als eigentliche Mörder, die Medea als Sündenbock nutzen, um ihre eigenen Taten zu verschleiern. Welche Rolle spielt bei dieser Version des Dramas das Zusammenspiel zwischen Fremdheit und Barbarentum? Und wie wird das Bild der Griechen, die den Fremden als Barbaren prägten, ins Gegenteil verkehrt? In dieser Hinsicht spielt auch die Entwicklung der Figur Medeas in den beiden Dramen eine entscheidende Rolle, auf die im Laufe dieser Arbeit ebenfalls näher eingegangen werden soll. Darüber hinaus soll geklärt werden, ob am Ende von Grillparzers und Wolfs Drama die Kolcher oder Korinther das Barbarische verkörpern oder ob vielmehr die barbarischen Eigenschaften in die Entwicklung beider Völker miteinfließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff ‚Barbar’ in Griechenland

3. Grillparzers Trilogie

3.1 Der Gastfreund – die Argonauten – Medea

3.2 Medea in Korinth

3.2.1 Das Beispiel der Leier

3.3 Die Ehefrau Medea

3.4 Mord und Psychologisierung

3.4.1 Die Entwicklung Medeas

3.4.2 Medeas Rache: Der Kindermord

4. Christa Wolfs Medea. Stimmen

5. Medeas Emigration nach Korinth

6. Medeas Verhalten als Grundstein ihres Untergangs

7. Kulturelle Unterschiede der Kolcher und Korinther

8. Medeas langsamer Untergang

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild der Medea in den Werken von Franz Grillparzer und Christa Wolf mit einem Fokus auf der Konstruktion des ‚Barbarischen‘ als Aspekt der Fremdheit. Ziel ist es zu analysieren, wie die Figur der Medea als Fremde in Korinth dargestellt wird und ob sie tatsächlich das Barbarische verkörpert oder ihr Schicksal vielmehr das Resultat griechischer Intrigen und Fremdenfeindlichkeit darstellt.

  • Die historische und gesellschaftliche Genese des Begriffs ‚Barbar‘ in der griechischen Antike.
  • Die psychologische Entwicklung der Figur Medea in Grillparzers Trilogie „Das goldene Vließ“.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Identität und Machtstrukturen in Christa Wolfs „Medea. Stimmen“.
  • Der Vergleich der Integrationsversuche Medeas und deren Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen.
  • Die Dekonstruktion des Mythenbildes der „Kindsmörderin“ durch die Hinterfragung von Staatsraison und Machtinteressen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Das Beispiel der Leier

Beispielhaft für den Willen Medeas sich in ihre neue Heimat zu integrieren und gleichzeitig ihrem Ehemann Jason zu gefallen, ist der zweite Aufzug von Medea. Hier versucht die Kolcherin mit der Leier von Kreusa zu spielen. Das Lied, das Kreusa Medea beizubringen versucht, kennen Jason und die Königstochter noch aus ihrer Kindheit. Doch Jason beachtet Medea nicht, seine ganze Aufmerksamkeit gilt Kreusa, mit der er eine angeregte Unterhaltung beginnt. Beide schämen sich nicht in der Vergangenheit zu schwelgen, während Medea in der Nähe ist und alles hören kann.

Medea versucht währenddessen die Aufmerksamkeit Jasons für sich zu gewinnen. Sie spricht Jason an, um ihm mitzuteilen, dass sie ihm ein Lied vorspielen möchte: „Jason, ich weiß ein Lied“(M, V. 863). Doch Jason reagiert nicht auf Medea, ignoriert sie buchstäblich, während er Kreusa den Hof macht. Insgesamt dreimal erklärt die Kolcherin ihr Vorhaben, mit der Leier zu spielen. Und dreimal zeigt ihr Ehemann keinerlei Reaktion. „Ich weiß ein Lied“ (M, V. 874) und „Jason, ich weiß ein Lied“ (M, V. 877). Mit diesem Aufzug macht Grillparzer das respektlose Verhalten Jasons und seine Geringschätzung gegenüber Medea deutlich. Erst als Kreusa zu Jason sagt „Sie weiß ein Lied“ nimmt Jason die Absicht seiner Ehefrau zur Kenntnis. Er reagiert jedoch völlig abweisend und weiß die Bemühung Medeas nicht zu würdigen. Stattdessen macht er Medea grob deutlich, dass er das Lied von ihr nicht hören möchte und sie es nicht versuchen solle: „Laß das.“ (M, V. 894) Kreusa erklärt ihm daraufhin, dass Medea sich stark bemühen musste, um das Lied zu beherrschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Fremdheit und des ‚Barbarischen‘ sowie Darstellung der verschiedenen literarischen Medea-Bilder.

2. Der Begriff ‚Barbar’ in Griechenland: Historische Herleitung und negative Konnotation des Barbarenbegriffs in der griechischen Antike.

3. Grillparzers Trilogie: Analyse von Grillparzers Medea-Bild als psychologisierte Ehetragödie.

4. Christa Wolfs Medea. Stimmen: Einführung in Wolfs verschachtelte Erzählweise und die Dekonstruktion des Mörderrinnen-Mythos.

5. Medeas Emigration nach Korinth: Untersuchung der Motive für Medeas Flucht und ihre Konfrontation mit der korinthischen Machtstruktur.

6. Medeas Verhalten als Grundstein ihres Untergangs: Erörterung der kulturellen Diskrepanzen zwischen dem selbstbewussten kolchischen Frauenbild und den griechischen Rollenerwartungen.

7. Kulturelle Unterschiede der Kolcher und Korinther: Vergleich der Gesellschaftssysteme, insbesondere in Bezug auf das Frauenbild und den Wertbegriff des Goldes.

8. Medeas langsamer Untergang: Darstellung der sozialen Ausgrenzung Medeas und der Intrigen, die sie zum Sündenbock der Stadt machen.

9. Fazit: Synthese der Ergebnisse über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Medea-Inszenierungen bei Grillparzer und Wolf.

Schlüsselwörter

Medea, Grillparzer, Christa Wolf, Das goldene Vließ, Medea. Stimmen, Barbar, Fremdheit, Korinth, Kolchis, Identität, Psychologisierung, Integration, Machtstreben, Mythos, Kindsmord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Bild der Medea in den Werken von Franz Grillparzer und Christa Wolf und untersucht dabei, wie das ‚Barbarische‘ als Merkmal der Fremdheit konstruiert und instrumentalisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Fremdenfeindlichkeit der antiken Griechen, die psychologische Charakterisierung Medeas, der Zusammenstoß verschiedener kultureller Identitäten sowie die Rolle der Frau in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Zuschreibung des ‚Barbarischen‘ an Medea nicht auf ihrem tatsächlichen Wesen basiert, sondern eine Folge politischer Interessen und gesellschaftlicher Ausgrenzungsmechanismen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Textpassagen und dramatische Strukturen sowie deren historische und mythologische Hintergründe vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Grillparzers Trilogie einerseits und Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ andererseits, wobei spezifische Szenen und Handlungsstränge kritisch interpretiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medea, Fremdheit, Barbar, psychologische Psychologisierung, Integrationsversuche, Sündenbock-Funktion und der Mythos des Kindsmordes.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Medeas bei Grillparzer von jener bei Christa Wolf?

Während Grillparzer Medea psychologisiert und ihre Rache als Folge ihres Integrationsscheiterns und Jasons Verrats darstellt, bricht Christa Wolf das Bild der mordenden Medea vollständig auf und inszeniert sie als Opfer politischer Intrigen.

Welche Bedeutung kommt dem ‚Sündenbock-Schauspiel‘ im Roman von Christa Wolf zu?

Das ‚Sündenbock-Schauspiel‘ verdeutlicht, wie die korinthische Machtelite Medea als Fremde diffamiert, um eigene Verbrechen zu vertuschen und die Stabilität des eigenen Herrschaftssystems durch die Sündenbock-Zuweisung an die ‚Barbarin‘ zu wahren.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Figur Medea in den Werken von Grillparzer und Wolf
Untertitel
Das ‚Barbarische’ als Aspekt der Fremdheit
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Veranstaltung
Medea: (Dramatische) Mythos-Adaptationen seit der Aufklärung
Note
1,7
Autor
Rebecca Schwarz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V165778
ISBN (Buch)
9783640814190
ISBN (eBook)
9783640814527
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grillparzer Christa Wolf Medea Fremdheit Barbarentum Sündenbock Medea. Stimmen Argonauten Das goldene Vließ
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Schwarz (Autor:in), 2010, Die Figur Medea in den Werken von Grillparzer und Wolf, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165778
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum